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Die geplanten Wohnungen auf dem Gelände der Zuckerfabrik sorgen für Diskussionen über die Verkehrssituation in Fauerbach. Die Grünen fordern eine Verkehrsuntersuchung. Das würde den Wohnungsbau verzögern.

Bebauung des Friedberger Zuckerfabrik-Geländes

Grüne: Noch mehr Wohnungen führen zu Verkehrschaos

  • VonSophie Mahr
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Die Friedberger Grünen fordern, vor der Bebauung des letzten freien Grundstücks der Zuckerfabrik eine Verkehrsuntersuchung durchzuführen, da der Verkehr am Knotenpunkt schon jetzt zu viel sei.

Zweite Ausfahrt, Umlegung der B 275 oder bleibt doch alles beim Alten? Bei der Planung der 250 neuen Wohnungen auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik wird immer wieder über den Knotenpunkt Fritz-Reuter-Straße und Fauerbacher Straße gesprochen. Ein Streitpunkt ist, dass es nur eine Ausfahrt vom Wohngebiet zur Fauerbacher Straße geben soll. Diese Ausfahrt führt direkt an der Kita »Kinderburg am Rübenberg« vorbei. Doch auch mit einer zweiten Anbindung werde der Verkehr nicht weniger werden, sagt Dr. Nicholas Hollmann (Grüne). Daher wollen die Grünen eine Untersuchung des Verkehrs beantragen.

Hohe Belastung im Straßenverkehr

Im Ausschuss für Stadtentwicklung am vergangenen Donnerstag wurde über den Bebauungsplan der Zuckerfabrik gesprochen. Die Mehrheit des Ausschusses stimmte für den B-Plan in der vorliegenden Form. Bei einigen Punkten gab es Gegenstimmen oder Enthaltungen von Nicholas Hollmann (Grüne) und Ricardo Herbst (Linke).

Seit 1994 baut die Firma Dietmar Bücher Wohnungen auf dem Geländestreifen östlich des Friedberger Bahnhofsgeländes. Der aktuelle Bebauungsplan umfasst das Restgrundstück gegenüber der Metzgerei Herold. Dort sollen weitere 16 Mehrfamilienhäuser mit 250 Wohneinheiten entstehen.

Doch die Grünen stellen für die kommende Stadtverordnetensitzung am Donnerstag, 18. Februar, einen Antrag zur Verkehrsuntersuchung. Schon ohne die 250 neuen Wohnungen sei das Verkehrsaufkommen am Knotenpunkt Fritz-Reuter-Straße und Fauerbacher Straße zu hoch. »Auch wenn im neuen B-Plan weniger Wohnungen vorgesehen sind als ursprünglich geplant, so erhöht sich dennoch das Verkehrsaufkommen«, sagt Hollmann. »Das Problem ist schon da.« Bereits jetzt habe der Verkehr in den Spitzenstunden die »Qualitätsstufe D«. Diese stehe dafür, dass es häufig zu Rückstau in den besagten Straßen komme. Durch die neuen Wohnungen würde wahrscheinlich eine Qualitätsstufe von E oder F erreicht werden. »Wir müssen die Verkehrssituation entschärfen«, betont Hollmann. Daher fordern die Grünen, den B-Plan zurückzustellen, bis die Verkehrssituation geklärt ist.

Auto-armes Wohnen einführen

»Wenn durch steigende Belastungen im Verkehr bauliche Maßnahmen ergriffen werden müssen, muss die Stadt Friedberg dafür aufkommen«, sagt Hollmann. Um diese finanziellen Folgen abschätzen zu können, wollen die Grünen die Verkehrsuntersuchung voranstellen.

Um die Wohnungen zu bauen und dennoch den Verkehr zu entlasten, sollen dabei verschiedene Varianten für die Planung bedacht werden. Eine Idee der Grünen ist es, das neue Wohngebiet als Auto-armes Quartier anzulegen. Zudem hatten die Grünen bereits im Oktober den Vorschlag gemacht, die B 275 aus dem Stadtgebiet zu verlegen, wie die WZ berichtete. Auch eine Kombination der beiden Vorschläge komme in Betracht.

Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sagte der WZ, eine Umwidmung der Bundesstraße sei kaum möglich. »Die Bahnunterführungen in der Görbelheimer Hohl sind für Lkw im Gegenverkehr zu eng. Die Fritz-Reuter-Straße wird bei einer Herabstufung auch nicht zur Stadtstraße, die Stadt kann dann nicht eigenhändig planen«, sagt Antkowiak.

Der Bürgermeister betonte, dass mit dem aktuellen B-Plan die Zahl der Wohnungen deutlich reduziert wurde. Würden in einigen Jahren die hinter dem Sportgelände des FC Olympia Fauerbach gelegenen Schlammteiche als Baugebiet entwickelt, werde die Stadt vorher eine Verkehrsuntersuchung vornehmen und entsprechende Entscheidungen treffen. Der Grünen-Antrag komme zu spät und würde das Projekt nur verzögern. Antkowiak plädiert dafür, den B-Plan zu beschließen.

Umlegung B 275

Nach Vorstellung der Grünen würde die B 275 am Stadtrand über die Freseniusstraße durch das Gewerbegebiet Süd geführt werden und käme an der Görbelheimer Hohl wieder auf die jetzige Bundesstraße. Auf diese Weise wäre im Stadtgebiet nicht mehr so viel von der Bundesstraße zu sehen und es könne auf bereits bestehenden Straßen gebaut werden.

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