Grüne fürchten "Ausverkauf" der Wetterau

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Wetteraukreis(pm). Der Wetteraukreis wird wieder ein Teil der Standortmarketinggesellschaft Frankfurt/Rhein-Main (FRM) - zum Missfallen der Kreis-Grünen. Die äußern in einer Pressemitteilung die Befürchtung eines "Ausverkaufs der Wetterau als Lagerplatz vor den Toren Frankfurts".

"Groß diskutiert wurde im Kreistag nicht", sagt Fraktionsvorsitzender Michael Rückl. Laut seiner Aussage sei es abgelehnt worden, Vertreter der Gesellschaft im Ausschuss zu möglichen Vor- und Nachteilen zu befragen. Er kritisiert außerdem, dass CDU und SPD den Wetteraukreis als "so ziemlich einziges Expansionsgebiet der Stadt Frankfurt" sehen. Deshalb werde von einem Zuzug von 30 000 Menschen ausgegangen.

Kritik an neuem Tourismuskonzept

Das betrifft laut Rückl besonders den Süden und den Westen der Wetterau. Im Osten dagegen schreite die "Landschaftszerstörung" mit der Errichtung von Lagerhallen voran. Rückl: "Von 1991 bis 2015 gingen im Kreis 2400 Hektar Agrarland verloren. Seither pro Jahr gut 100. Das ist nicht das Wachstum, das wir wollen."

Die Wetterau hebe sich, so die Grünen, vor allem durch ihre landwirtschaftlichen Böden ab. Für den Erhalt derer wolle sich die Partei stark machen. "Wir wollen nicht, dass die internationale Vermarktung eine ungute Entwicklung forciert", heißt es in der Pressemitteilung. Dafür brauche es eine "intensive Diskussion" zu der Frage: "Welche Wetterau wollen wir eigentlich?"

Kritisch sehen die Grünen darüberhinaus zum Teil auch das neue Tourismuskonzept, mit dem sich der Wetteraukreis laut Thomas Zebunke an Frankfurt/Rhein-Main bindet. Zwar gehe die Partei davon aus, dass der Wetterauer Tourismus davon profitieren könne, doch wolle man darauf achten, dass die Entwicklung nicht "zu einseitig" werde. "Flugtouristen aus Übersee, die in Frankfurt landen und einen Ausflug nach Büdingen machen, sind nicht unsere Zielgruppe", heißt es in der Mitteilung. Der Fokus solle stattdessen auf "Inlandstourismus und Naturnähe" liegen. Dahingehend berufen sich die Grünen auf die hessische Tourismusstrategie.

Interessen sollen vertreten werden

Nach der Kommunalwahl wollen die Grünen Nachweise dazu einfordern, dass die Interessen der ländlichen Wetterau auch in der neuen Verbindung mit der FRM gewahrt werden. Dazu gehöre die Förderung der eigenen Touristik und Wirtschaft.

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