In der Unterführung können keine neuen Aufzüge eingebaut werden.	ARCHIVFOTO: NIC
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In der Unterführung können keine neuen Aufzüge eingebaut werden. ARCHIVFOTO: NIC

Grüne drücken aufs Tempo

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Friedberg (pm). »Friedberg braucht den barrierefreien Zugang zu den Bahngleisen«, stellt Bernd Stiller, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, in einer Pressemitteilung der Partei fest. Darin beziehen sie sich auf die Information, dass der Bahnhof in Friedberg mit einer neuen Personenunterführung ausgestattet werden muss (WZ vom Donnerstag).

»Die Aufzüge, die Bahnfahrende mit Kinderwagen, Fahrrädern, schwerem Gepäck oder Gehbehinderung vom Fußgängertunnel auf die Bahnsteige transportieren, werden seit Jahren schmerzlich vermisst«, äußert sich Stiller. Es sei unfassbar, dass die Friedberger Bürger nun weitere Jahre warten müssten, beklagen die Grünen und fordern die Bahnverwaltung auf, umgehend die Aufzugschächte zu planen und umzusetzen.

Verweis auf zwei Tunnel-Alternativen

Am Donnerstag hatte Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) »die Hiobsbotschaft«, wie es die Grünen formulieren, der Bahn in der Stadtverordnetenversammlung verkündet. Probebohrungen hätten ergeben, dass die Aufzüge nicht im derzeitigen Fußgängertunnel gebaut werden könnten und eine neue Gleisunterquerung geplant werden müsse. »Ein Baubeginn wäre vor 2024 nicht denkbar. Diese späte Erkenntnis kurz vor dem jetzt bereits mehrfach geplanten Baubeginn ist allein von der Bahn zu verantworten«, schreiben die Grünen. Dabei stünden zwei alternative Standorte für den neuen Fußgängertunnel zur Diskussion. Die eine südlich (rechts vom Bahnhof) auf Höhe der THM und die andere nördlich, am Ende der Fahrradständer links vom Fürstenbahnhof. Die Lage der Unterführung beeinflusse auch die Gestaltung des neuen Busbahnhofs, der nahe des neuen Zugangs zu den Gleisen sein sollte. Erst nach Festlegung der neuen Unterführung könne der zentrale Busbahnhof geplant werden.

»Die Entscheidung des Standorts sollte der Bahn nicht alleine überlassen werden, denn die Auswirkung auf die Stadtgestaltung ist offensichtlich«, fordern die Grünen. Der Fußweg in die Innenstadt sei attraktiv zu gestalten und biete Möglichkeiten für Geschäfte und andere Dienstleistungen. »Ein neuer Fußgängertunnel sollte auf jeden Fall Fauerbach anbinden, was eine wesentliche Verkürzung des Zugangs von dort zum Bahnhof und in die Innenstadt bedeuten würde«, heißt es weiter in der Pressemitteilung der Friedberger Grünen. Auch der Weg zu Fuß von der Innenstadt zu den Fauerbacher Geschäften und zum Friedhof wäre kürzer. Die Grünen fordern die Verwaltung auf, die Bürger zu befragen, Meinungen einzuholen und anschließend Pro und Contra der beiden Varianten öffentlich, beispielsweise im Stadtplanungsausschuss, zu diskutieren. Geld sei verfügbar, da der Bundesverkehrsminister für den Klimaschutz erst Anfang des Jahres die kommunalen Mittel für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs vergrößert habe, schreiben die Grünen. Sie hätten in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung bereits darauf hingewiesen und die Beantragung für die Projekte in Friedberg gefordert.

»Planung, Bewertung, Abstimmung und Genehmigung der neuen Fußgängerunterführung dauern Zeit. Es gibt viele Abhängigkeiten, die die zügige Umsetzung des überraschend neu zu planenden Bauprojekts verzögern können. Was sollte die unabhängige, nicht in Friedberg sitzende Projektekommission der Bahn motivieren, die Beseitigung des Mankos in unserer Stadt immer die höchste Priorität einzuräumen?«, schreiben die Grünen.

Deren Fraktionsvorsitzender Florian Uebelacker fasst zusammen: »Wir fordern den Magistrat, den Landrat, den Planungsverband und auch den Verkehrsminister des Landes Hessen auf, ihren Einfluss auf die Deutsche Bahn AG geltend zu machen, um den Bürgerinnen und Bürgern den schon lange versprochenen Umbau zum barrierefreien Bahnhof ohne weitere Verzögerung zu ermöglichen.«

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