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Das Kasernengelände in Friedberg wird zu einem neuen Stadtteil umgebaut. Der Wetteraukreis will hier ein neues Verwaltungsgebäude mit 450 Arbeitsplätzen errichten. Der Kreistag hat dafür am Mittwoch »grünes Licht« gegeben. FOTO; NICI MERZ

Beschluss im Kreistag

Große Mehrheit für Verwaltungsneubau auf Kasernengelände

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Der Kreistag hat mit großer Mehrheit den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes beschlossen. Hierfür soll in der Friedberger Kaserne ein Grundstück erworben werden.

Auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne im Süden von Friedberg will der Wetteraukreis einen zentralen Verwaltungsbau mit rund 450 Arbeitsplätzen errichten. Die Kaserne wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verwaltet; der Kreisausschuss wurde nun mit dem Ankauf eines geeigneten Grundstücks beauftragt. Wie berichtet, hat die Stadt Friedberg bereits eine Vorplanung bei der BImA vorgelegt. Auf diesen Plänen ist im nordöstlichen Teil des 74 Hektar großen Geländes ein Grundstück für den Kreis vorgesehen.

Die Kreisverwaltung ist aktuell auf 17 verschiedene Standorte verteilt, davon allein 15 Außenstellen im Friedberger Stadtgebiet. Das bringt so manche Probleme im Arbeitsalltag mit sich. Die CDU-SPD-Koalition hat ihren Antrag zum Bau des Verwaltungsgebäudes außerdem damit begründet, dass aufgrund neuer Aufgaben, die dem Kreis übertragen werden, ein Bedarf an zusätzlichen Arbeitsplätzen absehbar sei. Und kundenfreundlich sei eine zersplitterte Verwaltung auch nicht.

Künftig nur noch fünf Standorte

Deshalb soll es künftig in Friedberg statt 16 nur noch vier Standorte der Kreisverwaltung geben: Das Kreishaus am Europaplatz, der neue Bau in der Kaserne sowie die Gebäude in der Homburger Straße und in der Steinkaute. Standort 17 ist das Landratsamt in Büdingen. Es soll zu einem späteren Zeitpunkt modernisiert und erweitert werden, damit künftig mehr Dienstleistungen als bislang im östlichen Wetteraukreis angeboten werden können.

In der letzten Kreistagssitzungen hatte es viele Fragen gegeben. Diese wurden in zwei Ausschusssitzungen »ausführlich diskutiert«, wie Landrat Jan Weckler (CDU) sagte. Er betonte: »Das ist ein wegweisender Beschluss für die Kreisverwaltung.« Der Landrat wünschte sich eine einmütige Entscheidung. Ein Standort sei wirtschaftlicher als die derzeitige Zersplitterung. Zum Standort Büdingen sagte Weckler, es müsse erst geklärt werden, wo und in welcher Form eine Erweiterung möglich sei. Links und rechts des Landratsamtes gebe es freie Grundstücke.

In Sachen Büdingen waren sich alle Fraktionen einig. Dieser Punkt wurde getrennt abgestimmt, das Ergebnis war ein einstimmiger Beschluss. Beim Neubau in der Friedberger Kaserne wurde mit Änderungs- und Ergänzungsanträgen bis zuletzt um Details gefeilscht. So wurde darum gerungen, ob der Neubau »möglichst klimaneutral« (CDU/SPD) oder »mindestens klimaneutral« (Grüne) errichtet wird. Die Mehrheit stimmte für die Formulierung der Koalition.

Möglichkeit zum mobilen Arbeiten

»Wollen wir bauen? Ja, das wollen wir«, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Jörg-Uwe Hahn. »Die Verwaltung braucht einen Auftrag, auf die damit verbundenen Probleme haben wir im Ausschuss aufmerksam gemacht.« Michael Kuger (AfD) lehnte den Antrag mit Hinweis auf die »unsichere Finanzlage« ab. Marion Götz (SPD) sagte, die Forderungen nach Kundenorientierung und Kostenreduzierung würden durch den Neubau erfüllt.

Ein Diskussionspunkt in den Ausschusssitzungen war die Möglichkeit des mobilen Arbeitens (Homeoffice). Die Grünen hatten gefordert, mit dem Personalrat solle eine Vereinbarungen getroffen werden, damit dies prinzipiell allen Beschäftigen offensteht. »Dafür haben wir als Kreistagsabgeordnete keine Regelungskompetenz«, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Sebastian Wysocki. »Der Kreistag kann dies nicht beschließen.«

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