Glasfaser für Schulen: Anträge abgelehnt

  • vonJürgen W. Niehoff
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Wetteraukreis(jwn). Breitbandanschlüsse für die Wetterauer Schulen, dazu noch CO2-Ampeln für die Klassenzimmer - neben der Einbringung des Kreishaushaltes für 2021 galt das Augenmerk bei der Sitzung des Kreistags in Echzell diesmal vor allem den Schulen.

Die Corona-Krise hat es deutlich gemacht: Die Digitalisierung der Schulen muss mit großer Kraftanstrengung vorangetrieben werden. Da dies aber für lediglich 37 Schulen im gesamten Kreisgebiet geplant ist, haben die Freien Demokraten zur Sitzung des Kreistags am Mittwoch den Antrag eingebracht, dass die Verwaltung verbindlich sagen solle, wann auch die letzte Schule des Wetteraukreises an das Glasfasernetz angeschlossen und wann in den Schulen WLAN eingerichtet sein werde. "Es sind nicht nur die Telekommunikationsanbieter, die auf das Gaspedal drücken müssen, es sind auch die Schulen selbst, die in ihren Gebäuden für die nötige Infrastruktur sorgen müssen", begründete Jörg-Uwe Hahn (FDP) den Antrag seiner Fraktion.

Zustimmung erhielt die FDP auch von der AfD, die mit einem eigenen Antrag die Telekom zu einem ambitionierten Zeitplan verpflichten will, und von den Grünen.

Der Antrag der FDP sei mehr als notwendig, sagte Grünen-Sprecher Michael Rückl, da die jüngste Vergangenheit gezeigt habe, dass auch in den Schulen der Computer immer mehr als Arbeitsmittel gebraucht werde.

Ganz anders äußerte sich Michael Hahn (CDU): Das Thema sei in diesem Jahr bereits in mehreren Gremien diskutiert worden. Dabei seien auch Beschlüsse gefasst und Ausschreibungen angestoßen worden. Jetzt würden Fachfirmen gesucht, die die Infrastruktur in die Schulen verlegen könnten. "Das ist alles gar nicht so einfach, denn so viele Fachfirmen gibt es davon nicht", sagte Hahn. Alles, was FDP, AfD und Grüne forderten, sei also längst im Geschäftsgang der Verwaltung. Ein Problem gebe es in der Tat, aber an ganz anderer Stelle, nämlich zu Hause in den Familien. "Was hilft der beste Antrag, wenn zu Hause nicht weiter digital gearbeitet werden kann", beendete Hahn die Diskussion.

Mit den Stimmen der großen Koalition von CDU und SPD wurden die Anträge schließlich abgelehnt.

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