Der Wetteraukreis schließt 37 seiner Schulen ans Glasfasernetz an. Laut Landrat Jan Weckler kostet das knapp 2,2 Millionen Euro, wovon Bund und Land 1,4 Millionen tragen. FOTO: PRW
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Der Wetteraukreis schließt 37 seiner Schulen ans Glasfasernetz an. Laut Landrat Jan Weckler kostet das knapp 2,2 Millionen Euro, wovon Bund und Land 1,4 Millionen tragen. FOTO: PRW

Gigabit fürs Klassenzimmer

  • vonred Redaktion
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Wetteraukreis(prw). Seit dem Frühjahr erhalten 37 Schulgebäude im Wetteraukreis einen Glasfaseranschluss. Weitere werden folgen. "Unser Ziel ist es, alle Wetterauer Schulen gigabitfähig zu machen", teilt Landrat Jan Weckler mit.

Wie Breitbandkoordinator Matthias Flor in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung, Umwelt und Wirtschaft berichtet, erhalten zunächst 37 Schulen in den Kommunen, die der Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen (BIGO) beigetreten waren, den Anschluss an das schnelle Internet. Die BIGO hatte hierzu einen Förderantrag beim Bund gestellt, der 50 Prozent der Gesamtkosten von etwa 2,2 Millionen Euro trägt. Das Land Hessen beteiligt sich mit 300 000 Euro, der Wetter-aukreis übernimmt 800 000 Euro. Der Ausbau erfolgt durch die Deutsche Telekom für Schulen in Butzbach, Echzell, Florstadt, Gedern, Hirzenhain, Münzenberg, Nidda, Ober-Mörlen, Ortenberg, Ranstadt, Reichelsheim und Wölfersheim.

Für bis zu 29 weitere Schulstandorte im ganzen Kreisgebiet wird aktuell eine Ausschreibung veröffentlicht. Hier liegen laut Flor bereits Förderzusagen des Bundes (50 Prozent) und des Landes (40 Prozent) vor. Förderfähig sind alle Schulen, bei denen der Bedarf von 30 Mbit/s pro Klasse nicht erreicht wird. "Für nicht förderfähige Schulstandorte werden im Einzelfall Lösungsmöglichkeiten vor Ort geprüft und umgesetzt", so das Versprechen. So könnte beispielsweise der Glasfaserausbau kreisübergreifend angegangen werden - als Teil der Gigabitregion Frankfurt-Rhein-Main unter Federführung des Regionalverbandes. Weiterhin werde der Bund in Kürze ein neues Förderprogramm anbieten, das keine oder deutlich geringere Hürden für eine Förderzusage enthalte, sagte Flor. "Entscheidend wird die Genehmigung durch die Europäische Union sein, die grundsätzlich den freien Markt bevorzugt und staatliche Beihilfen nur ausnahmsweise zulässt." Der schnellste Weg zum flächendeckenden Glasfaserausbau wäre, wenn private Telekommunikationsunternehmen ihre Aktivitäten in der Wetterau verstärken. Tatsächlich seien in allen Kreisteilen "mehr oder weniger konkrete Initiativen" feststellbar.

Landrat Jan Weckler rät allen Städten und Gemeinden, entsprechende Anfragen und Angebote "ernsthaft zur prüfen". Der Glasfaserausbau sollte als fester Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge verstanden werden.

Einige Städte und Gemeinden arbeiten bereits mit dem Kreis zusammen. Bestandteil der aktuellen Ausschreibung sind auch mehrere Gewerbegebiete. Flor nennt Büdingen, Gedern, Kefenrod, Nidda, Ranstadt und Rockenberg sowie eine Reihe von Liegenschaften im Außenbereich, die aufgrund ihrer Lage von privaten Unternehmen nicht wirtschaftlich lohnend erschlossen werden könnten. Hier arbeite der Kreis zusätzlich mit Butzbach und Echzell zusammen.

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