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Giftköder: PETA bietet 1000 Euro für Hinweise - Tod nach Spaziergang auf Friedberger Seewiese

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Von: Jürgen Wagner

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Vorsicht: Giftköder gibt es in vielerlei Form. © Red

Friedberg/Stuttgart (jw/pm). Nachdem drei Tiere auf der Friedberger Seewiese offenbar an Rattengift starben, hat die Tierrechtsorganisation PETA eine Belohnung zur Ergreifung des Täters ausgesetzt.

Zwei tote Igel wurden am Donnerstag vergangener Woche an der Friedberger Seewiese gefunden worden. Am gleichen Tag meldete ein Hundehalter, sei nach einem Spaziergang über die Seewiese gestorben, der Tierarzt konnte nicht mehr helfen. Alle drei Tiere hatten vermutlich Giftköder gefressen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei der Todesursache um eine Vergiftung durch Rattengift handelt. Die Polizei Friedberg ermittelt zu dem Fall und nimmt unter Tel. 0 60 31/60 10 sachdienliche Hinweise zur Tat entgegen. »Wir suchen Zeugen, die rund um den Bereich der Seewiese verdächtige Beobachtungen machen konnten«, sagt die Friedberger Polizeipressesprecherin Corinna Weisbrod.

Ermittler setzen auf Beobachtungen

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die die tatverantwortliche Person überführen. Menschen, die in den letzten Tagen etwas Verdächtiges beobachtet oder anderweitige Hinweise haben, werden gebeten, sich bei der Polizei oder unter 07 11/8 60 59 10 bei der Tierrechtsorganisation zu melden; über die Internetseite ist dies auch per E-Mail möglich, »auch anonym«.

»Die Person, die den präparierten Köder ausgelegt hat, muss gefunden und gestoppt werden, bevor weitere Tiere in Lebensgefahr gebracht werden«, sagt Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. »Derartige Täter zu überführen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.« Deshalb könnten noch so unwichtig erscheinende Hinweise helfen.

Info: Erste-Hilfe-Maßnahmen

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen Giftköder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr - das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Gift wirkt schnell, ruft Erbrechen, Durchfall, Unruhe oder Apathie, Veränderungen an den Schleimhäuten und Pupillen, Atembeschwerden und Krämpfe hervor. Man sollte die Hunde beruhigen und anleinen. Keinen Maulkorb angelegen, bei Erbrechen droht Erstickungsgefahr. Ist das Tier bewusstlos, dann in die stabile Seitenlage bringen und Atemwege freihalten. Für schnelle Diagnose eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt nehmen. Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

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