Gewerkschaft warnt vor Fachkräftemangel

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Wetteraukreis (pm). Die Wartezeiten auf einen Handwerker sind lang. Die Auftragsbücher seien voll. Trotzdem würden händeringend Handwerker gesucht. Der Mangel an Fachkräften könnte für Baufirmen in der Wetterau in den nächsten Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und verweist in einer Pressmitteilung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach gebe es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden. Im vergangenen Jahr blieben im Wetteraukreis 77 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt. 2018 waren es 60 Stellen, ein Jahr zuvor 47.

»Ob es um den Bau von Wohnungen und Straßen oder die Sanierung von Brücken geht - viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage längst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Aufträge zu bewältigen, müssen sie jetzt in die Fachleute von morgen investieren«, sagt Karl-Otto Waas, Bezirksvorsitzender der IG BAU Gelnhausen-Friedberg.

Die Branche müsse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, erklärt Waas. In der laufenden Tarifrunde für das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft ein kräftiges Lohn-Plus. Außerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden.

»Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Der Trend muss unbedingt gestoppt werden«, fordert der Wölfersheimer Waas. Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen komme es dabei auch auf ein gesundes Betriebsklima an. Beschäftigte würden häufig Respekt und Anerkennung für ihre Leistung vermissen. »Kein Wunder, dass sich mancher da nach einem anderen Beruf umschaut«, sagt Waas.

Wie sehr der Fachkräftebedarf in Zukunft anwachsen könnte, zeige eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes. Danach dürften in den nächsten zehn Jahren bundesweit 150 000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das sei t jeder sechste Arbeitnehmer.

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