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Gesunde Mischung für Abwehr

  • vonInge Schneider
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Wetteraukreis(im). Ein hochkomplexes und aufeinander eingespieltes Team von Zellen und Zellprodukten, Flüssigkeiten, Botenstoffen und Geweben übernimmt die Aufgabe, das Eindringen fremder Substanzen zu verhindern, Zellabfälle zu entsorgen und übersteigertes Zellwachstum zu verhindern. Die wichtigsten Freunde und Unterstützer einer intakten Abwehr sind gerade in der Region Wetterau leicht erhältlich beziehungsweise zu realisieren - trotz Corona und Lockdown.

So wirkungsvoll die einzelnen Abteilungen des Immunsystems zusammenarbeiten - sie bedürfen auch der Pflege. Schwere Infektionen, Operationen und nachfolgende Therapien sowie Grunderkrankungen halten die Abwehr in Dauerstress.

Andererseits trägt allzu übertriebene Hygiene dazu bei, dass unser Immunsystem sich "langweilt" und dazu neigt, den eigenen Körper anzugreifen. Weitere Ursachen für eine geschwächte Abwehrlage sind körperliche und seelische Belastungen, zu wenig Schlaf und eine mangelhafte Ernährung sowie speziell im Winter die trockene Heizungsluft.

Anzeichen für eine Schwächung der Abwehr sind häufige wiederkehrende und/oder länger andauernde banale Infekte (Schnupfen, Husten), schlechte Wundheilung, das Gefühl ständiger Schwäche, Konzentrationsschwierigkeiten.

Speziell auf eine Mangelernährung können neben dem Gewichtsverlust auch stumpfes Haar, brüchige Fingernägel, trockene Haut sowie Zahnfleischschwund hinweisen. Was der Abwehr auf die Beine hilft:

Gesunde, ausgewogene Ernährung:Mit frischem Obst und Gemüse, Fruchtsäften, Tee und Mineralwasser. Lokale Hof-, Bio- und Naturkostläden sind gerade im Winter, wenn Garten und Balkon nicht allzu viel hergeben, die perfekte Einkaufsadresse. Bevor man wahllos Nahrungsergänzungs- und Vitaminpräparate einnimmt, sollte man den persönlichen Immunstatus durch einen Arzt bestimmen lassen.

Lebenswandel:Regelmäßige Lebensführung mit ausreichenden Schlaf- und Erholungsphasen ist wichtig und Bewegung in frischer Luft - zum Beispiel zügiges Wandern oder Joggen durch die reizvolle Wetteraulandschaft - in wetterangepasster, atmungsaktiver Kleidung.

Abhärtung:durch Wechselduschen, Kneippsche Güsse, mäßiges Heizen der Wohnung auch im Winter: In Wohnräumen sind 21 Grad, im Schlafzimmer 18 Grad ideal.

Regelmäßiges sportliches Training:Viele Vereine und Studios bieten ihre Kursstunden im Lockdown online an, manchmal gegen eine kleine Gebühr: Einfach reinklicken und mitmachen! Von regelmäßiger, ausgewogener Bewegung profitieren nicht nur Herz, Kreislauf und Gewicht - auch die Zahl der Fress- und Killerzellen im Immunsystem nimmt zu.

Vitamine für die Seele:Psycho-Immunologen haben es längst nachgewiesen: Liebe und Humor, Zärtlichkeiten und Lob, freudige Ereignisse und sinnvolle Aufgaben stimulieren die Abwehr durch die Ausschüttung von Glückshormonen. In Zeiten der Isolation sind diese natürlichen Unterstützer nicht so selbstverständlich erhältlich. Umso wichtiger ist es, miteinander in liebevollem Kontakt zu bleiben - und sei es "nur" per Anruf, Mail oder WhatsApp.

Sanierung von Infektionsherden:Chronische Entzündungen, zum Beispiel der Zähne, des Kiefers, der Stirn- und Nebenhöhlen, der Mandeln oder des Blinddarms, sollten saniert werden. Um solchen Störfaktoren auf die Spur zu kommen, ist eine Blutuntersuchung nötig.

Immunstimulanzien aus der Pflanzenwelt:Echinacea-, Arnika- und Lebensbaum-Präparate aus der Apotheke und dem Reformhaus können die Zellabwehr des Körpers stärken, sollten aber nur bei beginnenden Beschwerden (zum Beispiel bei Kratzen im Hals) eingenommen werden. Eine gezielte Kur mit Kefir und Joghurt kann den Darm als wichtiges Organ der Immunabwehr unterstützen.

Vorbeugende Impfungen:Dazu sollte man vorab unbedingt den Hausarzt befragen, auch in Sachen Corona-Impfung. Er kennt Vorerkrankungen und aktuelle Medikamenteneinnahme und kann, etwa vor einem intramuskulären Piks, sinnvoll beraten.

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