Gestohlene Autos online offeriert

  • VonConstantin Hoppe
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Wetteraukreis (con). Betrug beim Autoverkauf ist keine Seltenheit und es kommt auch immer wieder einmal vor, dass versucht wird, gestohlene Autos samt gefälschter Papiere zu verkaufen. Seit Mittwoch müssen sich deshalb sieben Angeklagte im Alter zwischen 23 und 42 Jahren vor der Jugendkammer des Gießener Landgerichts verantworten: Sie sollen gemeinsam als Teil einer Bande Fälle von Betrug, Diebstahl und Urkundenfälschung begangen haben, um sich selbst zu bereichern oder Beihilfe geleistet zu haben.

Ereignet haben sollen sich die angeklagten Taten zwischen dem 22. Februar und dem 15. August 2016. Zu einem bislang nicht genauer bestimmbaren Zeitpunkt in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 2016 sollen der 42-jährige E. S, und der 38-jährige D. S. Gemeinsam mit dem 40-jährigen S. S. einen Multivan in der Römerstraße in Butzbach entwendet haben - oder ein bislang noch unbekannter Mittäter, der das Fahrzeug dann an die beiden Angeklagten übergab.

Das Fahrzeug boten sie auf einer Onlineplattform für 18 400 Euro zum Verkauf an. Dazu kam es nur deshalb nicht, weil der rechtmäßige Besitzer des Fahrzeugs auf das Inserat aufmerksam wurde und dieses der zuständigen Polizeidienststelle meldete. Am 22. April überführte der Angeklagte S. S. das Auto nach Frankfurt - dabei verwendete er gefälschte Kennzeichen.

Am 26. April 2016 mieteten die vier Angeklagten E. S, D. S., der 29-jährige M. S. und S. S. einen Bus im Wert von 20 000 Euro über eine Verleihfirma. Das Fahrzeug wieder zurückzugeben hatten sie laut Anklageschrift jedoch nicht vor: Ab dem 17. Mai boten sie vier Männer den Wagen erneut über eine Onlineplattform zum Verkauf an.

Leihwagen nicht zurückgegeben

Zum Verkauf kam es nur deshalb nicht, da sie das Fahrzeug einer verdeckt ermittelnden Polizeibeamtin zum Kauf anboten und die Strafermittlungsbehörde einschritt und das Fahrzeug sicherstellte. Am 27. Juli 2016 mieteten E. S., M. S. sowie die 39-jährige J. M. und ein weiterer, noch unbekannter Mittäter vier Mercedes Benz Sprinter in Frankfurt in einem Wert von 120 000 Euro für sechs Tage. Dabei verwendete die Angeklagte J. M. gefälschte Ausweisdokumente.

Auch dieses Mal wurden die Fahrzeuge nicht zurückgegeben: Diese sollten gewinnbringend im Ausland verkauft werden. Zuvor hatte ein ebenfalls angeklagter 34-jähriger Mitarbeiter der geschädigten Firma den anderen Angeklagten mitgeteilt, wann und wo diese Fahrzeuge verfügbar waren.

Der letzte Tatvorwurf datiert vom 15. August 2016: Hier sollen die Angeklagten gemeinsam mit einem gesondert verfolgten Mittäter und zwei noch unbekannten Personen zwei Pkw in Frankfurt gemietet haben. Auch dabei verwendeten sie gefälschte Ausweispapiere und gefälschte Meldebestätigungen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten bei allen Taten als Teil einer überörtlich agierenden Gruppierung vorgingen und sich durch die Taten ihren Lebensunterhalt verdienen wollten. Zum Prozessauftakt schwiegen die Angeklagten. Jedoch signalisierten die Verteidiger, dass ihre Mandanten sich durchaus zu den angeklagten Punkten einlassen wollen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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