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Diesen raumgreifenden Papierschnitt hat Künstlerin Dorthe Goeden kreiert.

»Gespannt auf Reaktionen«

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Wetteraukreis (pm). Heute startet die siebte Auflage von »Kunst in Kirchen in der Wetterau«. Künstlerinnen und Künstler werden in den kommenden Wochen fünf Kirchen mit zeitgenössischer Kunst ausstatten und dabei gemäß dem Motto »Hinschauen« Besucher zur Auseinandersetzung mit der Kunst auffordern.

Die katholische Kirche in Altenstadt wird von Dorthe Goeden und Verena Freyschmidt mit raumgreifenden Papierschnitten ausgestattet. Die Werke der beiden Künstlerinnen zeichnen sich durch dynamische Unabgeschlossenheit aus, was sich in der Betrachtung als Reichtum an Perspektiven, Vielschichtigkeit und überraschenden Einsichten niederschlägt. Gezeigt werden vier hinterleuchtete Arbeiten, je zwei von Freyschmidt und zwei von Goeden, die in einem gemeinsamen Bild kombiniert werden.

Die künstlerische Arbeit von Freyschmidt bewegt sich im Bereich der Zeichnung, Malerei und Wandinstallation. Ihre Materialien sind vorwiegend Papier, Stift und Schere. Es entstehen großformatige Papierschnitte, die gleichermaßen freie künstlerische Schöpfungen sind wie Anmutungen an die Natur. Es geht ihr um das Ergründen von Strukturen, von Organisationen und Zusammenhängen. Vorwiegend sucht sie diese in den Entstehungsprozessen der Natur und des Natürlichen.

Dorthe Goeden untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit Wahrnehmungs- und Erinnerungsprozesse, insbesondere im Hinblick auf bestimmte Orte. Dabei interessiert sie der Blick auf Alltägliches und Beiläufiges ebenso, wie die Relationalität von natürlich gewachsenen und kulturell entwickelten Strukturen.

Als gestalterisches Element legt sie die Linie zugrunde. Kleinformate Zeichnungen, konkrete Bruch- und Versatzstücke des Erlebten und der Erinnerung bilden den Ausgangspunkt für komplexe Arbeiten, die immer wieder die Frage nach Vorhandenem und Abwesendem stellen und das Verhältnis von Bild und Abbild hinterfragen. Sie arbeitet vorwiegend mit Papier. Die Künstlerinnen erklären ihre Arbeit im Gespräch:

»Kunst in Kirchen« ist ein in Deutschland einzigartiges und ungewöhnliches Projekt. Worin besteht für Sie der Reiz teilzunehmen?

Uns interessiert der Raum als Ort, an dem Kulturgeschichte immer präsent ist.

Was reizt Sie als Künstlerin, in einer Kirche auszustellen?

Mehr zeitgenössische Kunst und Perspektiven in den Kirchenraum zu integrieren, ist einfach spannend.

Mit Ihrem Beitrag beziehen Sie ja Position zum Thema »hinschauen«. Sehen Sie da ganz allgemein eine gesellschaftliche Relevanz?

Ja, das tun wir.

Darf Kunst hier provozieren und anecken? Was darf Kunst überhaupt, was ist ihre Aufgabe?

Ja, das darf sie, weil die Auseinandersetzung mit eigenen Standpunkten wichtig ist und dass man sie immer wieder überprüft. Warum sollte die Kirche hier ausgenommen werden?

Welche Reaktionen erwarten Sie von den Besucherinnen und Besuchern?

Wir sind beide gespannt auf die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher.

Dorthe Goeden (l.) und Verena Freyschmidt zeigen ihre Werke.

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