Ulrike Obenauer - hier im November 2019 mit Landrat Jan Weckler bei der Eröffnung der Ausstellung zum Thema Heimat in Büdingen - erhält den Kulturpreis des Wetteraukreises. 	FOTO: PRW
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Ulrike Obenauer - hier im November 2019 mit Landrat Jan Weckler bei der Eröffnung der Ausstellung zum Thema Heimat in Büdingen - erhält den Kulturpreis des Wetteraukreises. FOTO: PRW

Gegensätze regen zur Diskussion an

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Wetteraukreis (prw). Der Kulturpreis des Wetteraukreises für das Jahr 2020 geht an die in Ortenberg-Bleichenbach lebende Bildhauerin Ulrike Obenauer. Wegen der Corona-Pandemie wurde noch kein Termin und Ort für die Preisverleihung festgelegt.

Ulrike Obenauer, in Oppenheim am Rhein geboren, studierte Kunstpädagogik in Frankfurt und »Plastik« bei Professor Dr. Wolf Spemann. Nach einigen Jahren pädagogischer Arbeit machte sie sich 1993 als Künstlerin selbstständig. Seit dem Jahr 2000 lebt Obenauer im Ortenberger Stadtteil Bleichenbach, wo sie ihr Atelier betreibt.

Als eine Künstlerin mit einer breiten Schaffenspalette und »einer beeindruckenden Entwicklung«, lobte Landrat Jan Weckler die Preisträgerin in einer Presseerklärung. Dreimal schon habe Obenauer im Kreishaus ausgestellt, erstmals 2001 mit der Schau »Gebranntes Blech« - »eine Zeit, in der sie noch viele verspielte und dekorative Arbeiten gefertigt hat, die sehr nachgefragt waren«. 2011 war sie mit ihrer Ausstellung »Störung und Chance« im Friedberger Kreishaus, mit der sie auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima anspielte und die Möglichkeiten zum Umdenken.

Antagonismen beschäftigen Obenauer auch in ihrem politischen und philosophischen Denken. In ihren Metallinstallationen fordert sie mit Gegensätzen zur Diskussion auf. Ein Beispiel dafür ist ihre Arbeit »Zwei Haltungen - zwei Wege«, bei der sie die Form einer Doppelhelix genutzt hat, um Sünden und Tugenden einander gegenüberzustellen.

Waren Metall und vor allem farbige Bleche das Material ihrer Wahl in früheren Jahren, so hat sich Obenauer mittlerweile auch anderen Materialien und Techniken zugewandt. Skulpturen aus Holz, Metallmontagen, aber auch Malereien und Zeichnungen prägten ihre bisher letzte Ausstellung im Kreishaus unter dem Titel »Zusammenhänge(n)« im Jahr 2018.

Die Vielseitigkeit ihres künstlerischen Wirkens zeigte sie zuletzt im Büdinger Landratsamt, wo sie gemeinsam mit Laura Ute Melzer und Ronka Nickel die vielbeachtete Ausstellung »Ist die Heimat BÜD?« präsentiert hatte.

»Ulrike Obenauer ist eine Wahl-Wetterauerin und hat auch mit Großskulpturen künstlerische Spuren im Wetteraukreis gesetzt«, schreibt Landrat Weckler und nennt beispielhaft die »Muckschter Zwiwwel«. Die Skulptur befindet sich auf dem Kreisel an der Zufahrt zum Gewerbegebiet Nieder-Mockstadt.

Weitere Arbeiten im öffentlichen Raum sind die Skulptur »Zusammenstehen« auf dem Friedhof in Bleichenbach, aber auch die Arbeiten, die Obenauer für »Kunst in Kirchen« in der evangelischen Kirche in Wölfersheim im Jahre 2017 gezeigt hat.

Der mit aktuell 2500 Euro dotierte Wetterauer Kulturpreis wurde 1988 erstmalig damals an den Schauspieler Hans Schwab vom Fresche Keller Ortenberg vergeben. 1989 ging der Kulturpreis an Adelheid Hoffmann von der gleichnamigen Galerie in Bruchenbrücken. Danach war der Preis bis 1999 ausgesetzt.

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