Gegen das Vergessen

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Als Ersatz für ausgefallene Stück "Arsen und Spitzenhäubchen" präsentiert die Volksbühne am Dienstag, 2. April, um 20 Uhr in der Stadthalle das Stück "Oskar Schindlers Liste – eine wahre Geschichte". Damit wird die Theatersaison der Volksbühne erweitert (Die WZ berichtete). Das Stück wurde für die Bühne dramatisiert von Florian Battermann. Es ist eine Co-Produktion der Konzertdirektion Hannover mit der Landesbühne Rheinland-Pfalz.

Als Ersatz für ausgefallene Stück "Arsen und Spitzenhäubchen" präsentiert die Volksbühne am Dienstag, 2. April, um 20 Uhr in der Stadthalle das Stück "Oskar Schindlers Liste – eine wahre Geschichte". Damit wird die Theatersaison der Volksbühne erweitert (Die WZ berichtete). Das Stück wurde für die Bühne dramatisiert von Florian Battermann. Es ist eine Co-Produktion der Konzertdirektion Hannover mit der Landesbühne Rheinland-Pfalz.

"Angesichts der Diskussion in unserem Land wie auch in anderen Ländern über Judenhass, Diskriminierung, Nationalismus, Rechtspopulismus haben wir uns für dieses bemerkenswerte Stück entschieden", sagt Susanne Keller, Geschäftsführerin der Volksbühne.

Das Theaterstück beruht auf einer wahren Begebenheit. Es erzählt von dem sudetendeutschen Fabrikantensohn Oskar Schindler, der während des Zweiten Weltkrieges nach Krakau geht und eine beschlagnahmte jüdische Emaillierfabrik kauft. Dort arbeitet er mit seinem jüdischen Geschäftsführer Itzak Stern zusammen und versucht über sogenannte "Blauscheine", die die jüdischen Arbeiter in der Fabrik erhalten, sie so vor der Verhaftung durch die SS zu schützen. Mithilfe dieser Scheine versucht Itzak Stern soviele Juden wie möglich aus dem Getto vor dem Transport in die Konzentrationslager zu retten. Schindler verwendet sein gesamtes Geld, um so viele Juden wie möglich als Arbeitskräfte zu kaufen. Schindlers Liste umfasst die Namen von 800 Männern und 300 Frauen.

Wieso jetzt auf der Bühne?

Tourneeleiter und Ensemblemitglied Andreas Werth wird vor der Vorstellung das Stück erläutern und einige Fragen beantworten. Klären möchte er unter anderem Folgendes: Warum "Oskar Schindlers Liste" ausgerechnet jetzt im Theater gezeigt werden soll. Wer der Autor Florian Battermann ist. Er möchte über die Faszination von Theater im Allgemeinen reden, seine Ideen zum Stück darlegen und auch über den Film "Schindlers Liste" reden.

Geklärt werden soll auch, was Autobiografie und was Fiktion ist. Er wird versuchen, Oskar Schindlers Motivation zu erklären und abschließend über die Aufgabe des Theaters sprechen.

Susanne Keller sind die Erläuterungen Werths sehr wichtig, und auch das Stück könnte ihrer Meinung nach aktueller und wichtiger nicht sein. Sie habe kürzlich von einer Studie gelesen, in der es hieß, dass wenige Jugendliche etwas über den Holocaust wüssten. Und tatsächlich: Rund 40 Prozent der deutschen Jugendlichen zwischen 18 bis 34 Jahren gaben in einer Umfrage des amerikanischen TV-Senders CNN an, "wenig" oder "gar nichts" über den Holocaust zu wissen. 33 Prozent der Europäer schätzten ihr Wissen als "gering" ein. "Deshalb ist uns das Stück eine Herzensangelegenheit", sagte Keller. Sie würde sich wünschen, dass viele Schulen auf das Stück aufmerksam werden und den Weg zur Aufführung der Volksbühne finden.

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