Gegen Müll und Hundekot

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg-Ockstadt (har). Umweltschutz, Recycling und Müllvermeidung spielen in der Grundschule Ockstadt eine große Rolle. Immer wieder werden diese Themen in allen Klassen behandelt. Wie die Kinder dies verinnerlicht haben, zeigen zwei Aktionen der Schülerinnen und Schüler, über die die Kinder der Ersten Stadträtin Marion Götz am Mittwochvormittag auf dem Schulhof berichteten.

»Ich bin gekommen, weil ich von euren Aktionen gehört habe und weil ich es ganz toll finde, wie ihr euch für Müllvermeidung engagiert«, sagte Götz, die mit Schulleiterin Ellen Bernhardt zunächst in den Klassenraum der 3a ging. Die Drittklässler probten gerade Lieder, die sie nach den Sommerferien bei der Einschulung der Erstklässler vortragen werden.

Ärger über Haufen im Leihgraben

In die 3a gehen auch Henri Merbs und Lukas Klüh. Die beiden Freunde haben außerhalb der Schule eine Aktion gegen »Hundekot in Ockstadt« gestartet. »Wir haben uns geärgert, dass am Leihgraben immer so viele Hundehaufen sind«, erzählte Henri Merbs. So kamen die beiden auf die Idee, zunächst die Hinterlassenschaften der Vierbeiner zu fotografieren, daraus Plakate zu machen und diese entlang des Leihgrabens aufzuhängen. Die Hundebesitzer werden darauf dazu aufgefordert, den Hundekot zu entfernen.

Leider wurden einige Plakate schnell wieder abgerissen. »Wir haben auch eine Präsentation gemacht«, sagte Lukas Klüh. Unterstützt wurde das Duo von Klassenkamerad Federico Herrmann und den älteren Brüdern Moritz Merbs und Pascal Klüh.

Überfüllter Eimer - Schüler reagieren

Der Titel der Dokumentation lautet »Hundekot in Ockstadt - Ein ernst zu nehmendes Problem«. Nicht nur im Dorf selbst, sondern auch im Kirschenberg fanden Henri und Lukas jede Menge Hundekot. Die beiden überreichten die zehn Seiten an Marion Götz, die versprach, sich weiterhin um Müllbeseitigung und Müllverringerung zu kümmern. »Das ist ein ganz wichtiges Thema«, sagte sie. Schließlich fragte Henri Merbs, ob die Hundekotbeutel, die die Stadt in Ständern anbietet, aus recyceltem Material bestehen. »Da werde ich sofort nachfragen, und ihr bekommt eine Antwort«, versprach die Erste Stadträtin, die auf dem Schulhof den beiden Schülern als kleines Dankeschön ein Wetterau- und ein Friedbergspiel samt Friedbergtasche überreichte. Federico Hermann erhielt einen Elvis-Ampel-Beutel, ebenso wie wenig später die 30 Kinder der Klassen 2a und 2b.

Beide Klassen hatten vor drei Wochen eine Exkursion zu einem Imker unternommen. Mit diesem ging es bei hohen Temperaturen in den Kirschenberg, wo einige Bienenhäuser stehen. Am Feldkreuz wurde eine Rast eingelegt. Dabei stellten die Kinder fest, dass der Mülleimer überfüllt war und viel Müll herumlag. So wurde nicht nur der eigene Abfall mit zurück in die Schule genommen. Unterwegs sammelten die Kinder weiteren achtlos weggeworfenen Müll ein, um ihn dann in der entsprechenden Mülltonne der Schule zu entsorgen. »So viel Engagement muss belohnt werden«, sagte Götz zu den Kindern, die im Unterricht ein »Lapbook« zum Thema »So trenne ich Abfall richtig« erstellt hatten. Das große auseinanderzuklappende Exemplar steht in der Klasse. Jedes Kind erhielt ein kleines »Lapbook« für zu Hause. »Das ist eines von vielen Projekten unserer ›Natur-, Umwelt- und Garten-AG‹«, erläuterte Schulleiterin Ellen Bernhardt, die sich über das Angebot von Marion Götz freute, bei einer Projektwoche oder einem Projekttag das Thema Müllvermeidung seitens der Stadt zu unterstützen.

Wie sehr die Kinder das Thema verinnerlicht haben, zeigte sich bei der Übergabe der Beutel, als ein Junge sagte: »Die sind aus Leinen, das ist viel besser als Plastik.«

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