UWG gegen "massiven Eingriff"

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Der BUND hat ein klares Nein zum Bau des Rewe-Centers bei Wölfersheim bekundet und ein genauso klares Ja zum Bau von Windkraftanlagen im Wintersteingebiet geäußert. Die Friedberger UWG kritisiert diese "widersprüchlichen Äußerungen" des BUND-Vorsitzenden Dr. Werner Neumann in einer Pressemitteilung.

Neumann habe bei einer Mini-Demo unter Begleitung des Hessischen Fernsehens "Wir kämpfen für den Naturschutz" und "Viel zu wertvoll für Beton" gerufen. Es sei um das Rewe-Logistikcenter gegangen. Nur wenige Tage später habe Neumann in einer Pressemitteilung "nur noch wenig Empathie für Umwelt und Natur durchblicken" lassen, "wenn er im Namen seines Verbandes bis zu 20 Windkraftanlagen am Winterstein fordert. Für das höhere Ziel, die CO2-Einsparung, ist offenbar kein Opfer zu teuer", schreibt UWG-Stadtverordneter Bernd Messerschmidt.

"Windkraftanlagen sind massive Eingriffe in die Natur, in einen schützenswerten Lebensraum des Naherholungsgebiets der Rhein -Main-Region." "Riesige Betonsockel" im Waldboden und befestigte Zufahrtswege seien ein massiver Eingriff in die Grundwasserversorgung. Sie würden nach der Nutzungsdauer ebenso "als Hinterlassenschaft einer vermeintlich alternativen Energieerzeugung" übrig bleiben wie die "bis dato noch nicht recyclebaren Windrotoren".

Da Neumann "davon träumt, dass man 50 Prozent der Stromerzeugung für die Anliegergemeinden durch Windräder am Winterstein erzeugen könne, stellt sich für uns die Frage: Wie wird nach Abschaffung von Kohle und Atom die Stromerzeugung bei einer sogenannten ›Dunkelflaute‹ (besonders bei Hochdrucklagen im Winter ohne Sonne und Wind) sichergestellt, damit ausreichend Energie zur Verfügung steht? Wo sind die Speicher zur Überbrückung? Verlässt man sich weiter auf teuer eingekaufte Energie aus französischen AKWs und tschechischen Kohlekraftwerken?"

Schon heute sei Strom in Deutschland so teuer wie nirgendwo sonst in Europa, dank des EEG ("Erneuerbare Energie Gesetz"), das "durch Querfinanzierungen des Strom- bzw. Steuerzahlers immer weiter ansteigt". Ein letzter Einwand Messerschmidts: Die Abstandsregeln der Deutschen Flugsicherung zum Funkfeuer Metro seien immer noch gültig und erst vor kurzer Zeit gerichtlich bestätigt worden. "Aber für einen strammen Naturschützer offenbar gar nicht existent." Die UWG werde der Zerstörung der Natur am Winterstein "nicht tatenlos zusehen" und freue sich auf Mitstreiter, "die das genauso sehen wie viele WKA-Gegner in der näheren Umgebung". jw/pm

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