Gedenken an Opfer

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Friedberg(pm). Am morgigen Donnerstag wird Bürgermeister Dirk Antkowiak vor dem Rathaus die Flagge des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace hissen. Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerks für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Mit der Aktion setzen sich die Bürgermeister in diesem Jahr speziell für die Verlängerung des New-Start-Vertrags ein. Das von den USA und Russland unterzeichnete Abkommen trat 2011 in Kraft. Es ist die letzte noch gültige Vereinbarung zur Begrenzung von Atomwaffen. Der Vertrag läuft im Februar 2021 aus. Neben der Forderung nach einer Verlängerung des New-Start-Vertrags appellieren die Mayors for Peace am Flaggentag an die Atommächte, den Atomwaffenverbotsvertrag von 2017 zu unterzeichnen.

Antkowiak: "75 Jahre nach den Abwürfen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hat sich die Hoffnung der Überlebenden nach einer Welt ohne Kernwaffen immer noch nicht erfüllt. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, erinnern mit dem Hissen unserer Flagge an diesen Wunsch. Wir fordern die Atommächte eindringlich auf, ernsthafte Verhandlungen zur Abschaffung der Nuklearwaffen zu führen." Mittlerweile nehmen mehr als 300 Städte an der deutschlandweiten Aktion der Bürgermeister für den Frieden teil.

Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass die Atomwaffenstaaten noch immer 13 400 Kernwaffen besitzen. Zugleich werden die Arsenale modernisiert. Es besteht die Befürchtung, dass eine neue Aufrüstungsspirale drohen könnte.

Der Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender laden zusammen mit Pfarrerin Claudia Ginkel von der Evangelischen Kirche zu einer Gedenkveranstaltung am Donnerstag, 6. August, um 8 Uhr in die Burgkirche oder einfach nur zum stillen Gedenken an den ersten Atombombenabwurf in Hiroshima vor dem Gotteshaus ein. Neben kurzen Ansprachen werden die Glocken ab 8.15 Uhr eine Minute lang geläutet.

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 7900 Städte gehören dem Netzwerk an, darunter gut 680 Städte in Deutschland.

Auch die Friedberger CDU ruft zur Teilnahme an der Aktion am Donnerstag auf. "Niemand sollte jemals wieder so leiden, wie es die Menschen in Hiroshima getan haben", sagt Vorsitzender Bernd Wagner.

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