Gastronomie in der Burg: Warten auf Entscheidung

Friedberg (ütz). Der Bünausche Hof zählt zu den eindrucksvollsten Anwesen in der Burg. Er steht seit Jahren leer, aber wenn es nach dem Willen des Eigentümers, der Stadt, des Architekten und des Verkaufsberaters ginge, würden dort längst Bauarbeiten laufen.

Denn das Gebäude soll einmal ein kleines Hotel mit acht Zimmern, eine Gaststätte mit gehobener Gastronomie, eine Pächterwohnung und Räume für Feiern beherbergen. Nur: Der Fall liegt immer noch beim Kreisbauamt; eine Entscheidung steht noch aus.

Ein Knackpunkt ist die geplante Außenbewirtschaftung. Sie sollte eigentlich im Hof und in dem großen Garten vor dem Anwesen angesiedelt werden. Darüber hatten sich Nachbarn beschwert, da sie eine zu große Lärmbelästigung befürchten, zumal von einem "Biergarten" die Rede gewesen war.

Von dieser Idee ist man inzwischen abgekommen, wie Bürgermeister Michael Keller unlängst gegenüber der WZ und auch auf eine CDU-Anfrage in der letzten Stadtverordnetensitzung erklärte. Angestrebt werde nun, den zur Burggartenwiese hin gelegenen Terrassenbereich und auch die große Wiese selbst für die Außenbewirtschaftung zu nutzen. Damit, so Keller, würden die Interessen der Nachbarn berücksichtigt – "ein Kompromiss" –, und der Burggarten würde obendrein attraktiver. Er begrüße diese Idee, und auch das Hessische Immobilienmanagement als Eigentümer der Burg stehe diesem Ansinnen positiv gegenüber. Allerdings: Der Bauantrag liege weiter beim Kreis.

Wie die WZ aus anderer Quelle erfuhr, lag das Verfahren, nachdem der Bauantrag vor Monaten gestellt und vom Kreisbauamt abgelehnt worden war, bereits dem Anhörungsausschuss beim Rechtsamt des Wetteraukreises vor. Der habe sein Einverständnis für das Projekt gegeben und den Antrag mit der Bitte ans Kreisbauamt zurückverwiesen, die Baugenehmigung mit Auflagen zu erteilen. Das sei freilich bislang nicht geschehen. Und dies, obwohl vieles schon geklärt sei: Dazu gehörten unter anderem die Auflagen zum Feuer-, Lärm- und Denkmalschutz.

Erster Plan: Wohnung und Büros

Der Bünausche Hof gehört dem Friedberger Hans-Peter Hauck. Der hatte das Anwesen Ende der 90er Jahre gekauft. Er wollte selbst darin wohnen und Büros in dem Gebäude einrichten, wie er erzählt. Damals waren die Wohnungen noch vermietet, aber nach und nach wurden sie frei – durch Auszug oder dem Ableben der Bewohner –, und Hauck vermietete sie nicht mehr neu. Von der Wunsch, selbst einzuziehen, kam er ab, und so reifte die Idee, ein Hotel und eine Gaststätte dort einzurichten.

Mit der Planung beauftragt wurde der Friedberger Architekt Peter Müller. Gemäß dem Wunsch des Investors, einer Brauerei, plante er den "Biergarten" zunächst zur Burgkirche hin – was den Protest der Anwohner zur Folge hatte. Vorgesehen sind ansonsten, wie der Berater für den Verkauf, Werner Hollerer, berichtet, die Gaststätte im Erdgeschoss mit drei Räumen und rund 120 Plätzen, die Außenbewirtschaftung – nunmehr im Burggarten mit rund 60 Plätzen – und eine Frühstücksterrasse im Hof mit rund 20 Plätzen. Die Parkplätze könnten auf dem Gartengrundstück vor dem Anwesen entstehen.

Für Bürgermeister Keller wäre dieses Projekt ein "Riesengewinn" für die Burg, eine echte Aufwertung, und genauso denken Hauck, Müller und Hollerer. Wann freilich und in welcher Form etwas daraus wird, ist derzeit weiter fraglich.

Denn, so Kreispressesprecher Michael Elsaß, das Kreisbauamt stehe dem Bauantrag weiter ablehnend gegenüber, und dies nicht nur wegen der Außenbewirtschaftung. Es sei der Ansicht, dass die Tendenz in der Burg zum reinen Wohngebiet gehe. Es gebe zwar die Schule, ein Museum und das Finanzamt, ein Gewerbe aber nicht. Der Antrag liege daher nun bei der Widerspruchsstelle, die ebenfalls beim Rechtsamt angesiedelt ist.

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