Von Abstand bis Zeitfenster - auch im Rodheimer Freibad haben in diesem Sommer zahlreiche Regeln gegolten, um die Besucher möglichst vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.
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Von Abstand bis Zeitfenster - auch im Rodheimer Freibad haben in diesem Sommer zahlreiche Regeln gegolten, um die Besucher möglichst vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.

Freibad in Corona-Zeiten

Der ganz andere Freibad-Sommer: Eine Bilanz in der Wetterau

  • vonCorinna Weigelt
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In den Wetterauer Freibädern dominierte im Corona-Sommer 2020 ein ganzer Katalog an Regeln. Der schmale Grat zwischen Sicherheit und Spaß stellte die Freibad-Teams vor Herausforderungen.

Eigentlich startet die Freibad-Saison im Usa-Wellenbad Bad Nauheim/Friedberg immer Mitte Mai. »In diesem Jahr ging es erst gut zwei Monate später los«, sagt Betriebsleiter Sascha Rieck. »Es war auch lange unklar, ob überhaupt eine Saison stattfinden wird.« Geöffnet wurde schließlich am 13. Juli - unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen. Am Montag endete nun die Freibadsaison.

Rieck erinnert sich gut an den Tag, als die Landesregierung den Schwimmbädern grünes Licht zur Öffnung erteilt hat. »Der Zweckverband und die Gremien mussten zügig Beschlüsse fassen.« Auch das Schwimmbad-Team stand vor Herausforderungen. Ein Hygienekonzept musste erarbeitet und umgesetzt werden.

Das Vorverkaufsticket wurde eingeführt. Auch für das Hallenbad müssen nun Tickets vorab gekauft werden - beim Stadtmarketing Bad Nauheim, im Ticket-Shop Friedberg oder per Smartphone. Besucher können aus zwei Zeitfenstern ihre Badezeit wählen. »Das mittlere Zeitfenster war an den Hitzetagen beliebt«, erläutert Rieck zur Freibadsaison, die drei Zeitfenster geboten hat. Spontane Anfragen vor Ort habe es aber auch gegeben. »Probleme sind da keine entstanden, das Personal hat den Gästen gut erklären können, wenn keine Kapazitäten mehr möglich waren.«

Weniger Spaß - kaum Jugendliche

Was das Publikum angeht, so hat Rieck überwiegend Familien mit Kindern gesichtet. »Aber auch sportlich aktive Erwachsene und auch Pärchen haben das Angebot genutzt.« Eine frühere Zielgruppe hielt sich diesmal zurück: die Jugendlichen. Frühzeitiges Festlegen auf einen Schwimmbadbesuch oder auch die coronabedingten Betriebsregeln könnten sie vom Besuch abgehalten haben. Ein geringerer Spaßfaktor bedeute für junge Menschen eine Einschränkung, sagt Rieck. »Viele Badegäste haben uns aber die Treue gehalten und die Abläufe gelobt.«

Am Montag schloss das Freibad, seit Dienstag ist das Hallenbad geöffnet. Dass die Freibadzahlen 2020 nicht denen von 2019 entsprechen, habe man erwartet, sagt der Betriebsleiter. Bereits im März musste das Hallenbad schließen. »Vier Monate hatten wir daher keine Einnahmen, es gab auch keinen Vereinssport oder Schwimmkurs«, sagt Rieck. Der August 2020 konnte mit seinen Besucherzahlen nicht an den des Jahres 2019 anknüpfen. Der September erhielt dank bestem Badewetter Schwung. Rieck: »Mit über 4400 Badegästen ein Freibadrekord für einen September.« Sonst hatte das Schwimmbad um die Zeit immer schon geschlossen.

In Ockstadt 9200 Besucher

Zufrieden blickt man im Ockstädter Freibad auf die beendete Saison 2020. »Es ist ganz gut gelaufen«, teilt Stephan Ewald, Vorsitzender des Fördervereins Quellwasserschwimmbad, mit. 9200 Besucher seien es innerhalb von zwei Monaten gewesen. Normal wären zwischen 16 000 und 17 000 Besucher in drei Monaten.

»Es war auch lange unklar, ob überhaupt eine Saison stattfinden wird«, sagt Sascha Rieck, Betriebsleiter des Usa-Wellenbades Bad Nauheim/Friedberg.

Die wärmsten Tage, der 8. und der 9. August, bescherten dem Ockstädter Freibad mit 560 Besuchern jeweils die besten Tageseinnahmen. Eine maximale Anzahl an Gästen auf dem Gelände und im Wasser wurde festgelegt. Hygienekontrollen und Kassenbesetzungen führten zu erhöhtem Personalaufwand. Großes Lob spricht Ewald daher dem Personal aus, das für Sicherheit gesorgt habe. »Wir sind froh, dass wir aufgemacht haben.«

Zwei Zeitfenster im Rodheimer Bad

Bereits bevor die Verordnung durch das Land veröffentlicht wurde, hatte sich auch die Stadt Rosbach auf ein Öffnungsszenario unter Pandemiebedingungen für das Freibad Rodheim vorbereitet. Das Freibad wurde zum Beginn der Sommerferien am 3. Juli geöffnet. »Nachdem dann die Verordnung in Kraft trat, wurde das Hygienekonzept fertiggestellt, die Badeordnung angepasst, 1,50-Meter-Abstandsmarkierungen im Eingangsbereich und bei den Duschen angebracht«, sagt Denis Grosch (Fachbereich Stadtplanung, Immobilienwirtschaft, öffentliche Einrichtungen).

Der Ticketverkauf wurde über ein Online-System abgewickelt, um Schlangen und Geldbewegungen zu minimieren sowie die Personenbegrenzung zu regeln und die Daten der Besucher zwecks einer möglichen Nachverfolgung zu speichern. Für zwei Zeitfenster pro Tag - 9 bis 14 Uhr und 15 bis 20 Uhr - konnte man Tickets kaufen. Dazwischen und nach Schließung wurde gereinigt und desinfiziert. Am Eingang und am Kiosk herrschte Maskenpflicht.

Grosch zieht ein positives Fazit. »Wir müssen unsere Badegäste loben. Auch der Online-Ticketverkauf wurde akzeptiert und kam besonders bei jüngeren Besuchern sehr gut an.«

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