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Einsam thront der Funkturm überm Wintersteinkamm. Noch. Drei Windräder sollen hier aufgestellt werden. Windkraftbefürworter fordern mehr, wollen einen Windpark entstehen sehen. Das lehnen mehrere Parteien ab.

Für oder gegen Windräder?

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Wetteraukreis (jw/pm). Das Bündnis »Windpark Winterstein« führte im Dezember 2020 bei allen Parteien in den Anrainerkommunen Friedberg, Rosbach, Wehrheim und Ober-Mörlen eine Umfrage durch. Mit 22 Fragen sollte ein Überblick über die Haltungen der Parteien zur Windenergie und ihre Einschätzungen zum Winterstein gewonnen werden. In drei Pressemitteilungen wertet das Bündnis nun die Reaktionen aus.

Der erste Teil beschäftigt sich mit den Antworten von CDU, UWG und FWG.

Dem Bündnis »Windpark Winterstein« gehören 27 Organisationen an. Ihrer Ansicht nach spielt die Windenergienutzung im Bebauungsplan-Entwurf eine zu geringe Rolle, werde »eher behindert als gefördert«. Mit Blick auf den Klimawandel fordert das Bündnis statt nur drei vorgesehener Windräder einen Windpark auf dem Winterstein.

Von der CDU kamen keine Antworten. Die Wehrheimer CDU-Fraktionsvorsitzende Susanne Odenweller rechtfertigte dies mit einem angeblich »tendenziösen Fragebogen«. Odenweller verwies auf den B-Plan des »Natur- und Erholungsgebietes Winterstein«, der in der Gemeindevertretung mit 24 Ja- und 3 Nein-Stimmen beschlossen wurde.

Die Antwort auf die Frage, ob die CDU der Meinung sei, dass zur Umsetzung der Ziele des Landes Hessen und für Klimaschutz und Naturschutz die Windenergie ausreichend ausgebaut werden müsse, blieb bei der CDU in allen Kommunen offen. Das Bündnis gewinnt den Eindruck, »dass die CDU sich beim Thema Klimaschutz wegduckt«. Stattdessen spreche die CDU Friedberg im Internet von der »Unversehrtheit des Landschaftsbildes und des Waldes im Bereich Winterstein«. Bündnissprecher Hans-Dieter Wagner: »Dass der Wald durch den vom Kohlestrom mitverursachten Klimawandel leidet, fällt der CDU nicht auf.« Es sei widersprüchlich, dass die CDU auf Kreisebene für die Windenergie eintrete, diese aber in den Kommunen verhindert werde.

UWG lehnt Windpark ab

Auch von der UWG Friedberg gab es keine Antworten auf den Fragenkatalog. Nicht erstaunlich, hatte die UWG sich doch mehrfach gegen eine Windenergienutzung auf dem Winterstein ausgesprochen. Wagner: »Angefragt war jedoch eine Begründung dieser Haltung, und diese blieb aus.« So bleibe auch offen, wie sich die UWG eine künftige umweltschonende Stromversorgung vorstelle.

Die Antworten der FWG Rosbach wirkten »widersprüchlich und nicht gerade konsistent«, heißt es weiter. Das Bündnis begrüße, dass der Fraktionsvorsitzende Christian Lamping die Vorteile der Windenergie (kostengünstiger Strom, Klimaschutz, Bürgerenergie) und die Ausbauziele des Landes unterstützt. Die FWG Rosbach sei bereit, sich für den Ausbau der Windenergie auf dem Winterstein einzusetzen, »allerdings fehle die gemeinsame Grundlage der Planung«. Das Fazit des Bündnisses »Windpark Winterstein«: »Angesichts der sich beschleunigenden Klimakrise reicht das Engagement von CDU, UWG und FWG für die Windenergiegewinnung bei Weitem nicht aus.«

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