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Shanaka Perera am Flügel und Saxofonist Ron Faust spielen so flotte Musik, dass sogar getanzt wird.

Für einen neuen Altar in der Burgkirche

  • VonHaimo Emminger
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Friedberg (emh). Wer immer eine in die Jahre gekommene Kirche zu betreuen hat, sieht sich erheblichen Herausforderungen für Pflege, Erhaltung und Erneuerung ausgesetzt. So ergeht es auch der evangelischen Kirchengemeinde mit der Burgkirche. Das 1808 fertiggestellte Gotteshaus gilt als Besonderheit, ist es doch eine der wenigen frühklassizistischen Kirchen Deutschlands.

Um einen Beitrag für notwendige Reparaturen zu generieren, gründete die Kirchengemeinde im Jahre 2007 den Förderkreis Burgkirche. So wurden im Laufe der Jahre das Dach repariert, die tempelartige Fassade und die Stuckdecken restauriert.

Der sehr aktive Förderkreis richtet unter anderem Veranstaltungen aus, um Mittel für die fortgesetzte Renovierung des Gotteshauses zu erwirtschaften. »Dazu gehört auch die Benefizveranstaltung »Jazz und Wein«, zu der wir traditionell am letzten Freitagabend im August einladen«, sagte Pfarrerin Claudia Ginkel in ihrer Begrüßungsansprache. »Mit der jetzt zehnten Veranstaltung dieser Reihe können wir heute ein kleines Jubiläum feiern, leider wetterbedingt in der Kirche und nicht draußen«.

Das Ergebnis der Benefizveranstaltung werde einem neuen Altar zugutekommen, der bei Matthias Eder in Württemberg bestellt worden ist. Das Modell dafür sollte an dem Abend vorgestellt werden, allerdings habe der bekannte Bildhauer es leider nicht rechtzeitig bringen können.

Unter dem Beifall der zahlreichen Gäste begrüßte Ginkel als musikalische Begleiter des Abends das Jazz-Duo »The Smart Group Project«, »das schon zum vierten Mal dabei ist«. Dem Förderkreis und seinen ehrenamtlich Aktiven dankte sie für die Vorbereitung und Durchführung des Festes, bei dem die Gäste neben Musik und Burgkirchen-Weinen als Basis für gutes »Chillen« weitere Getränke, Tapas und Brezeln genießen konnten. Dazu waren von den Ehrenamtlichen im vorderen Teil des Kirchenraums Tische und Bänke aufgestellt worden. An der Theke wirkten Eva Habermehl und Harald Bechstein als fachkundige Sommeliers, weitere Mitglieder des Förderkreises hatten beim Vorbereiten des Speisen-Angebots geholfen.

Saxofonist Ronald Faust und Shanaka Perera am Flügel brachten mit ihren Instrumenten und elektronisch eingespieltem Rhythmus sofort gute Laune in die Burgkirche. Das Bad Nauheimer Duo spielte fetzigen Soul-Jazz der 60er Jahre bis zu den Dancefloor-Grooves von heute. Mitreißende Nummern wie Mercy, Mercy, Mercy (C. Adderly), Take Five (Dave Bruebeck), Moaning (C. Mingus) oder Put it where you want it (Crusaders) sorgten schließlich für zahlreiche Tänzer vor dem Altar. Als der letzte Soulhit »Pick up the Pieces« (Average White Band) verklungen war, blieben manche noch zu angeregten Gesprächen beisammen. Eintritt war zu der gelungenen Veranstaltung nicht erhoben worden; Die Spendenboxen zeigten sich am Ende aber gut gefüllt.

Gut gelaunt: Pfarrerin Claudia Ginkel (l.) und Helga Wiesner.

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