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Die neun Kandidaten der Liste T.I.D. aus Friedberg.

»Für ein weltoffenes Friedberg«

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg (jw/pm). Am kommenden Sonntag werden in Hessen nicht nur Ortsbeiräte, Gemeindeparlamente und der Kreistag gewählt, auch die Ausländerbeiräte stellen sich zur Wahl. »Eine der Hauptaufgaben des Ausländerbeirats Friedbergs ist die Förderung des gemeinsamen und friedlichen Zusammenlebens. Dafür geben wir unser Bestes«, sagt Recep Kaplan, der amtierende Vorsitzende des Ausländerbeirats Friedberg.

Er tritt zusammen mit acht weiteren Personen auf der Liste T.I.D. an.

Bei der Ausländerbeiratswahl dürfen alle wahlberechtigten Ausländer ihre Vertreterinnen und Vertreter vor Ort wählen. Wie schon 2010, so gibt es auch dieses Mal in Friedberg zwei Listen, die sich für das Wohl der Menschen mit ausländischen Wurzeln in Friedberg einsetzen wollen.

Die T.I.D. als Liste 1 steht laut Kaplan »für Gemeinsamkeit, Chancengleichheit und gegen Diskriminierung«. Die Liste mit neun Kandidaten sei in sich sehr vielfältig: in Alter, Beruf und Nationalität. Es treten neue Kandidaten an und solche mit Erfahrung im Ausländerbeirat, Menschen zwischen 24 und 50 Jahren, Frauen und Männer, darunter ein Sachbearbeiter, eine Rechtsanwaltsfachangestellte, ein Kfz-Sachverständiger, Ingenieure, ein Programmierer.

Die Kandidaten kommen aus verschiedenen Herkunftsländern: aus Griechenland, der Türkei, Syrien und Nepal. Herkunft, Religion, Alter und Geschlecht spielten keine Rolle. »Ziel ist es vor allem, Friedberg zu vereinen und Gegensätzlichkeiten miteinander zu lösen. Respekt, Toleranz und Demokratie dürfen in unserem Friedberg keine leeren Floskeln bleiben. Ich möchte dazu beitragen, diese Ziele in die Tat umzusetzen, deshalb kandidiere ich wieder«, sagt Erol Demirok.

T.I.D. setzt auf die Willkommenskultur

Shiva Adhikari fügt hinzu: »Ich war jetzt eine Amtsperiode lang ehrenamtlich im Ausländerbeirat dabei, wir haben viele Veranstaltungen organisiert wie zum Beispiel »Bildung mal anders« und haben das Projekt des Evangelischen Familienzentrums »Alle können lernen« finanziell unterstützt. Dabei habe ich viel gelernt und möchte mein Wissen gern weiter in Friedberg einbringen.«

Ein wichtiges Ziel der T.I.D. sei es, ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger zu »empowern«, ihnen also Teilhabe zu ermöglichen, damit sie die Demokratie unterstützen und Rassismus beenden.

Für die Liste 1 ist die Durchsetzung der Willkommenskultur maßgebend, daher habe man sich in der letzten Wahlperiode an der Demonstration gegen Willkür in der Ausländerbehörde beteiligt und sich für die Verringerung der Einkommen bei der Ausstellung von Verpflichtungserklärungen eingesetzt. Diese Unterstützung will die T.I.D. in der kommenden Wahlperiode fortsetzen.

T.I.D. ist die Abkürzung eines längeren türkischen Wortgebildes, das auf die historischen Wurzeln der Liste 1 vor 30 Jahren zurückgeht. Sie war die erste Liste, die sich für den Ausländerbeirat in Friedberg aufstellen ließ. Damals, 1991, gab es vor allem türkische Ausländer in Friedberg, was sich im Namen widerspiegelt.

Inzwischen bildet die T.I.D. auch weitere Nationen, die in Friedberg leben, ab. Die Kandidatinnen und Kandidaten hoffen, dass möglichst alle wahlberechtigten Ausländer wählen gehen und ihre Stimme für ein diskriminierungsfreies Friedberg abgeben. »Unabhängig von Herkunft und Glauben, gemeinsam gegen Ungerechtigkeit und Extremismus jeglicher Art: Ziel ist es, unser Friedberg zu vereinen«, sagt Kandidatin Yasemin Genis.

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