aGL_ProfJust_120521_4c_1
+
Bettina Just

Für Computer der Zukunft

  • vonRedaktion
    schließen

Friedberg/Gießen (pm). »Quantencomputing kompakt« lautet der Titel eines aktuellen Buchs, das Prof. Bettina Just veröffentlicht hat. Die Mathematikerin und Informatikerin, die an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) lehrt und forscht, behandelt darin ein Teilgebiet der Informationstechnik mit großem Entwicklungspotenzial. »Ich habe das Buch geschrieben, welches ich selbst gerne gelesen hätte, als ich begonnen habe, mich mit dem Thema Quanten zu befassen.

Denn von dieser seltsamen und faszinierenden Welt habe ich zunächst gar nichts verstanden, obwohl ich die Mathematik beherrschte«, erläutert die Autorin.

Dass sie sich der Materie mit dem Anspruch widmet, sie für eine Leserschaft mit bloß elementaren Kenntnissen der Mathematik verständlich zu machen, hat ihrer Publikation viel Aufmerksamkeit eingebracht.

Bei Quanten handelt es sich um Teilchen, die kleiner als Atome sind. Ihre physikalischen Eigenschaften werden genutzt, um Quantencomputer zu bauen. Darunter versteht man Superrechner der Zukunft, deren erste Versionen aber schon entwickelt sind.

In ihrem Buch befasst sich Bettina Just zunächst mit physikalischen Aspekten, vor allem mit dem Phänomen der »Quantenverschränkung«. Es wird in der Quantenwelt immer wieder beobachtet: Wenn man ein Quantenteilchen verändert, verwandelt sich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit auch ein mit ihm verschränktes Teilchen. Weil das seiner Relativitätstheorie zu widersprechen scheint, wählte Albert Einstein dafür die Bezeichnung »spukhafte Fernwirkung«. Die Autorin stellt die Experimente dar, die zur Untersuchung dieses Phänomens gemacht worden sind, und erläutert, wie und warum sie die spukhafte Fernwirkung bestätigen.

Im zweiten Teil wendet sich die Autorin aus der Sicht der Informatikerin den Quantenalgorithmen zu, besonders dem Algorithmus zur Teleportation. Quantencomputer ermöglichen Teleportation, weil sie über den Mechanismus der Quantenverschränkung verfügen. Zur Erklärung der Funktionsweise bedient sich die Verfasserin einer grafischen Methode, die an der THM entwickelt worden ist. So braucht man keine Formeln zu verstehen. Als Demonstration genügen kleine hin- und herwandernde Quadrate, die an den acht Ecken eines Würfels befestigt sind. Mit diesem visuellen Modell veranschaulicht Just, dass Quanten-Algorithmen, um ihren Zweck zu erfüllen, deutlich weniger Operationen ausführen müssen als herkömmliche Algorithmen. Diese Leistungsfähigkeit macht sie so interessant für IT-Anwendungen, bei denen es darauf ankommt, komplexe Sachverhalte und große Datenmengen zu bearbeiten.

»Quantencomputing kompakt« ist mit dem Untertitel »Spukhafte Fernwirkung und Teleportation endlich verständlich« als Softcover-Ausgabe und eBook bei Springer Vieweg erschienen. Es hat 112 Seiten und enthält viele Abbildungen. FOTO: PM

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare