Die Dorheimer Kita "Rappelkiste" ist noch mindestens bis zum 16. März dicht. Vor der Schließung haben 28 Kinder die Einrichtung besucht.
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Die Dorheimer Kita »Rappelkiste« ist noch mindestens bis zum 16. März dicht. Vor der Schließung haben 28 Kinder die Einrichtung besucht.

Britische Mutation

Friedberg: Corona-Mutation in Kita – Eltern kritisieren mangelnden Schutz

  • Christoph Agel
    vonChristoph Agel
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Die Kita „Rappelkiste“ in Friedberg-Dorheim ist wegen Corona-Infektionen geschlossen. In mindestens einem der drei Fälle handelt es sich um eine Mutation. Die Eltern sind besorgt.

Friedberg – »Die besorgten Eltern aus Dorheim und Bauernheim« - mit diesen Worten ist die Mail an die WZ -Redaktion unterschrieben. Namen sollen offensichtlich nicht genannt werden. Dafür aber das Problem: Die Kita »Rappelkiste« in Dorheim sei wegen Corona-Infektionen geschlossen. »Nach unseren Informationen wurde bei den betroffenen Fällen die hoch ansteckende britische Mutante nachgewiesen - deshalb wäre eine Information an Eltern und die Öffentlichkeit sinnvoll, da derzeit ein eher nachlassender Umgang mit den Hygieneregeln auf Spielplätzen oder bei Treffen festzustellen ist. Eine Warnung vor der Mutante könnte hier helfen, dass alle Beteiligten ihr Handeln besser reflektieren«, heißt es in der Mail.

Corona in Friedberger Kita: Zwei Mitarbeiterinnen und ein Kind nachweislich infiziert

Marion Götz, die Friedberger Erste Stadträtin, bestätigt sowohl die Kita-Schließung, als auch, dass es sich um die britische Virus-Mutante handelt. Zwei Mitarbeiterinnen und ein Kind seien infiziert, eine weitere Mitarbeiterin sei am Dienstag beim Coronatest gewesen, »da sie seit Samstag Symptome hat. Getestet wird nur, wenn jemand Symptome hat«. Die Kita werde bis zum 15. März in Quarantäne sein. Da es sich um die britische Mutation handele, müssen laut Götz alle Kinder und das pädagogische Personal an diesem Tag nochmals per PCR-Test getestet werden. Bei zwei Erzieherinnen gehe die Quarantäne über den 15. März hinaus, so dass die Betreuung der Kinder mit dem verbleibenden Personal nicht gewährleistet werden könne. Der früheste Termin zur Öffnung werde der 17. März sein, »vorausgesetzt, dass bis dahin keine weiteren positiven Testergebnisse vorliegen«, teilt Götz mit.

Kritik von Eltern nach Corona-Ausbruch in Kita in Friedberg-Dorheim:

Auch der Wetteraukreis bestätigt die Corona-Fälle: »Am 2. März der Indexfall per Schnelltest, am 3.3. bestätigt per PCR, am 4.3. zwei weitere bestätigte Fälle«, heißt es knapp. »Bei einem Fall wurde nach Sequenzierung die britische Mutante festgestellt, es ist zu erwarten, dass es sich bei den beiden anderen Fällen genauso verhält.«

»Die besorgten Eltern aus Dorheim und Bauernheim« sehen den Schutz anderer Kinder und Erwachsener als nicht ausreichend an: »Die Kinder aus der ›Rappelkiste‹ wurden alle in Quarantäne geschickt. Abweichend vom Vorgehen anderer Gesundheitsämter gelten die Geschwisterkinder dieser Kinder nur als Kontaktpersonen zweiten Grades und gehen weiter in die Schule. Dies kann zu weiteren Infektionsketten führen und ist unverantwortlich - insbesondere da immer mehr Studien mittlerweile auch die Risiken für Kinder durch eine Infektion zeigen.« Schnelltests bei den Kindern in der »aktuell uneingeschränkt geöffneten« zweiten Kita in Dorheim gebe es nicht, »obwohl sich die Kinder beider Kitas nachmittags oft auf Spielplätzen durchmischen und hier neue Infektionsketten entstehen können«.

Corona in Friedberg: Verweis auf Verantwortung der Erziehungsberechtigten

Der Kreis äußert sich zu Geschwisterkindern und anderen Kontaktpersonen folgendermaßen: »In den Vorgaben des RKI zum Kontaktverfolgungsmanagement ist hier (Kontakt zu Kontakt) keine Quarantäne vorgesehen, mit Ausnahme der Familien der positiv getesteten Kinder.« Und Marion Götz erläutert, dass eine »Vermischung« der Kinder der beiden Kitas im laufenden Betrieb nicht stattfinde, weder am Vor- noch am Nachmittag. »Jedoch ist auch uns berichtet worden, dass sich die Kinder nachmittags auf dem Spielplatz treffen. (Dies gilt nebenbei in gleicher Weise für Kinder anderer Kitas, Schulkinder u. a.). Das Verhalten und die Gestaltung der Freizeit außerhalb des Kita-Betriebs liegt indessen in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten.«

Den weiteren Kritikpunkt der »besorgten Eltern«, nur über den ersten Fall offiziell informiert worden zu sein, weist Götz zurück: So sei am 2. März seitens der Kita eine Mail versendet worden. Die Eltern seien gebeten worden, ihre Kinder am Mittwoch, 3. März, zu Hause zu lassen. »In dieser Mail wurde bei den Eltern auch abgefragt, ob sie die Betreuung ihrer Kinder für Mittwoch leisten könnten oder ob ein Betreuungsbedarf besteht.« Am Mittwoch sei den Eltern mitgeteilt worden, dass das Gesundheitsamt eine Quarantäne bis zum 15. März aussprechen werde. Das Amt habe sich mit allen Eltern in Verbindung gesetzt. Letzteres wird vom Kreis bestätigt - und: »Die Kita-Leitung hat zudem ebenfalls alle Eltern informiert, da gibt es entsprechende Gruppen in den sozialen Medien.«

Auch in Bad Vilbel hat der Corona-Ausbruch in einer Kita für einen Aufschrei in der Elternschaft gesorgt. Der Wetteraukreis versucht, sein Vorgehen zu verteidigen.

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