Das waren noch Zeiten: 2019 fuhren die Senioren aus Friedberg, hier die Wandergruppe, mit zehn Bussen an den Rhein. Es war eine Rekord-Beteiligung. Diesmal fällt der Seniorenausflug aus.
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Das waren noch Zeiten: 2019 fuhren die Senioren aus Friedberg, hier die Wandergruppe, mit zehn Bussen an den Rhein. Es war eine Rekord-Beteiligung. Diesmal fällt der Seniorenausflug aus.

Herbstmarkt auf der Kippe

Friedberger Seniorenausflug fällt ins Wasser, viele andere Veranstaltungen auch

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Der Friedberger Herbstmarkt steht auf der Kippe, der Seniorenausflug fällt ebenso aus, wie zahlreiche andere Veranstaltungen in der Stadt. Hier gibt es Details.

Der Seniorenausflug der Stadt Friedberg fällt in diesem Jahr aus. Das sagte Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss. Der Ausflug ist bei älteren Friedberger beliebt. Regelmäßig fahren zwischen 600 und 800 Senioren ab dem 65. Lebensjahr auf dem Passagierschiff mit, das über den Rhein oder den Main ein Ausflugsziel ansteuert.

Nicht nur viele Kommunalpolitiker fragten sich in den letzten Wochen, ob der für den 5. Juni geplante Ausflug angesichts der Corona-Epidemie denn überhaupt stattfinden kann. Bei älteren Menschen war dies ein Dauerthema. Götz sagte, der Magistrat habe die Absage bereits vor Wochen beschlossen. Auf der Internetseite der Stadt werde darüber informiert.

Das ist korrekt. »Über einen eventuellen Nachholtermin wird die Stadtverwaltung ... zu gegebener Zeit informieren«, liest man dort. Einige Parlamentarier bezweifelten nach der Sitzung freilich, ob ein dreizeiliger Eintrag auf der städtischen Internetseite, versteckt unter dem Menüpunkt »Leben, Bauen, Wohnen«, der richtige Weg ist, um die Senioren der Stadt über die Absage zu informieren. Eine Meldung in der Presse war niemandem aufgefallen. Es wurde gemutmaßt, die Meldung sei vielleicht in der Pressestelle des Rathauses verloren gegangen. (Hinweis: Es gibt keine Pressestelle im Rathaus.)

Herbstmarkt in Friedberg: Warten aufs Land

In diesem Jahr gibt es aller Voraussicht nach keinen Herbstmarkt. Abgesagt hat die Stadt die traditionsreiche fünftägige Großveranstaltung auf der Seewiese noch nicht. Wie die WZ erfuhr, bestehen Verträge mit den Schaustellern. Würde die Stadt den Herbstmarkt absagen, kämen Ausfallkosten auf sie zu. Untersagt die Landesregierung hingegen alle Großveranstaltungen im Herbst, entfällt dies. Darauf wartet der Magistrat.

Eine dritte Frage, die sich viele junge Familien stellen: Was wird aus der Kita Wintersteinstraße? Erste Stadträtin Götz kündigte an, die Stadtverwaltung werde in Kürze eine Vorlage in die politischen Gremien geben, in der die (vor allem finanziellen) Vor- und Nachteile einer Sanierung des maroden Bestandsgebäudes im Vergleich zu einem Neubau am Ende der Taunusstraße dargestellt werden. Dann liegt die Entscheidung bei der Stadtverordnetenversammlung.

Veranstaltungen in der Wetterau: Kein Open-Air-Kino, keine Feierabendtreffs

Die Friedberger Stadtverwaltung hat sich am Freitag zu einer ganzen Reihe von Festen, Fahrten und anderen Veranstaltungen, die allesamt ausfallen, geäußert. Das Coronavirus macht der Stadt in vielfacher Hinsicht einen Strich durch die Rechnung.

Aufgrund der aktuellen Verordnungen würden sämtliche Veranstaltungen der Stadt Friedberg als Alleinveranstalter, in Kooperation oder als Vertragspartner, bei denen mehr als 100 Personen erwartet würden oder kein Mindestabstand von anderthalb Metern eingehalten werden könne, bis zum 31. August abgesagt, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Die Verwaltung habe alle Veranstaltungen bis Ende August und darüber hinaus gesichtet. Nach der Prüfung betrifft die Absage insbesondere: Treffen der Partnerstädte, das Weinfest im Rathauspark, die Jobaktiv-Messe, das Open-Air-Kino, den Seniorenausflug, sämtliche Jugend- und Freizeitfahrten inklusive Kinderplanet in den Sommerferien, sämtliche aktiven Ferienangebote für Kinder- und Jugendliche (Onlineangebote sind möglich), das Projekt »Friedberger Dachterrassen« in der Veranstaltungsart vom Vorjahr (Alternative in Planung), Feierabendtreffs, das Elvis-Festival in bisheriger Form, »Friedberg spielt!« und Lesungen im Bibliothekszentrum Klosterbau.

Veranstaltungen in Friedberg und Bad Nauheim: Empfehlung an Vereine

Weiter heißt es in der Mitteilung: »Den Friedberger Vereinen wird empfohlen, für ihre Veranstaltungen in der gleichen Art und Weise zum Schutz der Friedberger Bevölkerung zu handeln. Falls es neue Verordnungen mit weiteren Lockerungen geben sollte, so erfolgt eine erneute Prüfung des Einzelfalles. Der Magistrat der Stadt Friedberg ist der Empfehlung der Verwaltung gefolgt und hat diese beschlossen.«

Der diesjährige Herbstmarkt sei für die Zeit vom 18. bis 22. September geplant, schreibt die Stadt. Aufgrund der Enge im Festzelt, der hohen Besucherzahl - besonders von Risikogruppen, beispielsweise am Seniorennachmittag - sowie der Absage des Oktoberfestes werde besonders diese Veranstaltung momentan rechtlich geprüft.

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