In der Turnhalle sortieren (v. l.) Lea Margraf, Farnaz Khoshhani und Aldona Labordus Handtücher und "Care Kits".
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In der Turnhalle sortieren (v. l.) Lea Margraf, Farnaz Khoshhani und Aldona Labordus Handtücher und »Care Kits«.

Hilfe für Geflüchtete auf Lesbos

Friedberg: Schulprojekt „#StayWithMoria“ ist ein voller Erfolg

  • vonHarald Schuchardt
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Was für ein Signal: Schüler des Burggymnasiums in Friedberg haben sich auch am Wochenende wieder für ihr Hilfsprojekt »#StayWithMoria« ins Zeug gelegt - und ganz viel Unterstützung erfahren.

  • Schüler des Burggymnasiums in Friedberg haben das Projekt „#StayWithMoria“ ins Leben gerufen.
  • Über 2000 „Care kits“ mit Hygieneartikeln und Handtüchern wurden bereits gepackt.
  • Auch viele andere Wetterauer Schulen und Privatpersonen unterstützen das Friedberger Schulprojekt.

Friedberg - Einen Lkw mit Hilfsgütern in die Flüchtlingslager auf Lesbos zu senden - das war Ziel des Schulprojekts »#StayWithMoria« des Burggymnasiums. Dass daraus sogar zwei Hilfstransporte wurden, damit hatten die Initiatoren nicht gerechnet. Ein Container stand am Wochenende auf dem Platz vor dem südlichen Burgtor. Am Samstag wurden darin unzählige Pakete verladen. Heute soll der Container geholt werden und in Richtung Lesbos starten, um die Menschen in den Flüchtlingslagern zu versorgen. Auch Weihnachtsgeschenke für Kinder werden transportiert.

Friedberg: Ziel der Schüler ist bereits übertroffen

Warum der Container vor und nicht in der Burg stand, erklärte Projektleiter Mathias Schäfer, Lehrer für Politik, Wirtschaft und katholische Religion am Burggymnasium: »Der Lkw mit dem Container passte nicht durchs Burgtor.« Kurzerhand wurde das Ordnungsamt gefragt, ob der Container vor der Burg abgestellt werden könne. »Amtsleiter Jürgen Schlerf hat sofort ja gesagt«, freute sich Schäfer, in dessen Leistungskurs »Politik/Wirtschaft« der Jahrgangsstufe 13 die Idee zu dem Hilfsprojekt entstanden war (die WZ berichtete).

Ein voller Lastwagen war das Ziel der Gruppe, die um viel Unterstützung auch bei Firmen oder anderen Schulen warb. Parallel zur Packaktion am Samstag sammelten bereits zum dritten Mal Schüler vor vier Einkaufsmärkten in Friedberg, Bad Nauheim und anderen Kommunen Spenden.

Burggymnasium Friedberg: 2000 „Care kits“ werden gepackt

Durch die Berichterstattung in dieser Zeitung wurde auch der HR auf die Aktion aufmerksam und berichtete mehrmals. »Mit so einer Resonanz haben wir nicht gerechnet. Hier herrscht das geordnete Chaos«, sagte Schäfer in der Turnhalle des Burggymnasiums. Sechs »Arbeitsstraßen« wurden dort eingerichtet. Um die 100 Schüler, Lehrer und Elternteile sortierten unter anderem den Inhalt von 2000 »Care kits« auseinander. Diese Päckchen aus der Schweiz hatte die Gießener Hilfsorganisation »Gain Germany« nach Friedberg gebracht. Zahnpasta, Zahnbürsten und andere Hygienemittel wanderten zunächst in Kisten, um dann zusammen mit Frotteehandtüchern neu verpackt zu werden. »Die Handtücher fehlten in den Kits«, sagte Lea Margraf, die zusammen mit Mitschülerin Farnaz Khoshhani und Aldona Labordus, Mutter eines Burggymnasium-Schülers, »Care Kits« und Handtücher sortierte.

»Ich hätte nie gedacht, dass so viele mitmachen«, freute sich Labordus, während die ersten Gitterboxen mit zwei Traktoren vor die Burg gefahren und verladen wurden. »Zwei Ockstädter Kirschenanbauer helfen uns«, sagte Schäfer, der zur Rosbacher Kapersburgschule gefahren war, um 260 Päckchen für Kinder abzuholen.

Friedberg: Wetterauer Schulen und Privatpersonen beteiligen sich

Ein Dutzend Kinder waren mit Eltern und Lehrern gekommen, um die Päckchen in einen Bus zu laden. »Ich habe sechs Päckchen gepackt mit Stiften, Malblock, Spitzer, Radiergummi, Schokolade - und ein Bild habe ich auch gemalt«, sagte die achtjährige Amaya. Die Idee, bei der Aktion mitzumachen, hatte Lehrerin Sabine Angermann gehabt, deren Tochter Ann-Kathrin bei Schäfer Religionsunterricht hat. Die Kapersburgschule gehört zu einem guten Dutzend Wetterauer Schulen, die bei der Hilfsaktion mitmachen. Auch Firmen und Privatpersonen spenden Hygieneartikel oder Geld. »Wir haben Einzelspenden bis zu 2000 Euro bekommen«, freute sich Schäfer. Möglicherweise wird er im Frühjahr mit einigen Schülern nach Moria reisen. »Natürlich fahren wir auch dann nicht mit leeren Händen hin«

Infos über das Projekt und Spendenmöglichkeiten gibt es unter www.staywithmoria.de. Geldspenden verwaltet der Verein ehemaliger Burgschüler des Burggymnasiums für die Aktion. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Sachspenden werden bis zum kommenden Wochenende entgegen genommen.

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