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Friedberger Grüne fordern mehr Platz für den Radverkehr

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Von: Jürgen Wagner

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Einen Taster für Radfahrer, damit diese sicher über die Kaiserstraße in Höhe der Kreuzung mit Ockstädter Straße und Goetheplatz kommen, gibt es bereits. Er ist aber außer Betrieb. Schüler fahren so oder so über die Kreuzung. Die Erste Stadträtin Marion Götz hält es deshalb für vernünftiger, die Vekehrssituation dort neu zu ordnen. © Jürgen Wagner

Die Schulcontainer am Friedberger Goetheplatz stehen. Radfahrer müssen sich gedulden, bis der Weg wieder frei ist. Die Grünen forderten im Stadtparlament eine Änderung der Verkehrsführung.

Die Absperrung eines Teils des Friedberger Goetheplatzes direkt vor der Augustinerschule sorgt bei den Grünen für Verdruss. »So kann man nicht mit Radfahrern umgehen«, wetterte Bernd Stiller in der Stadtverordnetenversammlung. An der Schule stehen Bauarbeiten an. Bis neue Klassenräume errichtet werden, werden Schulklassen in den Containern unterrichtet. Für den Radverkehr, so der Vorwurf, sei keine Umleitung eingerichtet worden und keine Beschilderung.

Die Grünen nahmen dies zum Anlass, um zwei Änderungen in der Verkehrsführung vorzuschlagen: die Öffnung der Goetheplatzes von der Ludwigstraße kommend bis zur Ampel an der Kaiserstraße und die Öffnung des Radwegs auf der linken Kaiserstraßenseite vom Goethe- bis zum Europaplatz.

»Wir wollten das vor dem Schulbeginn hinkriegen«, sagte Stiller. Aber so schnell, dies machte die Stadtspitze klar, wird das nicht gehen. Die Öffnung des Radwegs auf der Kaiserstraße für Gegenverkehr wird es laut der verkehrsdezernentin Marion Götz (SPD) nicht geben. Hier geht es lediglich um wenige Meter, bis die Markierungen und Schilder aufgestellt wären, ist die Straße vor den Container wohl wieder frei für den Verkehr. Überhaupt schlug Götz den Grünen vor, den Antrag zurückzuziehen. »Das ist Sache der Stadt und der Fachaufsicht beim Wetteraukreis.« Es sei Radfahrern durchaus zuzumuten, vier Wochen lang einen Umweg zu fahren, sagte Götz. Und noch mehr Schilder in den »Schilderwald« stellen? Die von vielen ohnehin nicht beachtet werden?

Für Götz ist wichtiger, den Weg von der Ludwigstraße zur Kaiserstraße für Radfahrer zu ermöglichen. Daran werde aktuell gearbeitet: »Wir wollen für Radfahrer eine Möglichkeit schaffen, die Kaiserstraße hier zu kreuzen.« Die Ampelfirma sei beauftragt worden, mögliche Ampelphasen zu erarbeiten. Götz: »Das ist nicht leicht. das ist die schwierigste Ampel in Friedberg. Ein paar Wochen wird es noch dauern.«

Die Straße sei breit genug für Fahrrad-Gegenverkehr, sagte Götz. Die gewünschte Änderung der Verkehrsführung für Radfahrer müsse noch mit der Polizei abgestimmt werden. Ulrike Fuchs, verkehrspolitische Sprecherin beim ADFC Friedberg/Bad Nauheim, hat darauf hingewiesen, dass es an besagter Kreuzung bereits seit Jahren einen Ampeldrücker für Radfahrer gibt. Er war nur offenbar nie in Betrieb. Auch Fuchs fordert, der Abschnitt von Ludwig- bis Kaiserstraße müsse für Radverkehr freigegeben werden. Nach geltendem Recht hätte dies längst der Fall sein müssen.

Idee: Goetheplatz als Schul-Campus

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Markus Fenske wagte einen Blick in die Zukunft. Was, wenn die Container in drei Jahren nicht mehr benötigt werden? »Meine Erfahrung mit Provisorien ist, dass sie stets länger dauern.« Und dann? »Könnten wir den Goetheplatz in einen Campus umwidmen.« Ein neuer Schulhof für die Augustinerschule: »Das ist für die Schüler besser und wertet den Ort auf.« Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) erinnerte daran, dass der Goetheplatz laut einem Verkehrsgutachten nicht geschlossen werden könne. Was fenske nicht gelten lassen wollte: »Die Busse fahren ja jetzt auch anders.«

Es gibt also noch viel Gesprächsbedarf in dieser Sache, weshalb der Antrag in die Ausschüsse verwiesen wurde.

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