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Platz für einen Pkw-Parkplatz wäre jenseits der A 5-Brücke bei Ockstadt vorhanden. Aber ob der Bundesforst als Waldbesitzer da mitspielt?

Befestigte Fläche oder wildes Parken?

Friedberger CDU fordert Waldparkplatz am Winterstein

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Friedberg (jw). Der Lockdown lockt viele Friedberger in den Stadtwald zu einem Spaziergang an frischer Luft. Dumm nur, dass es hinter der kleinen A 5-Brücke in Ockstadt keinen Parkplatz gibt.

Die CDU wünscht sich dort einen Waldparkplatz. Das gefällt aber nicht allen Fraktionen im Stadtparlament.

Parkendes Auto von der Autobahnbrücke bis zur Behindertenwerkstatt: An den vergangenen Wochenenden war viel los im Stadtwald. In Zeiten der Pandemie erfreuen sich Winterstein, Steinkopf, Dachskopf und Kuhkopf großer Beliebtheit. Bis zur A 5 ist es von der Stadtmitte und selbst von der Ortsmitte von Ockstadt ein gutes Stück. Viele Besucher kommen mit dem Auto.

Direkt am Waldrand gibt es eine unbefestigte Fläche, die zuletzt als Holzlager genutzt wird, aktuell aber leer ist. Hier, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Olaf Beisel, könnte ein Waldparkplatz eingerichtet werden. Grundeigentümer ist der Bundesforst; mit ihm solle der Magistrat Kontakt aufnehmen und erfragen, ob dies möglich sei. Außerdem sollten vor der Entscheidung die Kosten eruiert werden.

»Wir lehnen das ab«, sagte Ricardo Herbst (Linke). Zuviele Besucher kämen mit dem Auto in den Stadtwald, viele seien nicht einmal von Friedberg. »Dort ist am Wochenende mehr los als auf der Kaiserstraße«, sagte Herbst, der dort oft mit dem Mountainbike unterwegs ist. Die Abgase schädigten den Wald, die Anfahrt mit dem Auto dürfe daher nicht unterstützt werden.

Auch Dr. Nicholas Hollmann (Grüne) sprach sich dagegen aus, Waldflächen für Pkw-Parkplätze zu versiegeln. In 450 Meter Entfernung gebe es genügend Stellplätze. Dem widersprach Achim Güssgen-Ackva (FDP). Ein Parkplatz fördere den Tourismus; und der Pkw-Verkehr dürfe auch nicht verteufelt werden. »Was sich dort momentan abspielt, ist völlig unreguliert«, sagte Dr. Klaus-Dieter Rack (SPD). Ein Parkplatz sei sinnvoll. Rack beantragte die Verweisung in den Ausschuss für Stadtentwicklung, was auch erfolgte. Dort soll weiter über das Thema diskutiert werden.

Das Knöllchen war nur ein Streich

»Ein Parkplatz? Das wäre eine gute Idee«, äußerte eine Spaziergängerin beim Fototermin der WZ. Der Holzlagerplatz sei je nach Wetterlage kaum befahrbar. Die Dame hat beobachtet, dass die Pkw an Wochenenden bis zur BHW-Werkstatt stehen. Und sie berichtet von einer seltsamen Begebenheit: Als sie ihr Auto einmal auf dem leeren Holzlagerplatz parkte, steckte nachher ein Knöllchen an der Windschutzscheibe. Genauso wie an den anderen dort geparkten Wagen. War das am Ende ein teurer Spaziergang?

Ein Anruf bei der Polizei ergab, dass es sich um Fake-Knöllchen handelte. Offenbar war es ein Streich eines Naturschützers, der damit seinen Ärger über die Autofahrer zum Ausdruck brachte.

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