Filmpremiere

Friedberger Benjamin Fiedler stellt seinen Kurzfilm auf YouTube vor

Der Friedberger Benjamin Fiedler macht Kurzfilme. Seinen neuesten Film stellt der 20-Jährige am 21. März auf YouTube vor. Als 13-Jähriger hat alles begonnen. Nun will er richtig durchstarten.

Wie kamen Sie dazu, Filme zu machen?

Benjamin Fiedler: Es fing an, als ich 13 war. Da habe ich mir eine Kamera gekauft. Damit wurde quasi der Grundstein gelegt. Am Anfang war es eher die fotografische Richtung. Ich wollte dann, als ich 14, 15 Jahre alt war, Kommunikationsdesigner werden, also in die Werbung einsteigen. Beim Fotografieren habe ich gemerkt, dass man mit Filmen viel, viel mehr machen kann. Damit kann man viel besser eine Geschichte erzählen, die einen fesselt. Alles, was irgendwie kreativ ist, hat mich schon immer interessiert. Alles, wo man seiner Fantasie freien Lauf lassen kann und nicht festgebunden ist an irgendwelche Vorschriften. Ich finde, es ist ein ziemlich cooles Hobby. Man kann Freunde fragen, und dann geht man abends raus und schießt ein paar Fotos, macht ein paar kleine Videos. Es ist einfach ein cooles Hobby, das man nebenher machen kann.

Was haben Sie für eine Ausbildung gemacht?

Fiedler: Ich habe 2017 mein Abi gemacht. In der Zeit war es auch, dass ich immer mehr mit Film zu tun hatte. Ein Freund und ich haben damit angefangen, in verlassene Gebäude zu gehen und drinnen einfach zu filmen und Fotos zu machen – "Lost Places". Darüber habe ich überhaupt erst gemerkt, was man mit Videos anstellen kann, wenn man einfach Musik darunterlegt. Mitte 2017 habe ich dann ein Praktikum bei einer Werbefilmproduktion in Frankfurt gemacht. Das habe ich Mitte 2018 beendet und bin seitdem selbstständig. Den Film, den ich jetzt gemacht habe, habe ich schon bei diversen Film-Unis eingereicht: einmal in Ludwigsburg und einmal in München. Das sind die Hauptunis, an denen ich gerne Regie studieren würde. Auf eine andere würde ich überhaupt nicht wollen.

Woher haben Sie Ihr Equipment bekommen, haben Sie sich alles selbst angeschafft?

Fiedler: Das war ganz cool: Ich habe mit dem Praktikum angefangen und wollte eigentlich nur Erfahrungen sammeln. Aber der Chef hat dann irgendwann gesagt, er gibt mir Geld für die Arbeit, die ich hier leiste. Er war dementsprechend auch überzeugt von mir. Von dem Geld konnte ich mir einiges finanzieren. Ich bin momentan sehr zufrieden mit dem, was ich habe, und kann so ziemlich alles umsetzen, auf das ich Lust habe, sobald ich die Leute dazu habe.

Wie kamen Sie dazu, sich selbstständig zu machen? Mit 20 Jahren ist das ja eher ungewöhnlich.

Fiedler: Der Fokus bei mir liegt momentan nicht auf der Selbstständigkeit, sondern eher darauf, selbst zu erforschen, was ich so machen kann. Wozu ich selbst in der Lage bin und wohin es geht. In der Zeit bei der Werbefilmfirma war ich doch relativ eingeschränkt von den Vorgaben und den Kunden. Nach dieser Zeit wollte ich mir erst mal ein Jahr Zeit nehmen, um zu schauen, wozu ich selbst in der Lage bin.

In welche Richtung soll es filmisch gehen?

Fiedler: Standardmäßig ist es so, dass man erst über den Weg Werbefilm geht und sich dann langsam an Kurzfilme herantastet. Diese sind auf jeden Fall mein Ziel. Und ob ich den Umweg über Werbefilme gehen werde, muss ich gucken.

Meine Mum ist Gott sei Dank ziemlich überzeugt von mir

Benjamin Fiedler, Filmproduzent

Was hat Ihre Familie dazu gesagt, dass Sie sich selbstständig gemacht haben?

Fiedler: Meine Mum ist Gott sei Dank ziemlich überzeugt von mir. Sie glaubt auch, dass ich das gut durchziehen kann. Meine Oma ist natürlich auch mit dabei.

Was schauen Sie selbst privat für Filme?

Fiedler: Ich gehe in Richtung Science Fiction und Abenteuerfilme. Ich lasse mich aber auch gerne überraschen von Filmen, die man überhaupt nicht kennt. Ich schaue mir auch vorher nichts zu den Filmen an.

Also keine Trailer?

Fiedler: Nein, absolut nicht! Das macht alles kaputt. Aber es sind zum Beispiel Freunde, die mir etwas empfehlen. Da höre ich ganz gerne mal auf die Ratschläge, und ich werde oft ziemlich gut überrascht.

Was sind das für Filme?

Fiedler: Das ist ganz unterschiedlich. Also erst mal die SciFi-Richtung, die nicht so wirklich die Tiefe hat, aber ich finde es einfach toll, wie es umgesetzt ist. Letztens habe ich zum Beispiel einen Film gesehen, der heißt "Victoria" und wurde 2015 gedreht. Das ist ein deutscher Film. Er wurde einfach in einem Stück gedreht. Das war sehr interessant anzuschauen und spannend. Mein Lieblingsregisseur ist Christopher Nolan. Er macht ziemlich coole Filme, die auch immer wieder überraschen, was er da umsetzen kann – schon beeindruckend.

Wie nutzen Sie die Sozialen Medien?

Fiedler: Auf meinen YouTube-Channels habe ich momentan 200 Abonnenten. Das ist natürlich noch wenig. Ich habe angefangen, auf Instagram ein bisschen was aufzubauen. YouTube ist auch nicht wirklich mein Hauptziel. Das ist eher für die Kurzfilme, um an Unis ranzukommen oder an Menschen, die das vielleicht sonst noch sehen. Bei der Werbefilmproduktionsfirma bin ich die letzten vier Monate auch eher in die Social-Media-Richtung gegangen und habe mich dort um die Kanäle gekümmert.

Mir war es jetzt erst mal wichtiger, den Film zu veröffentlichen, damit Leute überhaupt sehen, was ich kann und zu was wir in der Lage sind als Team

Benjamin Fiedler, Filproduzent

Haben Sie Ihre Filme auch schon bei Filmfestivals oder Wettbewerben eingereicht?

Fiedler: Mir war es jetzt erst mal wichtiger, den Film zu veröffentlichen, damit Leute überhaupt sehen, was ich kann und zu was wir in der Lage sind als Team. Dann muss man mal weitergucken. Ich habe auch schon seitenlange Listen mit Filmwettbewerben, bei denen ich den Film einreichen kann. Aber das ist eher zweitrangig. Ich weiß schon, dass Filmfestivals viel bringen, dass man damit viel Reichweite erzielen kann, aber für mich ist erst mal wichtig, einen guten Film an sich zu machen.

Auf was haben Sie sich spezialisiert?

Fiedler: Auf szenischen Film, narrativen Film. Weniger auf Werbung. Gucken, dass man eine Geschichte erzählen kann. Das hat für mich oberste Priorität, dass man den Zuschauer auch berühren kann. Ich merke auch, dass ich in letzter Zeit einen Hang zum Realen habe, weil man dann die Geschichte besser erzählen kann. Ich habe auf jeden Fall vor, dieses Jahr noch eine etwas größere Doku zu drehen, auch wieder im Bereich "Lost Places".

Wie finanzieren Sie Ihre Produktionen?

Fiedler: Einerseits habe ich Projekte, die immer wieder auftauchen. Musikvideos habe ich schon ein paar gemacht oder Hochzeiten. Aber ich habe auch eine kleine Rücklage von meinem Praktikum, die mir momentan echt weiterhilft.

Was stellen Sie sich für Ihre Zukunft vor, was wäre Ihr Traumziel?

Fiedler: Auf jeden Fall ein Feature-Film, das heißt einen in voller Länge. Einen richtigen Langfilm umzusetzen mit eigenem Team. Einen Film, bei dem ich sagen kann, er ist wirklich zu 100 Prozent auf meinen Mist gewachsen. Und in diese Richtung immer weiterzugehen, mehr Filme zu machen. Das wäre das ultimative Ziel.

Info

Premiere auf YouTube

Ein junges Mädchen wird von ihren Freundinnen verstoßen und nach einer langen Disconacht entführt. Sie findet sich in einem Keller wieder und versucht, sich zu befreien... Darum geht es im Kurzfilm "Im Keller wird es niemals Tag" von Benjamin Fiedler. Der 20-Jährige präsentiert seinen Film am Donnerstag, 21. März, um 16.30 Uhr auf der Internetplattform YouTube. "Die Idee ist schon ein bisschen älter", sagt der Filmproduzent. "Dann hatten wir Ende letzten Jahres die Idee, den Kurzfilm zu machen." Interessierte können sich den Film unter folgendem Link anschauen: https://benfi.de/film

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