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Ousman Conteh (r.) begrüßt die Teilnehmer der »etwas anderen Demonstration« auf dem Elvis-Presley-Platz.

Umbenennung gefordert

Friedberg: Namensstreit um das „M-Wort“ geht weiter – Demo vor Hofapotheke

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Rund 70 Menschen haben am Samstag in Friedberger gegen Rassismus protestiert. Die Demonstranten fordern weiterhin eine Namensänderung der „Hofapotheke Zum Mohren“.

Friedberg – Die Initiative »United Colors of Change« hatte bereits 2020 gefordert, die »Hofapotheke Zum Mohren« müsse sich umbenennen. Das Wort - das auf »Maure« zurückgeht, Bewohner von Nordafrika meint und sprachgeschichtlich keine Diskriminierung meint - wird von vielen Schwarzen Menschen als rassistisch empfunden.

Angemeldet waren 150 Demonstranten, knapp die Hälfte erschien. Das Interesse bei der Friedberger Bevölkerung hielt sich in Grenzen, nur wenige Passanten blieben stehen. Die Demonstranten, darunter auch viele Friedberger, waren unter sich. Organisator Ousman Conteh forderte, das koloniale Erbe aufzuarbeiten und versprach einen »Knowledge-Workshop for free«, eine kostenlose Schulung, welche Wörter man nicht mehr sagen darf. »Schwarzarbeit« etwa, das verletzte Menschen, sagte eine Rednerin.

Friedberg: Verhärtete Fronten im Streit um Apotheken-Namen

Markus Fenske (Grüne) sagte, als »alter weißer Mann« erlebe er nicht den Rassismus, dem andere ausgesetzt sein. Neben Rap-Songs und einem Autofahrer, der beim Vorbeifahren den »Stinkefinger« zeigte, war auch die Mohrenapotheke ein Thema der Redebeiträge. Die Fronten zwischen Apothekerin und Demonstranten sind verhärtet. Zur Aussprache kam es 2020 nicht, laut Apotheke, weil »United Colors of Change« alle Termine ablehnte. Eine Rednerin sagte, wer nicht verstehe, dass das »M-Wort« rassistisch sei, dem könne man nur sagen: »Geh mir aus dem Weg!«

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