Die Theater-AG der Augustinerschule spielt das Bombenattentat von 1910 nach.
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Die Theater-AG der Augustinerschule spielt das Bombenattentat von 1910 nach.

Friedberg leuchtet: »Und plötzlich brennt das Rathaus«

Friedberg (bf). Ein spannendes Programm wartet auf die Besucher am Samstag, 15. November, in Friedberg. Von 17 bis 22.30 Uhr bringen die Werbegemeinschaft »Friedberg hat’s« und die Stadtverwaltung die Innenstadt nicht nur zum Leuchten. Ausgewählte Hausfassaden und Plätze werden dann auch zur Theaterkulisse.

Unter freiem Himmel wird in vielfältiger Weise »Theater« gemacht. Dabei sollen alle auf ihre Kosten kommen: Geschichtsinteressierte, Freunde des Spektakels, Fans der Poesie, Wissenschaftsdurstige und Einkaufsbummler. Die Geschäfte haben bis 22 Uhr geöffnet.

Freunde der Dichtkunst sollten sich die Kaiserstraße 32 merken. Vor der Kulisse von Betten Decher werden vier Poetry-Slamer mit selbst geschriebenen Texten um die Gunst des Publikums buhlen. Unter anderem sind der Friedberger Thorsten Zeller und Hessenmeisterin Leticia Wahl am Start. Moderiert wird der vom Jugendhaus Junity organisierte Slam von Andreas Arnold, für Musik sorgen Trompeter der Musikschule.

Gegenüber, beim Alten Rathaus, sollte man auf Hilferufe achten. Noch einmal wird das Bombenattentat von 1910, das als Ablenkungsmanöver für einen Überfall auf die Reichsbankfinale inszeniert wurde, lebendig. Akteure der Theater AG der Augustinerschule sorgen für das Theater, das Stadtarchiv als Veranstalter für den Hintergrund. Während die Fassade brennt, kann man ganz unbesorgt im Gebäude die Ausstellung zum Thema besuchen und damit die Hintergründe der Tat der Jungkriminellen Otto Winges und Karl Werner erfahren.

»Applied sounds music poetry slams« nennt sich das Musiktheater des Orchesters der Technischen Hochschule Mittelhessen vor der beleuchten Kulisse der Kaiserstraße 73. Dahinter verbirgt sich eine Premiere der spielbegeisterten Professoren und Studenten, die Rapp-Songs über neue Welten und schwarze Löcher zum Besten geben. Gleich nebenan zeigen die jungen Wissenschaftler der THM, wie gefährlich UV-Strahlung für das Auge ist; die Besucher können ihre Sonnenbrillen zum Testen vorbeizubringen. Auch für die Nutzer von Laserpointern gibt es einen Testbericht.

Wenn Friedberg leuchtet, darf natürlich der Elvis-Presley-Platz nicht dunkel bleiben. »Disco Fever« heißt die Lichtshow, in der eine große bewegliche Spiegelkugel künstlerisch das Umfeld von Friedbergs »Neuer Mitte« inszeniert. Auf der Bühne des »Café Novum« in der Schnurstraße wird sich anmutig bewegt. Die Tanzschule Wehrheim- Gierok präsentiert Kindertanz und Zumba zum Mitmachen, die Hip-Hop-Lehrer der Tanzschule zeigen eine eigene Show.

Mit Taschenlampe im Museum

Selbst aktiv werden ist vor der großen Schattenwand angesagt, die »Café Novum« und Evangelische Kirchengemeinde vor der Stadtkirche aufgebaut haben, und auch im Wetterau-Museum darf man seinen eigenen Impulsen folgen. Von außen illuminiert, bleibt es innen im Museum dunkel und man darf mit der eigenen oder mit der vom Museum ausgeliehenen Taschenlampe die Exponate auf seine eigene Weise entdecken. Entdeckergeist und Spürsinn sollte man auch an diesem Abend für ein weiteres Detail im Museum haben: Einige Bücher des Bibliothekszentrums Klosterbau haben sich eingenistet und laden zu einer Bücherrallye ein.

Bei so viel Aktivität bietet die Evangelische Kirchengemeinde einen guten Gegenpol. Sie lädt ein zur Stille und Andacht und öffnet die Stadtkirche an diesem Abend. Vielleicht ein guter Break, bevor die Gäste von »Friedberg leuchtet« die letzte Inszenierung des Abends besuchen.

Unter dem Titel »Alles nur Theater?« zeigen die Freiwillige Feuerwehr Friedberg und die Musicaldarstellerin Bettina Skottke vor der Bühne am Modehaus Ruths (Kaiserstraße 5-7) was passiert, wenn Pragmatismus auf Kunst trifft.

Das komplette Programm kann man unter www.friedberg-hats.de abrufen.

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