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Der Seebach plätschert munter in Höhe der Henry-Benrath-Schule, doch wenn man genauer hinschaut, erkennt man Reste von Toilettenpapier. Bei Starkregen ist dies immer wieder zu beobachten.

Wetterau

Friedberg: Abwasser fließt durch Seebach – Klopapier und mehr im Wasser

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Abwässer gehören in die Kanalisation und sollten nicht durch Wohngebiete fließen. Das ist aber offenbar in Friedberg der Fall. Im Seebach fließt nicht nur Wasser vom Winterstein.

Friedberg – Der Äppelwoiweg entlang des Seebachs zählt zu den beliebtesten Strecken für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer im Westen von Friedberg. Aktuell wird das Naturerlebnis aber getrübt, und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Im Seebach schwimmt Toilettenpapier, und das nicht zum ersten Mal.

Das Phänomen lässt sich seit Jahren nach starken Regenfällen beobachten: Das Wasser des Seebachs führt kleine Papierfetzen mit sich, die sich am Ufer in Ästen verfangen und hängen bleiben. Die Wasserqualität lässt dem Augenschein nach auch zu wünschen übrig. Wo Äste und Zweige das Wasser aufstauen, bilden sich braun-graue Schlieren, das Wasser sieht an diesen Stellen arg trüb aus. Die papierenen Hinterlassenschaften sind zuweilen auch in Höhe der Seewiese oder am Ende der Vorstadt zum Garten zu entdecken. Von dort gelangen sie in die Usa.

Friedberg: Gitter soll Seebach vor Unrat schützen

Das Problem ist im Rathaus bekannt. Wie Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) sagt, gibt es am Seebach mehrere Entlastungsüberläufe aus dem Kanalnetz. Diese würden aber nur bei extrem großen Regenereignissen »anspringen«. Antkowiak: »Vor jeder Notentlastung sind noch Gitter verbaut, um das Gewässer weitgehend vor Grobstoffen zu schützen. Diese Entlastungsstellen werden regelmäßig vom Kanalbetrieb überprüft und gereinigt. Es kann dann aber auch mal passieren, das sich etwas löst, wie etwa Toilettenpapier, und irgendwo hängen bleibt. Das ist natürlich unschön und wird in der Regel von städtischen Mitarbeitern gereinigt.«

Antkowiak erinnert daran, dass ein Ingenieurbüro im Auftrag der Bauverwaltung und der Entsorgungsbetriebe derzeit eine Vergrößerung des Regenüberlaufbeckens unter dem Parkplatz in der Ockstädter Straße prüft. Dieser geplante Umbau ist auch Voraussetzung dafür, ein Parkhaus auf dem Parkplatz zu errichten. Antkowiak: »Ich werde das Problem noch mal mit unseren Kanal-Leuten besprechen und anordnen, dass diese kurzfristig einen weiteren Kontrollgang entlang des Seebachs durchführen.«

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