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»Friedberg gruselt«: Spektakuläres Feuerwerk als würdiges Finale

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Friedberg (har). Es gruselte wieder am Samstagabend auf der Kaiserstraße, und erneut waren Tausende zu »Friedberg gruselt« gekommen. Was einstmals, initiiert von der Aktionsgemeinschaft »Friedberg hat's«, als Einkaufsnacht begann, wird mehr und mehr zu einem kurzen, aber heftigen Halloween-Fest, bei dem natürlich noch eingekauft werden kann, was viele Besucher auch nutzten.

Die Kaiserstraße präsentierte sich in einem ganz besonderen Licht, viele Geschäfte und Bäume wurden mit farbigem Scheinwerferlicht angestrahlt. Auch die großen Lichtbälle in zahlreichen Bäumen waren eingeschaltet. Schon bei Einbruch der Dunkelheit herrschte auf der kreisstädtischen Einkaufsmeile reger Betrieb.

Nicht alle Geschäfte beteiligten sich an der Aktion, doch in denjenigen, die bis 22 Uhr geöffnet hatten, war einiges los, so mancher Besucher lief mit Einkaufstüten mehr oder weniger schwer bepackt herum. Schon früh wurden die ersten Hexen, Vampire, Teufel und Zauberer gesichtet. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene hatten sich zum Teil aufwendig verkleidet und geschminkt, wie drei kehrende Hexen oder vier Kinder, die als Geister in selbst geschneiderten Kostümen ihren Spaß hatten.

Für den ersten Höhepunkt des Abends sorgte das Modehaus Ruths. Um 19 Uhr versammelten sich über 200 Besucher vor dem Haupteingang, um einen der 200 Warengutscheine im Gesamtwert von 1000 Euro aufzufangen, die Jochen Ruths aus dem Fenster des ersten Stocks warf. Da wurden die Hände in die Höhe gereckt. Eine Familie fing gleich zehn der gelben Zettel, die noch am gleichen Abend eingelöst werden mussten.

Schräg gegenüber lief vor dem südlichen Burgtor die große Kürbisaktion, die Bürotechnik König zusammen mit der Eventagentur »hy.be« veranstaltete. Jedes Kind, das einen geschnitzten Kürbis vorbeibrachte, wurde fotografiert und erhielt wenig später das Bild in Postkartengröße - so wie der zehn Jahre alte Max Thun, der als Vampir verkleidet seinen Kürbis ablieferte.

Allmählich füllte sich die Burgmauer mit großen und kleinen Kürbissen, wobei ein liebevoll eingeschnitztes Kürbisgesicht samt zweier Hörner zu dem Fotomotiv schlechthin wurde. Ein voller Erfolg wurde auch die erste »Grusel-Lese-Nacht«, die das Lehrinstitut für Orthographie und Schreibtechnik in der Burgkirche veranstaltete.

Für viele überraschend geöffnet war auch der Burggarten. Dort trieben einige »Zombies« ihr Unwesen. Immer wieder erschreckten sie diejenigen, die sich in den unbeleuchteten Garten getraut hatten. Vor allem jüngere Besucher hatten großen Spaß. »Ich gehe noch mal in den Burggarten«, sagte der junge Moritz zu seinem Vater und entschwand. Ob die »Zombies« engagiert waren oder ob es sich um die spontane Idee einiger kostümierter Jugendlicher handelte, blieb ebenso ungeklärt wie die Tatsache, dass die Burggartenöffnung nicht angekündigt worden war.

Je später der Abend, desto voller wurde es auf den Bürgersteigen. Immer wieder gab es kleinere Stockungen, besonders in den Bereichen, wo Essen und Trinken angeboten wurde. So auch vor der Engel-Apotheke, wo der Rotary-Club Bad Nauheim/Friedberg Waffeln für einen sozialen Zweck anbot.

Die scharfe »Hexensuppe« von Peter Junker war ebenso gefragt wie das Raclette der Deko-Factory oder die Handkäsbratwurst der Metzgerei Meisinger. Kaum ein Durchkommen gab es bis zur Kaiserstraßensperrung im Bereich der »Dunkel«, wo DJ Roby Hildmann für beste Stimmung bei der großen »Halloween-Party« rund um die älteste Gaststätte der Kreisstadt sorgte. In die Apothekergasse ausgewichen waren die »Burning Dragons« mit ihrer Feuershow. Auch hier standen die Besucher dicht an dicht. Erst mit der von vielen sehnlichst erwarteten Sperrung der Kaiserstraße eine gute halbe Stunde vor Beginn des Feuerwerks entspannte sich die Situation auf den Bürgersteigen. »Das ist ja hier voller als beim Altstadtfest« meinten viele Besucher vor der »Dunkel« und ließen sich bei angenehmen Temperaturen ihr frisch gezapftes Bier schmecken.

Für den letzten Höhepunkt des Abends sorgte erneut das Modehaus Ruths als Sponsor des Feuerwerks, das alle Erwartungen übertraf. Mit knapp 15 Minuten war das pyrotechnische Spektakel fast doppelt so lang wie seine Vorgänger. Abgeschossen wurde es in diesem Jahr direkt vor der Burg. Mehrmals gab es Zwischenapplaus der Zuschauer, die dicht an dicht auf der Straße standen. Nach dem Finale gab es langen Beifall, und rund um die »Dunkel« wurde noch eine ganze Weile weitergefeiert, aber auch in den anderen Gaststätten war nach dem Feuerwerk kaum ein Platz frei.

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