Lara-Christiane Militzer und Bagas Danu Wijaya Marwan nehmen am digitalen Buddy-Programm teil. FOTO: PM
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Lara-Christiane Militzer und Bagas Danu Wijaya Marwan nehmen am digitalen Buddy-Programm teil. FOTO: PM

Digitale Heimat

Wie die THM in Friedberg und Gießen Studenten das gegenseitige Kennenlernen ermöglicht

  • vonred Redaktion
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Wenn man zum Studieren nach Deutschland kommt, möchte man Kommillitonen kennenlernen. In Corona.Zeiten ist das schwer - aber möglich, wie die THM in Friedberg und Gießen beweist.

Menschen treffen - das ist wegen der Pandemie derzeit schwierig, doch gerade für internationale Studierende ungemein wichtig. Denn der Kontakt zu Mitstudierenden, Lehrenden und zu den Menschen in der "neuen Heimat" ist es, der ein Auslandssemester oder ein Auslandsstudium so lohnenswert macht. Die THM hat deshalb ihr "International Buddy Program" zum Sommersemester coronabedingt kurzfristig auf ein digitales Format umgestellt. Mit diesen Erfahrungen geht es jetzt ins Wintersemester.

Die Idee hinter dem Buddy-Programm: Jedes Semester werden Teams aus Newcomern und Oldies unterschiedlicher Nationalitäten zusammengestellt. Dabei werden Studienfächer und Interessen berücksichtigt. Newcomer können sich auf die Erfahrungen der Oldies verlassen, lernen die THM, ihren Fachbereich und ihren Studienort kennen.

"Buddy Café" neu im Angebot

Doch wie kann das digital funktionieren? Die Programmkoordinatorinnen Robbin C. Bastian und Lawen Oweissi haben im vergangenen Semester mit drei studentischen Aushilfen 224 Studierende in dem Programm begleitet - deutlich weniger als üblich. Ausfallen mussten weite Teile des Semester-Begleitprogramms mit Exkursionen, Events, Workshops sowie kulturelle und sportliche Angebote. Doch was ins Digitale zu übertragen war, packte das Team an.

So wurden Fremdsprachentreffen, Kulturabende und Seminare zum Berufseinstieg auf digitalen Kanälen angeboten. Als neue Idee wurde die "Buddy Challenge" geboren: Alle Teams wurden motiviert, ihre Gemeinsamkeiten und Erfahrungen visuell darzustellen und mit den anderen Teams zu teilen.

Daran hatten auch die gebürtige Leipzigerin Lara-Christiane Militzer als Oldie und Newcomer Bagas Danu Wijaya Marwan aus Yogyakarta Spaß, die nicht nur beide Biomedizinische Technik an der THM studieren, sondern darüber hinaus auch die Leidenschaft für Motorräder und Gitarrenmusik teilen.

In der Frühphase der Pandemie war für einige Newcomer ihr Buddy die einzige Bezugsperson in der Region. Soziale Isolierung sollte auf jeden Fall vermieden werden. So lernte man sich auf den digitalen Kanälen beim Kochen oder in Info-Runden etwa zur Studienfinanzierungshilfe kennen - bevor der Sommer dann die ersten privaten Treffen mit sich brachte. Parallel wurde - digital - studiert und dabei auch das Wahlpflichtmodul "Intercultural Competence and Encounters" belegt. Darin erlernen die Teilnehmer Teamfähigkeit in kulturell heterogenen Gruppen und eine kultursensible Haltung.

Das geschieht auch im bald beginnenden Wintersemester weiterhin nur online: Das "International Buddy Program" bleibt digital verankert mit - so gewünscht - persönlichen Treffen der Zweierteams. Neu im Angebot ist das jetzt ebenfalls digitale "Buddy Café" freitagnachmittags über die Video-Plattform Zoom - und auch die Einbindung all jener neuen THM-Studierenden, die wegen der Pandemie ihre Heimat derzeit nicht verlassen können. Sie sollen nicht nur die digitalen Lernangebote der Hochschule nutzen, sondern auch die hiesiger Region aus der Ferne frühzeitig kennenlernen.

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