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In Friedberg gibt’s Programmkino bis Ende 2017

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Von: Jürgen Wagner

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Nach dem Aus fürs Friedberger Kinocenter Anfang 2018 hat das Bildungsforum mitgeteilt, dass seine Filmreihe fortgesetzt wird. Etwa am Mittwoch mit dem Beatles-Film.

»Schade, da geht ein Stück Zeitgeschichte! Hier habe ich meine erste Freundin geküsst...«, schreibt ein Nutzer der WZ-Facebook-Seite über die Nachricht, dass das Kinocenter Friedberg Ende Januar 2018 schließt. Eine andere Nutzerin schreibt: »Ich hoffe, ein neues Kino ist bald in Planung. So ganz ohne ist für eine Kreisstadt schon traurig.« Die WZ berichtete am Freitag, dass Kinobetreiber Hans-Albert Wunderer das Grundstück samt Gebäude verkauft hat. Die Gründe: Die kleinen Kinosäle sind nicht mehr zeitgemäß, die Besucherzahlen gehen zurück. Und es kamen private Gründe für Wunderer hinzu. Eine Architektin aus der Wetterau will nun in der Bismarckstraße Wohnungen bauen.

Nun hat sich Prof. Peter Schubert, Sprecher des Bildungsforums und als solcher Mitveranstalter der Reihe kultureller Filme, zu Wort gemeldet. In einem Schreiben an die regelmäßigen Besucher der Reihe betont er, das Programm werde bis Ende des Jahres fortgesetzt. Nächster Termin ist der kommende Mittwoch, 3. Mai. Dann ist abermals die Doku »The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years« zu sehen.

Bis heute hat das Bildungsforum Friedberg in den vergangenen Jahren mehr als 50 Filme angeboten, die sonst in Friedberg nicht zu sehen gewesen wären. Zu danken sei dies vor allem Kinobetreiber Hans-Albert Wunderer, schreibt Schubert. Der habe »stets vorbehaltlos unsere Filmwünsche realisiert – und ist dabei finanziell stets ein Risiko eingegangen«. Denn tatsächlich sei die Resonanz auf die Filmreihe »hin und wieder bestenfalls respektabel, aber wirklich nicht überwältigend« gewesen. Schubert: »Da hat es auch wenig geholfen, dass zu allen Filmen Informationstexte geliefert wurden – unser Angebot blieb bis heute eine kulturelle Nische für Wenige.« Schubert weiter: »Wenn jetzt von einem künftigen Kinokomplex am Rande der Stadt gesprochen wird, so ist dies im Moment nur Wunsch, auf dessen Verwirklichung sicher noch längere Zeit gewartet werden muss – aber so wie es war, wird es nicht mehr sein.«

Die kleine Zahl an Besuchern in dieser Woche habe es gespürt: Wie maßgeschneidert habe die mitreißende Dokumentation über die Beatles in das aus zurückliegender Zeit stammende Ambiente des Roxy-Kinos gepasst. »Dass die Programmkinos mit kulturellem Anspruch ihren Ort vorwiegend in älteren Häusern haben, ist nicht allein wirtschaftlichen Zwängen geschuldet, sondern auch Ausdruck eine Bewusstseins für Atmosphäre. Kino bedeutet ja traditionell nicht nur, bewegte Bilder zu betrachten, sondern ist im besten Fall auch ein Erlebnis in einem besonderen Raum. Dieses Erlebnis ist allerdings umso größer, je mehr Menschen dort zusammenkommen – unsere Kinoabende haben nicht selten eher das Erleben des Alleinseins vermittelt.«

Wer am Mittwoch nicht alleine bleiben möchte: Die Beatles-Doku wird an diesem Tag noch zweimal gezeigt, um 17 und um 20 Uhr – »in einem Raum der Vergangenheit mit einer Beschallung auf dem aktuellen Stand der Technik, die dieses musikalische Geschichtsdokument auch zum Hörerlebnis macht«, schreibt Schubert.

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