Ein vermummter Einbrecher mit Taschenlampe schaut durch ein Fenster.
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Ein Polizist im Home-Office hat in Friedberg möglicherweise mehrere Einbrüche verhindert. (Symbolbild)

Kurioser Fall in Friedberg

Friedberg: Festnahme dank Home-Office - Potenzieller Einbrecher überführt

  • vonKim Luisa Engel
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Ausgerechnet das Haus eines Polizisten im Home-Office hat sich ein potenzieller Einbrecher zum ausspionieren ausgesucht. Der Beamte überführte den Mann kurzerhand.

  • Ein kurioser Fall hat sich am Mittwoch (2.12.2020) in Friedberg ereignet.
  • Ein Polizist im Home-Office überführte einen potenziellen Einbrecher, der sein Haus auskundschaftete.
  • Der festgenommene Bad Nauheimer muss sich nun wegen Hausfriedensbruch in zwei Fällen verantworten.

Am Mittwoch (2.12.2020) hat ein Polizist im Home-Office einen potenziellen Einbrecher verhaftet, der sowohl sein Haus als auch ein anderes Haus in Friedberg auszukundschaften schien. Eine Absicht in die Häuser einzubrechen könne dem Mann zwar nicht nachgewiesen werden, dennoch müsse er sich, laut Polizeibericht, wegen Hausfriedensbruch in zwei Fällen verantworten. Doch wie war es zu der kuriosen Verhaftung gekommen?

Friedberg: Polizist im Home-Office schnappt potenziellen Einbrecher

„Winterzeit ist Einbruchszeit“ heißt es oft im Volksmund. Diebe nutzen die frühe Abenddämmerung aus, um unerkannt in fremde Häuser zu gelangen und Beute zu machen. Während der anhaltenden Corona-Pandemie haben nun viele Betriebe ihre Mitarbeiter ins Home-Office geschickt um eine Verbreitung des Virus zu vermeiden - dies erschwert Einbrechern ihr Vorhaben. Dass sich nun aber ein Polizist im Home-Office befindet, hört man selten und doch war es am Mittwoch in Friedberg der Fall.

Der Hauptkommissar befand sich im Home-Office um Papierkram zu erledigen, als gegen 13.15 Uhr sein Handy Alarm schlug. Die gekoppelten Bewegungsmelder am Haus wiesen den Beamten darauf hin, das etwas nicht stimmte - sie meldeten eine Aktivität im Garten und auf der Terrasse. Prompt erschien ein Bild auf dem Display, dass einen Mann mit Kappe und Rucksack dabei zeigte wie er das Grundstück ausspionierte. Der Polizist sah noch über die Kamera, dass der Mann seinen Garten wieder verließ und machte sich vorerst zu Fuß auf um nach dem potenziellen Einbrecher zu fahnden.

Friedberg: Verdächtiger Mann spioniert noch anderes Grundstück aus

Als der Polizist den verdächtigen Mann zunächst nicht in der Umgebung auffand, begab er sich schleunigst in seinen privaten Wagen. Dann „bestreifte“ er, so der Polizeibericht, die nähere Gegend bis er im benachbarten Neubaugebiet fündig wurde. Der mit Kappe bekleidete Mann streunte nun in der Anna-Kloos-Straße Ecke Heinrich-Buxbaum-Straße umher und schien auch hier ein Haus auszukundschaften. Mit den berühmten Worten „Halt, Polizei“ stellte der Hauptkommissar den potenziellen Einbrecher und nahm ihn anschließend fest.

Auf der Wache in Friedberg stellte sich dann heraus, dass der 41-jährige Bad Nauheimer durchaus kein Unbekannter und bereits wegen diversen Delikten bei der Polizei bekannt ist. Eine Absicht seinerseits in die Häuser einzubrechen könne man, laut Polizeibericht, zwar annehmen, dem Mann aber nicht direkt unterstellen, da er weder Einbruchswerkzeug noch Beute mit sich führte. Trotzdem müsse er sich wegen Hausfriedensbruch in zwei Fällen verantworten. Nach Klärung der Formalitäten konnte der 41-Jährige die Wache wieder verlassen.

Home-Office Polizist: Friedberger Polizei warnt vor Nachahmung

Der engagierte Hauptkommissar hat durch sein beherztes Eingreifen im Home-Office möglicherweise mehrere Straftaten verhindern können, so der Polizeibericht. Die Polizei warne Privatpersonen jedoch davor, sein Verhalten nachzuahmen und sich so womöglich in Gefahr zu begeben. Bestünde der Verdacht, dass Einbrecher im Haus zu Gange seien, sollte immer die Polizei unter der Notrufnummer 110 gerufen werden.

Für Fragen, die den Einbruchschutz angehen steht der besagte Polizist interessierten Bürgern am kommenden Donnerstag (10.12.2020) zwischen 10 und 12 Uhr auf dem Bad Vilbeler Wochenmarkt zur Verfügung. Weitere Infos und Beratungstermine können mit der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, Hautkommissarin Sylvia Jakob, Tel.: 06033/9181-13 vereinbart werden.

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