Sie konnten zusammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief? Dann sollte man eine Brücke bauen. Die CDU schlägt dafür eine Stelle in der Verlängerung der Städter Straße in Fauerbach vor.		FOTO: NICI MERZ
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Sie konnten zusammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief? Dann sollte man eine Brücke bauen. Die CDU schlägt dafür eine Stelle in der Verlängerung der Städter Straße in Fauerbach vor. FOTO: NICI MERZ

Kostenschätzung liegt vor

Friedberg-Fauerbach: CDU wünscht Brücke über die Usa

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Eine Brücke in die Natur will die Friedberger CDU schlagen, genauer gesagt über die Usa in Höhe des Schützenhauses in Fauerbach. Dort nämlich fehlt ein Zugang zum Usatal-Radweg.

Momentan beraten die Friedberger Kommunalpolitiker den Haushaltsentwurf 2021. Angesichts der Corona-Krise ist klar: Jeder Cent muss dreimal umgedreht werden, nicht alle Wünsche lassen sich erfüllen. Aber vielleicht sind diesmal oder vielleicht beim nächsten Haushalt doch noch 408 000 Euro übrig. Diesen Betrag würde eine kombinierte Geh- und Radwegbrücke über die Usa kosten, sagte Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) am Donnerstag im Verkehrsausschuss.

Die Zahl ist nicht in Stein gemeißelt, es handelt sich um eine Schätzung anhand der erforderlichen Fläche der Brücke. Antkowiak stellte zwei Varianten vor: die kombinierte Geh- und Radwegbrücke und eine reine Fußgängerbrücke. Deren Fläche würde 72 Quadratmeter umfassen, die Baukosten dieses Typs lägen bei 180 000 Euro. Zuzüglich Nebenkosten (82 000 Euro) und Kosten für den Umbau des Auslaufbauwerks (50 000 Euro) stünden am Ende 312 000 zu Buche. Die knapp 100 000 Euro teurere Geh- und Radwegebrücke würde 103 Quadratmeter Fläche aufweisen.

Die Länge des Brückenoberbaus schätzt die Stadtverwaltung auf 20 bis 24 Meter. Da bei einem Brückenbau Eingriffe in den Uferbereich vorgenommen werden müssen, ist eine Abstimmung der Baumaßnahme mit der Unteren Wasserbehörde und der Unteren Naturschutzbehörde nötig.

Die beiden Brückentypen unterscheiden sich vor allem in der Breite. Die Fußgängerbrücke wäre zwischen 2,60 und 3 Meter breit. Es müssten Schilder mit dem Hinweis »Radfahrer bitte absteigen« angebracht werden. Die kombinierte Variante für Fußgänger und Radfahrer wäre zwischen 3,90 und 4,30 Meter breit.

Neue Wohnungen entstehen im Viertel

Die Stadtverwaltung sollte gemäß dem CDU-Antrag auch in Erfahrung bringen, welches Material für den Bau der Brücke sinnvollerweise gewählt wird. Die Kombination Kunststoff und Karbon soll demnach vorwiegend bei Spannbetonbrücken zum Einsatz kommen, der Baustoff befindet sich aber laut TU Berlin noch in der »experimentellen Phase«. Bleibt die Brückenbauweise aus Holz und Stahl, die aufgrund von Korrosion und Feuchtigkeit einen hohen Unterhaltungsaufwand hat. Holzbrücken haben erfahrungsgemäß eine eher niedrige Nutzungsdauer (15 bis 25 Jahre). Dies müsse bei der Prüfung der Wirtschaftlichkeit beachtet werden, sagte Antkowiak.

Die CDU hatte in ihrem Antrag darauf verwiesen, dass immer mehr Menschen ihre Freizeit in der Natur verbringen. In und um die Fauerbacher Straße herum entstünden momentan neue Wohngebäude, weitere seien geplant.

Den künftigen Bewohnern fehle aber der Zugang zum Usatal-Radweg. An der Stelle, welche die CDU für ein neues Brückenbauwerk vorgeschlagen hat, stand vor vielen Jahren schon einmal eine. Diese Brücke sei abgerissen, aber nie ersetzt worden.

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