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Klassenlehrerin Claudia Henkel (M.) hat für ihre Erstklässler Blumen mit den Namen gebastelt, die sie an die grüne Wiese pinnen können.

Einschulung

Friedberg: Der »Ernst des Lebens« beginnt -Bunte Blumenwiese zur Einschulung

  • VonKim Luisa Engel
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Am Dienstag wurden zahlreiche Kinder in der Wetterau eingeschult. Die WZ hat bei der Grundschule Friedberg-Fauerbach vorbeigeschaut. Was lernen die ABC-Schützen am allerersten Schultag?

Es ist viel los auf dem Hof der Grundschule Fauerbach in der Friedberger Hauptstraße. Kinder sitzen nebeneinander auf Holzbänken. Ein bunter Schulranzen auf dem Rücken reiht sich an den nächsten und verrät: Das sind die neuen Erstklässler, für die heute der »Ernst des Lebens« beginnt. Hinter ihnen, vor dem Klettergerüst, stehen Eltern, Geschwister, Omas und Opas.

Alle schauen gebannt nach vorne. Denn vor dem Eingang begrüßen die Zweitklässler zusammen mit dem Leiter der Musikschule Friedberg, Bert Jonas, die Neuen mit einem Lied. »Jetzt geht’s los!« singen sie. Diese Worte greift auch Schulleiterin Lisa Weidner auf: »Endlich geht es los«, begrüßt sie die 23 Erstklässler. Ein neuer Lebensabschnitt beginne jetzt, sagt sie und fragt, ob die Kinder jemanden kennen, der vielleicht auch etwas aufgeregt ist. Zuerst hat niemand eine Idee, doch dann ruft eine kleine, helle Stimme »unsere Eltern« - und alle lachen.

Friedberg: Einschulung in Grundschule Fauerbach

Weidner verkündet außerdem, dass Lehrerin Michaela Ruf in diesem Jahr eine Intensiv-Klasse in »Deutsch als Zweitsprache« unterrichten wird. Sechs der neuen Erstklässler bekommen Einzelunterricht, sollen aber in Sport und in den musischen Fächern im Klassenverband unterrichtet werden, damit sie schneller integriert werden. Weidner weist auch auf den Regenbogen über dem Eingang hin und erklärt: »Gemeinsam sind wir bunt, jeder kann etwas Besonderes.«

Diese Botschaft spiegelt sich auch im Schullied »Bunt« wieder, das die 2b vorträgt. Darin ist von Regenbögen und Blumenwiesen die Rede. Letztere spielt auch bei der Einschulungszeremonie der Erstklässler eine große Rolle. Die stellvertretende Schulleiterin und Klassenlehrerin der neuen 1a, Claudia Henkel, hat aus Muffin-Förmchen Blumen mit den Namen der Erstklässler gebastelt. Jedes Kind wird aufgerufen, darf sich seine Blume nehmen, diese auf die grüne »Wiese« kleben und sie so ein Stückchen bunter machen.

Später stehen die Namen »Mohamed«, »Mia«, »Julien«, »Hajun« und viele mehr auf der Holztafel. Am Mittwoch bekommen sie Gesellschaft, dann wird eine weitere Klasse an der Grundschule Fauerbach eingeschult werden. Nach dem kleinen Kennenlern-Spiel wird es ernst für die ABC-Schützen: Sie liefern ihre Schultüten bei der Familie ab, setzen ihre Maske auf und laufen in einer langen Schlange zu ihrem neuen Klassenzimmer.

Dort oben angekommen, herrscht zunächst großes Gewusel, aufgeregte Kinderstimmen rufen durcheinander. Klassenlehrerin Claudia Henkel sagt: »Jedes Kind sucht bitte seinen Platz mit dem Namensschild.« Als die Erstklässler sitzen, kehrt Ruhe in der 1a, der Hasen-Klasse, ein.

Friedberg: Erstklässler lernen Morgen-Gruß

Henkel übt die morgendliche Begrüßung mit den Kindern ein. »Wenn ich sage ›Guten Morgen, Klasse‹, antwortet ihr ›Guten Morgen, Frau Henkel‹.« Da sie Musiklehrerin ist, legt sie besonderen Wert darauf, dass der Rhythmus stimmt - und bringt den Kindern gleich noch ein »Begrüßungs-Rhythmical« bei. Julien meldet sich, weil er eine Frage hat. »Super, das hast du schon gut gelernt«, sagt die Lehrerin und erklärt den anderen, dass sie sich in der Schule melden müssen und mit dem Reden warten sollen, bis sie drangenommen werden.

Danach bilden alle einen Stuhlkreis, Henkel liest ihnen aus dem Bilderbuch »Eine Ziege lernt schwimmen« vor. Auf dem Cover sitzen sich eine Ziege und ein Pinguin im Wasser gegenüber. »Passt das?«, fragt Frau Henkel die Klasse. Als die Kinder rein rufen, erinnert sie sie daran, das Melden zu üben. »Nein, eine Ziege wohnt nicht am Meer«, sagt Viktor. »Sondern auf der Wiese«, meint Mila, und eine Mitschülerin ergänzt: »Oder in den Bergen.«

Friedberg: Lehrerin liest aus Bilderbuch vor

So wie die Erstklässler sind auch die Tierkinder im Buch eingeschult worden und müssen nun den Unterricht besuchen. Doch sollen der Fisch, die Ente und das Pferd zusammen mit dem Affen den Baum hochklettern. Zwar gibt sich das Pferd Mühe, weil es zuvor schon laut Henkel »im Flugunterricht unangenehm aufgefallen war«, aber klappen will es trotzdem nicht mit dem Klettern.

»Was meint ihr, sind die Tiere unbegabt?«, fragt Henkel. »Nein«, sagt Mila. »Nicht jeder kann das gut, was ein anderer kann.« Henkel stimmt ihr zu. So könne das in der Hasenklasse auch manchmal sein - trotzdem sei es wichtig, dass sie alle ein Team sind.

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