+
Nach Angaben der Organisatoren sind am Tag des internationalen Klimastreiks bis zu 500 Demonstranten durch Friedberg gezogen. Foto: Dania Martin

Kritik an Bewaffnung

Ärger wegen Maschinenpistole bei Demo in Friedberg

  • schließen

Bei der Klimastreik-Demo sind am Freitag laut Organsatoren bis zu 500 Menschen durch Friedberg gezogen. Auch Polizei war vor Ort - samt Maschinenpistole, die für Wirbel sorgt.

Friedberg - Den Demonstranten, die am Freitag bei "Fridays for Future" durch Friedberg gezogen sind, hat das Klima am Herzen gelegen. Für ein vergiftetes Klima sorgte dabei allerdings eine Maschinenpistole, die ein Polizist bei sich trug. 

Zumindest Gabi Faulhaber, Vorsitzender der Linke Wetterau und Mitglied im Kreistag, ärgerte sich sehr über diese Form der Bewaffnung neben einer Demonstration, an der auch Schüler teilnahmen. Die WZ hat bei der Wetterauer Polizei nachgefragt, wie sie den Fall einordnet.

Faulhaber: "Wir sind in Friedberg und nicht in Afghanistan"

Doch zunächst zum Vorwurf selbst: Faulhaber schreibt in einer Pressemitteilung von einem jungen Polizisten mit Maschinenpistole, die er in beiden Händen vor seiner Brust gehalten habe. "Ich dachte, ich seh nicht richtig!" Natürlich habe sie die Polizisten angesprochen. "Mir wurde erklärt, man schütze die Demonstration. Mit einer Schnellfeuerwaffe? Welchen Anlass sollte es in Friedberg bei einer Schülerdemo geben, eine Maschinenpistole mitzuführen? Ich äußere mein Unverständnis und sehe das als Bedrohung und Eskalation." Ihr sei erklärt worden, schreibt Faulhaber weiter, dass man den Demonstrationszug schützen müsse, wenn er angegriffen werde.

Polizei reagiert auf Vorwurf nach "Fridays for Future" in Friedberg

"Will man dann auf Störer oder Provokateure schießen? Meinen die das ernst? Ein Polizist geht sogar zum Gegenangriff über: Ich eskaliere die Situation, weil ich mich aufrege", beklagt die Linke-Politikerin. Faulhaber fordert, die Polizei müsse künftig die Verhältnismäßigkeit wahren. "Wir sind in Friedberg und nicht in Afghanistan."

Sylvia Frech, Sprecherin der Wetterauer Polizei, zeigte Verständnis für den Unmut der Politikerin. Es sei unüblich, dass ein Polizist bei solch einer Demonstration eine Maschinenpistole bei sich trage. Die Einsatzkräfte seien vor Ort gewesen, um den Verkehr zu regeln. In diesem Fall habe ein Auszubildender die Waffe bei sich gehabt. Es spreche grundsätzlich nichts dagegen, als Polizist eine solche Waffe mitzuführen, sagte Frech. "Eine Maschinenpistole ist genauso ein Einsatzmittel wie jede andere Waffe, die wir dabei haben - vom Schlagstock bis zur Dienstpistole."

Polizisten mit Maschinenpistole werde man auch bei Weihnachtsmärkten sehen, "weil immer eine latente Gefahr besteht, dass es Einzeltäter gibt".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare