Entlang der Usa findet Amrei Ettemayer immer wieder neuen Müll. 	FOTOS: HAR/PV
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Entlang der Usa findet Amrei Ettemayer immer wieder neuen Müll. FOTOS: HAR/PV

Illegal entsorgt

Friedberg: Gegend rund um die Görbelheimer Mühle vermüllt

  • vonHarald Schuchardt
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Beim Spazierengehen ist es Amrei Ettemayer aufgefallen: Rund um die Görbelheimer Mühle findet sich jede Menge Müll. Illegal entsorgt. Die Biologin sammelt die Hinterlassenschaften anderer auf.

Friedberg – Seit zehn Jahren wohnt Amrei Ettemayer mit ihrem Partner in der Görbelheimer Mühle. Wenn es ihre Zeit zulässt, geht die Biologin, die sich in ihrem Studium auch mit Fließgewässern beschäftigte, gerne in der näheren Umgebung spazieren. Dabei ist der Bruchenbrückenerin in den letzten Monaten aufgefallen, dass der Müll entlang der Usa, die hinter der ehemaligen Mühle vorbeifließt, immer mehr wird. Gleiches gilt auch für die beiden Wasser führenden Gräben sowie entlang der Kreisstraße.

Beim Aufbau eines Krötenschutzzauns in Richtung Assenheim fiel ihr der dort illegal entsorgte Müll in den Straßengräben auch auf. »Der war zum Teil schon von Brennnesseln überwuchert«, sagt Ettemayer. Der Film vom »Plastic Planet«, der sich mit den Auswirkungen von Plastik in der ganzen Welt befasst, sowie eine Dokumentation über den Zustand der Weltmeere bestärkten die Wahl-Friedbergerin darin, zumindest in ihrer näheren Umgebung etwas gegen die zunehmende Müllflut zu tun.

Wetterau: Spaziergänger hinterlassen Müll an Görbelheimer Mühle bei Friedberg

So begann Ettemayer bei ihren Spaziergängen Müll einzusammeln, zunächst entlang der Usa. Über die Menge, die da zusammenkam, war sie schon erstaunt. Noch schlimmer war es entlang der Kreisstraße. Einmal fand sie im Straßengraben gleich ein halbes Dutzend Einkaufstüten, vollgestopft mit Restmüll aller Art.

Vor allem die Zahl der in den Straßengraben geworfenen Schnapsflaschen hat sie regelrecht erschreckt. »Ich habe noch nie so viele Flachmänner gesehen«, meint die Müllsammlerin und fragt sich, ob die Pkw-Lenker diese leertrinken und dann entsorgen, damit niemand mitbekommt, was sie auf dem Weg von oder zur Arbeit so zu sich nehmen.

»Jeder muss das tun, was er kann«, begründet sie ihr Handeln. »Irgendwann landet der Plastikmüll, der in die Flüsse geworfen wird, im Meer. Doch für viele ist das Meer ja weit weg. Wenn wir nicht wollen, dass das Meer voller Plastik ist, müssen wir das hier rausholen.«

Wetterauer Müllsammler holen sich Hilfe von der Stadt Friedberg

Bei ihren Spaziergängen traf sie einen älteren Mann, der gerade Müll am Wegesrand aufhob. Ettemayer: »Er hat mir erzählt, dass er das schon lange macht. Es ist schön zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin.«

Zunächst versuchte die Mühlenbewohnerin noch, den gesammelten Müll und Abfall über den eigenen Hausmüll zu entsorgen. Doch die Müllmenge passte schnell nicht mehr in die entsprechenden Behälter. So wandte sich Ettemayer mit einem Mail an die Abfallwirtschaftsbetriebe des Wetteraukreises, mit der Bitte, den gesammelten Müll abzuholen.

Schnell erhielt sie eine Antwort, in der sie gebeten wurde, Kontakt mit der Stadt Friedberg aufzunehmen, da diese für die Entsorgung des Mülls im Stadtgebiet zuständig ist. Das tat sie und erhielt schnell Antwort aus dem Ordnungsamt.

Wetterau: Säckeweise Müll an der Görbelheimer Mühle in Friedberg gefunden

»Damit habe ich nicht gerechnet. Der Mitarbeiter war sehr freundlich, und schon am nächsten Tag wurden die Säcke abgeholt«, freut sich Ettemayer. Auch wurde ihr mitgeteilt, sie könne sich jederzeit wieder melden, wenn Müll abgeholt werden soll.

Das wird schon dieser Tage der Fall sein, denn in den Straßengräben fand Ettemayer schon wieder ganze Säcke voller Müll. Einen gelben Sack hat jemand direkt an der Ampel der Bahnunterführung abgestellt.

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