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»Gönn dir ein Jahr«, lautet das Motto der IB-Freiwilligendienste. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen Dorothea Leimbach (l.) und Stephanie Wallrath sehen vor allem während der Corona-Krise eine sinnvolle Alternative in einem Freiwilligendienst.

Freiwilligendienst als Alternative

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Wetteraukreis (pm). Vielen jungen Erwachsenen erschwert die gegenwärtige Corona-Krise Zukunftsentscheidungen: Abgesagte Ausbildungsplätze und ins Wasser gefallene Auslandsaufenthalte durchkreuzen ihre Pläne. Ein Freiwilligendienst bietet die Möglichkeit, ins Berufsleben reinzuschnuppern und sich für die Gesellschaft zu engagieren. Seit vergangenem September vermittelt der Internationale Bund (IB) Stellen für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Wetteraukreis und im Main-Kinzig-Kreis, informiert der IB in einer Pressemitteilung.

Die pädagogischen Mitarbeiterinnen Dorothea Leimbach und Stephanie Wallrath vermitteln und begleiten die Freiwilligen. Sie stellen die IB-Freiwilligendienste vor und erklären, warum ein soziales Bildungsjahr wertvolle Erfahrungen bringen und vor allem in der Corona-Krise eine Perspektive sein kann.

Unterschiedliche Einsatzorte

»Meist wenden sich Interessierte an uns, wir beraten sie und suchen gemeinsam eine passende Einsatzstelle. Manche haben auch schon einen Wunsch oder eine Tendenz«, sagt Leimbach. Einsatzstellen können die verschiedensten sozialen Einrichtungen oder andere gemeinwohlorientierte Arbeitsstellen sein - etwa Kindergärten, Krankenhäuser, Schulen, aber auch Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung oder die Feuerwehr. Bevor der IB-Freiwilligendienste vor einem halben Jahr nach Friedberg kam, befand sich der Standort bereits in Frankfurt und hat somit Einsatzstellen in der Region parat. »Um zu wachsen und neue Bereiche dazuzugewinnen, gehen wir aktuell vermehrt in die Akquise und bauen weitere Kooperationen auf«, erklärt Leimbach, die auch Koordinatorin der IB-Freiwilligendienste ist.

Etwa die Seniorenbetreuung oder Beratungsstellen wären weitere mögliche Felder, sagt sie. Mit dem IB als Träger erhalten die Freiwilligen dann unabhängig davon, in welcher Einsatzstelle sie arbeiten, 400 Euro Taschengeld pro Monat. Sie haben einen festen Ansprechpartner beim IB sowie in ihrer Einsatzstelle und arbeiten dort für ein Jahr in Vollzeit. »In Ausnahmefällen ist auch eine Teilzeitstelle möglich, etwa wenn jemand gesundheitlich eingeschränkt ist oder für alleinerziehende Mütter«, betont Wallrath.

Auch die Länge kann zwischen einem halben Jahr und 18 Monaten variieren. »In erster Linie arbeiten die Freiwilligen in einem festen Bereich und unterstützen in ihrer Tätigkeit die Fachkräfte«, schildert Leimbach. »Die Freiwilligen bekommen auch die Chance, sich einzubringen und zum Beispiel ein eigenes Projekt oder eine kleine Veranstaltung zu organisieren.« Für viele sei das eine Chance, sich zu entfalten und auszuprobieren, ergänzt ihre Kollegin Wallrath. Zum Beispiel, indem sie im Kindergarten einen Projekttag zum Thema gesunde Ernährung organisieren. »Dafür sind auch die Fachkräfte dankbar, da sie oft selbst keine Zeit dafür haben.« Die pädagogischen Mitarbeiterinnen sind da, wenn es mal Probleme gibt. Ein besonderes Highlight sind aber auch für sie die Seminartage, die jeweils einwöchig fünfmal im Jahr stattfinden. Normalerweise kommen dazu alle Freiwilligen im IB-Standort in der Alten Bahnhofstraße in Friedberg zusammen, zuletzt fanden die Seminare jedoch online statt.

Verantwortung übernehmen

Bei einem Einführungsseminar zu Beginn des Freiwilligendienstes lernen die Freiwilligen sich gegenseitig kennen und erfahren ihre Rechte und Pflichten während des Bildungsjahres. »Es geht aber auch um Vorstellungen, Erwartungen und Sorgen, die die Freiwilligen haben«, erklärt Wallrath. »Das Ziel unserer pädagogischen Begleitung ist es, den Freiwilligen zu vermitteln, wie sie für sich selbst einstehen, lernen, auf sich zu achten und Verantwortung zu übernehmen«, sagt Wallrath. Doch was vor allem jetzt besonders wichtig sei: »Viele Freiwillige sagen uns, dass sie froh sind, etwas geplant zu haben, morgens aus dem Haus gehen zu können und etwas Geld zu verdienen.«

48 Freiwillige starteten im vergangenen September ihren Einsatz im Wetteraukreis und im Main-Kinzig-Kreis. Für den neuen Jahrgang, der kommenden September startet, sind 60 Plätze geplant. Weitere Infos und Kontakte gibt es über die Homepage des Internationalen Bundes.

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