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Für mehr Teilhabe von Frauen in der Arbeitswelt: (von links) Karin Frech (FAB), Natalie Pawlik, Franziska Linhart (stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Kreistag), Lisa Theune und Carsten Dannwolf (beide FAB).

»Fortschritte statt Rückschritte«

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Wetteraukreis (pm). Die Bundestagskandidatin und stellvertretende Vorsitzende der Wetterauer SPD, Natalie Pawlik, hat dieser Tage gemeinsam mit der SPD-Kreistagsabgeordneten Franziska Linhart die »Frauen Arbeit Bildung gGmbH« in Friedberg besucht. Im Gespräch mit der FAB-Geschäftsführerin Karin Frech und dem dortigen Leiter des Bereichs Qualifizierung und Weiterbildung, Carsten Dannwolf, standen vor allem die aktuellen Entwicklungen bei der FAB, die Teilhabe von Frauen in der Arbeitswelt und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gleichstellung der Geschlechter im Fokus.

»Laut dem Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums hat das Corona-Pandemiejahr 2020 unsere Gesellschaft in der tatsächlichen Gleichstellung von Männern und Frauen um rund 40 Jahre zurückgeworfen«, heißt es in einer Pressemitteilung dazu. »Krisen sind häufig Verstärker bestehender Probleme und existierender Ungleichheiten. So hat die Corona-Pandemie die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern verschärft und Frauen und Mädchen mit ihren Auswirkungen besonders hart getroffen«, so Pawlik, die seit 2016 auch Mitglied des Wetterauer Kreistags ist. Nun brauche es keine 94 Jahre, sondern 134,6 Jahre, um wirkliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen zu erreichen.

Das möchte die junge Politikerin so nicht stehen lassen. »Ob im Job, der Politik, bei der Fürsorgearbeit im eigenen Haushalt oder bei der Betreuung von Kindern und der Pflege von Angehörigen - wir brauchen Fortschritte statt Rückschritte in der Gleichstellung«, erklärt Pawlik.

Karin Frech unterstützt diese Forderungen. »Wir sind weiterhin streitbar. Die Welt ist männlich. Unser Credo lautet deshalb: Alle Frauen sollen selbstbestimmt leben können«, erklärt sie das Leitbild der gemeinnützigen Organisation. Die FAB gGmbH gliedert sich in die drei Fachbereiche Betreuung, Bildung und Ernährung. Im Stammpersonal arbeiten 376 Menschen, davon 306 in Teilzeit und 57 Personen in Vollzeit. Nach biologischem Geschlecht aufgegliedert arbeiten bei der FAB 314 Frauen und 62 Männer.

Qualifizieren und wiedereingliedern

Pawlik, die in ihrer politischen Arbeit großen Wert auf lebenslange Chancen durch Weiterbildung und Qualifizierung legt, informierte sich bei dem Termin näher über die Bildungsmaßnahmen. »Wir legen besonderen Wert auf die Qualifizierung und Wiedereingliederung von benachteiligten Personen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Dabei liegt uns Chancengerechtigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders am Herzen«, ergänzt Carsten Dannwolf, Leiter des Bildungsbereichs. »Es braucht eine Basis und gewisse Struktur, um Menschen wieder in das System Arbeit einzuführen«, erklärt Dannwolf weiter.

»Das Gemeinwohl ist uns wichtig. Gleichstellung aller Menschen heißt eben auch gleiche Möglichkeiten in Bildung und Bezahlung - sowie Anerkennung«, unterstreicht Frech. Mit dem Projekt »Wetterauer Wege in die Sozialwirtschaft« eröffne der Wetteraukreis Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund oder Sprachförderbedarf Wege, um eine Ausbildung oder Qualifizierung im medizinischen oder sozialen Bereich aufzunehmen.

»Die FAB gGmbH leistet wichtige Arbeit und einen großen Beitrag zur Gleichstellung von Männern und Frauen in unserer Region. Ohne einen Partner wie die FAB würden viele wichtige Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt nicht die Qualität erreichen, die wir brauchen. Ich bin froh, dass wir als Wetteraukreis auf einen so starken Partner bei der Verwirklichung von Teilhabechancen von Frauen am Arbeitsmarkt zählen können«, erklärt Pawlik abschließend.

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