Friedberger Liberale und Wehrheimer BI-Aktive setzen sich gegen den Bau von Windkraftanlagen am Winterstein ein und schauen sich vor Ort die Natur an.	FOTO: PM
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Friedberger Liberale und Wehrheimer BI-Aktive setzen sich gegen den Bau von Windkraftanlagen am Winterstein ein und schauen sich vor Ort die Natur an. FOTO: PM

FDP fordert: Keine Windkraftanlagen am Winterstein

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Friedberg (pm). Gemeinsam mit Gästen hat die Friedberger FDP eine Wanderung über den Winterstein unternommen. Dort plant die Landesregierung den Bau von bis zu 15 Windkraftanlagen. Unter der Leitung des Naturschützers Klaus Heinold erkundeten die Liberalen aus der Kreisstadt die Natur- und Waldlandschaft des Wintersteins.

Begleitet wurden sie dabei von Mitgliedern der Wehrheimer Bürgerinitiative gegen den Bau der Anlagen mit BI-Sprecher Andreas Funke. »Wer beim Thema Windenergie von harmlosen Windrädern‹ und romantischen Windparks spricht, der verschweigt, dass es sich in Wahrheit um Industrieanlagen handelt, die sich im wörtlichen Sinn tief in den Wald eingraben«, sagte Achim Güssgen-Ackva, Fraktionsvorsitzender der FDP in der Friedberger Stadtverordnetenversammlung. »Der Winterstein ist für die Region ein einzigartiges Juwel, das es zu bewahren gilt.«

Klaus Heinold, der den Winterstein in- und auswendig kennt, erklärte nicht allein den Baumbestand, der auch ohne Windkraftanlagen vor Herausforderungen steht, sondern flocht auch Hinweise zur Tier- und Pflanzenwelt ein, die deutlich machten, warum das Gebiet nicht einer industriellen Nutzung zum Opfer fallen dürfe, wie die FDP Friedberg in einer Pressemitteilung schreibt.

»Angeblich sollen nach den derzeit vorliegenden Plänen nur drei Windkraftanlagen gebaut werden. Aber das wäre nur der Anfang. Geht es nach den Grünen, sollen mindestens zehn, wenn nicht fünfzehn Anlagen entstehen - und ich fürchte, die CDU wird wider jede Vernunft auch dabei mitmachen«, beklagte Güssgen-Ackva.

Die Kreisstadt-FDP spricht sich gegen den Bau der Anlagen auf dem Winterstein aus. »Es würde eine einmalige Landschaft verschwinden, die Tierwelt würde wichtige Nist- und Rückzugsgebiete verlieren, wertvolle Bäume und Pflanzen würden dauerhaft vernichtet, das Kleinklima würde nachhaltig gestört« sagte Güssgen-Ackva.

Schneisen für die Baumaschinen

Die Eingriffe in die Landschaft seien nicht beherrschbar. Allein für die Baustraßen, die zu jeder einzelnen Anlage führten, müssten schwerste Maschinen eingesetzt werden, alter Baumbestand würde nicht allein für die Windkraftanlagen selbst, sondern auch bereits für die Baustraßen gefällt.

»Im Ergebnis werden Schneisen von der Größe eines Fußballplatzes nur für die Anlagen selbst in den Wald geschlagen,« ergänzte Dr. Markus A. Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der Friedberger FDP. »Für jede Anlage müssen mindestens 3500 Tonnen Stahl und Beton im Boden versenkt werden, die mit höchster Wahrscheinlichkeit auf ewig im Boden verbleiben. Unter Umständen kommen noch weitere Betonsockel mit bis zu 15 Metern Tiefe hinzu« erläuterte Schmidt. Der Platzbedarf einer einzigen Anlage betrage 380 Quadratmeter für das Fundament sowie 1800 Quadratmeter für den Kranstellplatz während der Bauzeit.

Güssgen-Ackva: »Statt eine Vernichtung des Waldes zu betreiben, sollten wir alles tun, um den Wald zu stärken. Wälder wirken in einer Zeit der Erwärmung wie Kühlaggregate.«

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