WIR fordert einen "Bürgerrat"

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Friedberg(jw/pm). Das Bürgerbündnis WIR fordert vom Rathaus mehr Initiativen in Sachen Stadtentwicklung. In einem offenen Brief haben die WIR-Mitglieder (die Gruppe umfasst nach eigenen Angaben derzeit 46 Personen) Bürgermeister Dirk Antkowiak um ein Gespräch mit der neuen Bauamtsleitung gebeten. Es gebe Projekte aus den ISEK-Workshops, die schon heute umgesetzt werden könnten.

Anfang Dezember kritisierten Friedberger Bürger, darunter auch Mitglieder von WIR, den aus ihrer Sicht schleppenden Gang des ISEK-Prozesses. Bürgermeister Antkowiak wies die Kritik zurück.

Fast alle WIR-Mitglieder hätten sich am ISEK-Prozess beteiligt. Aber nicht die Frage, ob ISEK erfolgreich war oder nicht, sei den WIR-Mitgliedern wichtig, sondern die Entwicklung der Stadt. "Wir wollen die Diskussion für eine lebenswerte Stadt, die den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte standhalten kann, bereichern und gehen davon aus, dass auch Sie das wollen", schreiben die WIR-Sprecher Brigitte Mergner und Dieter Fitsch an den Bürgermeister. Kritik übt WIR am Rahmenplan der Kaserne, der "in einigen Bereichen nicht über Althergebrachtes" hinausgehe. "Wir können nicht warten, bis Planungsbüros nach Jahren Konzepte abliefern, denen Stadtverordnete und die Verwaltung misstrauen und davon die Hälfte zurückstellen." Vorrangig ist laut WIR "alles, was den Klimaschutz angeht".

Im ISEK-Prozess habe es Vorschläge gegen die Überhitzung der Stadt, für Luftzirkulation in neuen Quartieren, soziale Räume, Treffpunkte und Marktplätze gegeben. "Auch eine Zusammenarbeit mit der THM in Gestalt eines gemeinsamen Campus für Friedberger Jugendliche und Studenten wurde vorgeschlagen."

Frische Luft und ein Campus

Darüber hinaus habe es viele konkrete Vorschläge zu klima-verträglichen Mobilitätskonzepten gegeben, einschließlich der Bahnhofsumgestaltung und der Abkehr von der Dominanz des Autoverkehrs. "Breite Fahrrad- und Fußwege sollen die Straßen sicherer machen." Diskutiert worden seien auch die Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf der Kaiserstraße sowie neue Formen des Wohnens. Diese Diskussionen müssten zügig fortgeführt werden, fordert WIR und schlägt die Einsetzung eines "Bürgerrats" vor, wie ihn "auch Wolfgang Schäuble für Kommunen eindringlich empfiehlt". Darüber würde man gerne mit dem Rathaus sprechen. Der Einfluss der gewählten Stadtverordneten werde durch ein solches Gremium "keineswegs geschmälert".

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