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Mitten im Sommer: Derzeit schreibt Dr. Friedhelm Häring die Geschichte für sein erstes Friedberger Weihnachtsbüchlein.

Fleißig am Schreibtisch

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Trotz zweier Lockdowns war der bekannte Kunsthistoriker Dr. Friedhelm Häring aktiv. Bundes- und sogar europaweit ist der Friedberger ein gefragter Redner bei bisher über 1000 Vernissagen. In den letzten Monaten war der langjährige Direktor des Oberhessischen Museums in Gießen an seinem Schreibtisch umso fleißiger.

Insgesamt zehn Publikationen hat der 73-Jährige in der Pandemie-Zeit verfasst. »Ich bin sehr froh, dass ich jetzt wieder Ausstellungen eröffnen kann«, sagt der Mitbegründer des Friedberger Kunstvereins, für den die letzte Vernissage vor dem zweiten, langen Lockdown ein ganz besonderes Erlebnis war.

Für eine Ausstellung mit Werken von Kilian Saueressig in der Nationalbibliothek in Venedig hatte Häring die Publikation »La chiave della luce« geschrieben. Am 17. Oktober letzten Jahres wurde die Ausstellung eröffnet. Häring hielt in dem prachtvollen Saal die Einführung. »Als Student durfte ich da nicht rein, erst jetzt als alter Sack«, meint Häring lachend.

Zu seinen Veröffentlichungen aus dem letzten Jahr gehört auch ein Beitrag für das »Schwälmer Jahrbuch 2021«, über die Künstlerkolonie in Willinghausen. Das Buch wird vom Schwälmer Heimatbund herausgegeben. »Für den Verein habe ich schon vor mehr als 25 Jahren Aufsätze geschrieben«, erläutert Häring.

Für die renommierte Berliner Galerie »janinebeangallery« hat er für die derzeit laufende Ausstellung »Moonlight at noon« den Ausstellungskatalog verfasst. Gezeigt werden Arbeiten von Martin Stommel und des Albaners Orion Shima.

Eines haben nahezu alle Künstler und Galeristen gemeinsam. Häring kennt sie meist seit Jahrzehnten, oft noch aus der Studienzeit, so wie den Galeristen Bertin Gensgens, den Leiter der Galerie Arthus in Zell am Harmersberg im Schwarzwald.

»Bertin war als Volontär bei mir im Oberhessischen Museum«, erinnert sich Häring, der am 11. Juli in der Galerie für zeitgenössische Kunst die bereits laufende Ausstellung »Bewegung und Farbe« besprechen wird.

Für Häring war es keine Frage, den Text für die reich bebilderte Publikation zu schreiben, handelt es sich doch bei den gezeigten Werken um Arbeiten des Friedberger Raphael Rack, mit dem Häring eine lange Freundschaft verbindet.

»Vielschichtigkeit - Sprung in die Farbe«, lautet der Titel der Publikation. Erstmals werden in dieser Ausstellung auch feinsinnig abstrakte Zeichnungen von Rack gezeigt, die Häring als »sensibles Nachzittern des Alltags in der Zeichnung« bezeichnet. Häring: »Die Zeichnungen sind der Hammer.« Rack ist einer von drei regionalen Künstlern, die »mir ganz besonders am Herzen liegen.« (Häring).

Hinzukommen Bodo Klös aus Lich Nieder-Bessingen und der gebürtige Gießener Günther Herrmann, der nach kurzer schwerer Krankheit im Dezember letzten Jahres verstorben ist. Alle zwei Jahre zeigten die beiden Künstler ihre Werke in einer gemeinsamen Ausstellung im Dormitorium des Kloster Arnsburg in Lich. Das wird auch ab 17. Juli noch einmal der Fall sein. Die Essays für die zwei Publikationen über die Künstler hat Häring geschrieben.

Während Häring diese Arbeiten längst abgeschlossen hat, nähert sich ein ganz anderes Projekt gerade der Endphase. 24 Gedichte hat Häring für sein »erstes Friedberger Weihnachtsbüchlein« geschrieben. Dazu soll noch eine Geschichte kommen. »Das sind fröhliche aber auch nachdenkliche Gedichte, manche für Kinder, andere für Erwachsene.« Auch ein Corona-Weihnachtsgedicht darf in dem Buch, das im Spätherbst erscheinen soll, nicht fehlen.

Illustriert wird das Buch von Karlotta (12), Maxima (8) und Karlchen (5), den Kindern von Künstler Kilian Saueressig, dessen neueste Ausstellung am 23. Juli in der Kunsthalle in Riegel am Kaiserstuhl eröffnet wird.

So schließt sich für Häring ein Kreis: »Von Venedig vor dem großen Lockdown hin zum Schwarzwald.« Sein Friedberger Weihnachtsbuch will Häring in mehreren Lesungen vorstellen.

Die neuen Publikationen über die regionalen Künstler Günther Hermann, Bodo W. Klös und Raphael Rack

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