Stephanie Becker-Bösch (l.) hisst zusammen mit Gunnar Bolsinger und Vertreterinnen der FAB die fünf Flaggen. FOTOS: LOD
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Stephanie Becker-Bösch (l.) hisst zusammen mit Gunnar Bolsinger und Vertreterinnen der FAB die fünf Flaggen. FOTOS: LOD

Flaggen unterstreichen Werte

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg(har). "Menschlichkeit", "Vielfalt", Respekt" und "Demokratie" steht auf vier Flaggen, die zusammen mit der Flagge "interkulturelle Wochen Wetterau" am Freitag auf dem Europaplatz gehisst worden sind. Anlass war der offizielle Startschuss für die Interkulturellen Wochen des Wetteraukreises, deren Programm in diesem Jahr coronabedingt kleiner ausfällt als in der Vergangenheit. Eröffnet wurde die Feier, zu der rund 50 Gäste gekommen waren, vom Frankfurter Turnalar-Ensemble.

"Eigentlich sind wir fünf", sagte Anka Hirsch, die neben Cello auch Rahmentrommel und Akkordeon spielt. Zusammen mit Sängerin Filiz Tufan und Salim Salari mit der Tar, einem Saiteninstrument aus Aserbaidschan, spielte Hirsch internationale Musik. Neben einem Volkslied aus der Türkei brachte das Trio auch eine Melodie mit arabisch-indischen Einflüssen in einem einmaligen Arrangement für Cello und Tar zu Gehör, was die Besucher mit viel Beifall quittierten. "Ich freue mich, nach einem halben Jahr wieder Livemusik zu hören, es ist einfach schön", sagte die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch, zugleich Schirmherrin der Internationalen Wochen. "Wir freuen uns auch, wieder spielen zu können", entgegnete Hirsch. Ein besonderes Lob der Schirmherrin ging an Bettina Volz vom Fachbereich Jugend und Soziales des Wetteraukreises: "Ohne Sie gäbe es die Internationalen Wochen in diesem Jahr nicht." Ihr sei es gelungen, "ein kleines, aber feines Programm" zusammenzustellen, immer unter Beachtung der Corona-Regeln, die auch bei der Eröffnungsfeier eingehalten wurden.

"Wir brauchen wieder gesellschaftliche Kontakte, soziales Leben und vor allem Kultur, die besonders unter der Corona-Pandemie leidet", sagte Becker-Bösch. Ein weiterer Dank ging an die Sparkasse Oberhessen als Hauptsponsor und an die FAB (Frauen-Arbeit-Bildung) für die Unterstützung der Eröffnungszeremonie.

Für Aufnahme von Geflüchteten

"Corona hat uns allen gezeigt, dass wir einen starken Zusammenhalt in der Gesellschaft benötigen", konstatierte Becker-Bösch, die anschließend auf die menschenunwürdigen Zustände für die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln einging. "Es ist schade, dass die Europäische Union Menschen, die fliehen mussten, im Stich lässt." Stattdessen kaufe sich die EU bei der Türkei frei, damit Flüchtlinge nicht nach Europa gelangten. "Wir haben genügend wirtschaftliche und gesellschaftliche Mittel, um Flüchtlinge aufzunehmen, zu unterstützen und zu integrieren. Wir brauchen diese Vielfalt", sagte die Erste Kreisbeigeordnete. Abschließend bezeichnete sie es als "unverantwortlich, dass es Politiker gibt, die sich gerade nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos abfällig gegenüber Flüchtlingen äußern."

Becker-Bösch, Gunnar Bolsinger von der Sparkasse Oberhessen und FAB-Vertreterinnen hissten die fünf Flaggen. Mit einem weiteren Musikstück des Turnalar-Ensembles und einem von FAB-Frauen verteilten Imbiss klang die Eröffnungsfeier aus.

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