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Dank des Lotterie-Gewinns kann die Fassade des Trafo-turms künstlerisch gestaltet werden.

Finanzieller Schub für Dorheimer »Tierhotel«

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Friedberg (pm). Der NABU Friedberg kann sich über 5000 Euro aus der Umweltlotterie »GENAU« freuen. Mithilfe dieses Gewinns kann ein Gerüst aufgestellt werden, um die Fassade des zu einem »Tierhotel« umgestalteten Dorheimer Trafoturms zu bemalen. Außerdem sollen weitere Quartiere für Vögel angebracht werden.

Dass ausgediente Bauten einer sinnvollen Nutzung durch die Natur zugeführt werden können, dafür bedarf es engagierter Umweltschützer - wie zum Beispiel Mitglieder des NABU Friedberg. Sie haben den ehemaligen Trafoturm zum »Tierhotel« umgebaut, in dem vor allem Vögel und Fledermäuse ihr Zuhause finden (die WZ berichtete).

Im Sommer 2019 überließ die Stadt Friedberg als Grundstückseigentümer den von der Ovag nicht mehr genutzten Trafoturm dem NABU. »Der Turm befand sich in einem guten Zustand und war innen leergeräumt«, berichtet Axel Müller, Projektverantwortlicher des NABU Friedberg, »Da konnten wir direkt loslegen und schon einmal die Konstruktionen für Zugangs- und Nistmöglichkeiten planen, um aus dem Turm ein Artenschutzprojekt zu machen.«

Nach Einbau eines Stahlrohrgerüstes mit Plattformen wurden im September 2019 auf Anregung der Unteren Naturschutzbehörde ein Wanddurchlass geöffnet und ein provisorischer Nistraum für Schleiereulen eingerichtet. »Zu unserer Freude wurde dieser schnell angenommen. Im Februar 2020 fanden wir erste Spuren, im März nacheinander mehrere Eier. Mit einer kurzfristig angeschafften Wildkamera haben wir die Entwicklung ausgiebig dokumentiert«, erläutert Axel Müller.

Ortsbilder und Tiermotive sprayen

Während der Brut- und Aufzuchtphase mussten alle Arbeiten am Turm ruhen, so dass erst im August vergangenen Jahres wieder gestartet werden konnte. Die zugemauerten, früheren Leitungsdurchgänge wurden aufgebrochen und die Öffnungen durch Holzverkleidungen mit Durchschlupföffnungen abgedeckt. Örtliche Handwerker stellten kostenlos eine Hebebühne zur Verfügung und halfen bei der Montage. Hinter den Verkleidungen wurden Nistkäsen besonders für Mauersegler angebracht, der Schleiereulen-Nistraum wurde optimiert, Spaltenquartiere für Fledermäuse im Turminnern vorbereitet.

Geplant war auch, die Fassaden zu bemalen. Im Rahmen eines interkulturellen Mitmachprojektes sollten Jugendliche unter pädagogischer und künstlerischer Anleitung alte Orts- und Tiermotive sprayen. Doch zur Umsetzung ist das Stellen eines Gerüstes erforderlich, »und das übersteigt unsere Eigenmittel erheblich«, sagt Müller. Ein Gerüst wird ebenfalls benötigt, um weitere Nistkästen, Schwalbennester und Fledermausquartiere an den Außenwänden zu montieren.

Für den Abschluss dieser Arbeiten meldete Müller das Projekt für den mit 5000 Euro verbundenen Zusatzgewinn der Umweltlotterie »GENAU« an - mit Erfolg. »Jetzt, mit den sinkenden Infektionszahlen und dem Gewinn aus der Umweltlotterie ›GENAU‹ kann es endlich weitergehen.«

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