+

Brandschutz in Zeiten von Corona

Feuerwehr: Maske und Abstandsregeln gelten auch im Einsatzfahrzeug

  • vonHarald Schuchardt
    schließen

Ob Corona oder nicht: Die Feuerwehren müssen auch und gerade in Krisenzeiten einsatzbereit sind. Die WZ hat sich bei derFriedberger Feuerwehr umgehört, wie das klappt.

Friedberg(har). Die vergangenen Monate bedeuteten für die Freiwilligen Feuerwehren eine besondere Herausforderung. Die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie ließen weder Übungen noch Versammlungen zu, aber die Einsätze liefen weiter.

"Wir haben die Zeit sehr gut gemeistert", sagt Mathias Henritzi, stellvertretender Stadtbrandinspektor und Wehrführer in der Kernstadt. "Ich hätte nicht gedacht, dass es auch bei Einsätzen mit dem Einhalten der Regeln so gut klappt", ergänzt der Dorheimer Wehrführer Jochen Redetzky beim WZ-Gespräch im Feuerwehrgerätehaus der Kernstadt. Mit dabei ist auch Redetzkys Ehefrau Ines, die Stadtjugendwartin. Stadtbrandinspektor Ingo Wißmer war beruflich verhindert. Die beiden Stadtbrandinspektoren wurden kürzlich von Bürgermeister Antkowiak ernannt. Auch dies eine Folge der Corona-Pandemie, da die Versammlung aller Friedberger Wehren samt Wahlen verschoben werden musste.

Über zwei Monate lang fielen alle Übungsstunden aus - zumindest die vor Ort in den Feuerwehrhäusern. "Alle sechs Wehren haben auf Online-Unterricht umgestellt. Jeder Wehrführer hat dies individuell geregelt", sagt Henritzi. In der Kernstadt wurde in den Video-Konferenzen Frontal-Unterricht angeboten. Jede Woche tagte der Wehrführerausschuss virtuell. Redetzky: "So oft hat noch kein Wehrführerausschuss getagt."

"Es gab unglaublich viel zu besprechen. Es änderte sich ja ständig etwas", ergänzt Henritzi, während die ersten Mitglieder der Kernstadtfeuerwehr gerade zum Übungsabend eintreffen. "Wir haben Anfang Juni wieder mit dem Präsenzunterricht angefangen", sagt Henritzi.

Die Mitglieder der Einsatzabteilung treffen sich Gruppen-Weise im wöchentlichen Wechsel. Maximal 15 Feuerwehrleute werden von mehreren Ausbildern in Theorie unterrichtet. Bei den praktischen Übungen sind es maximal sechs Mitglieder. Wenn möglich, findet der Unterricht im Freien statt. Abstand halten sowie Mundschutz sind obligatorisch. Das gilt auch für die Einsätze. Am Eingang zur Fahrzeughalle hängen Gesichtsmasken, die sich jedes Wehrmitglied "schon ganz automatisch schnappt", wie Henritzi sagt. Die Hände werden zuvor desinfiziert, beim Umziehen vor den Spinden wird auf Abstand geachtet.

Einsatzfahrzeuge werden nicht vollbesetzt

Auch in den Fahrzeugen wird versucht, Abstand zu halten. "In der Kernstadt haben wird die Fahrzeuge nicht voll besetzt", erläutert Henritzi. Ines Redetzky stellt fest: "Ich habe nicht einmal Angst gehabt, dass ich mich anstecken könnte, wenn ich im Fahrzeug neben einem Kameraden saß."

Die Corona-Regeln werden auch bei den Übungsabenden penibel eingehalten. Während die Ausbilder Michael Krones und Patrick Müller vor der Fahrzeughalle den Aufbau einer Unfallsichtschutzwand erläutern, hören sechs Wehrmitglieder mit Abstand zu. Die Arbeit in den Kinder- und Jugendfeuerwehren ruht noch. Ines Redetzky: "Wir Jugendwarte haben in einer Videositzung beschlossen, erst nach den Sommerferien zu starten."

Bis dahin soll ein Hygienekonzept auf Basis des Konzepts für die städtischen Kitas erarbeitet werden. Doch dieser Tage gab es für alle 170 Kinder und Jugendliche eine kleine Überraschung. Dank der Unterstützung von "Katie’s Spielewelt" erhielten alle Kinder und Jugendlichen ein Bewegungsspiel samt einem Brief. "Das kam sehr gut an", freut sich Redetzky. Eines freut alle in den sechs Wehren. Henritzi: "Wir hatten keinen Corona-Fall, und alle Aktiven sind dabeigeblieben."

Die Friedberger Feuerwehr in Zahlen

In den Einsatzabteilungen der sechs Feuerwehren der Kreisstadt sind 206 Männer und 39 Frauen aktiv. 2019 gab es 221 Alarmierungen, 2020 waren es bislang 130 Einsätze. Die Wehren verfügen über 24 Fahrzeuge, darunter elf Löschfahrzeuge und die Drehleiter. In den sechs Jugendfeuerwehren werden 89 Kinder und Jugendliche betreut, darunter 27 Mädchen. In den Kindergruppen sind 41 Jungs und 35 Mädchen aktiv. Die Ehren- und Altersabteilung verzeichnet 48 ehemalige aktive Wehrmitglieder, darunter zwei Frauen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare