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Feuer, Asche und Rauch

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Friedberg (pm). Für das kirchliche Projekt »Sichtweisen 2020«, bei dem Kunst, Musik und Wort im Kontext der Passionszeit zusammenfinden, hat die evangelische Kirchengemeinde den armenisch-libanesischen Künstler Jean Boghossian für eine Ausstellung gewonnen. Sie trägt den Titel »Feuerspuren«.

»Boghossians Bilder experimentieren mit Feuer und Rauch auf Leinwand. Die zerstörerische Kraft des Feuers versucht er in seinen Bildern zu ordnen, ihr eine Struktur zu geben, mitunter sogar eine Harmonie abzugewinnen«, sagt Kunstvereinsvorsitzender Joachim Albert.

Bombeneinschläge in Wänden

Einen ganz besonderen Eindruck seines künstlerischen Schaffens konnte die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Friedberg persönlich im Jahr 2018 gewinnen, als Boghossian in Beirut im vom Bürgerkrieg nach wie vor zerstörten Gebäude der Zeitung »L’orient - le jour« Arbeiten präsentierte, die zu einem ganz besonderen und spannenden Dialog zwischen den von Bombeneinschüssen gezeichneten Wänden und Mauern des Gebäudes und seinen »Feuer-Arbeiten« einluden.

In der Burgkirche sollen die Motive von Feuer, Asche und Rauch in den Werken Boghossians für die Themen der Passionszeit fruchtbar gemacht werden. Leid und Verlust, Vergänglichkeit und Sterblichkeit, Wandlung, Leben und Auferstehungskraft sollen aus theologischer Perspektive mit seinen Arbeiten verbunden und bedacht werden. Boghossian ist ein international viel beachteter Künstler. Unter anderem war er bei der Biennale 2017 in Venedig vertreten und gestaltete den armenischen Pavillon. Boghossians Biografie ist bestimmt von der Flucht vor dem armenischen Genozid. Seine Eltern flohen 1915 ins syrische Aleppo. Boghossian wurde dort 1949 geboren. Später fand die Familie in Beirut eine neue Heimat. Der Künstler selbst lebt mittlerweile in Belgien. Die Veranstaltungsreihe »Sichtweisen zur Passion« gibt es in Friedberg seit 2002. Sie verknüpft zeitgenössische Kunst und Gedanken zur Passion. In fünf Andachten, die jeweils donnerstags um 19 Uhr stattfinden, werden anhand künstlerischer Positionen Gedanken zu Leid und Leiderfahrung in der Welt sowie der Kreuzeserfahrung Christi gedeutet.

Die Ausstellung »Feuerspuren« wird mit einer Vernissage am Donnerstag, 5. März, um 18 Uhr in der Burgkirche eröffnet. Sie ist bei »Sichtweisen 2020 - Passionsandachten mit Kunst, Wort und Musik« vom 6. März bis 19. April freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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