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Achim Güssgen-Ackva

FDP: Grüne wollen Winterstein zerstören

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Friedberg(pm). "Die FDP in Friedberg wendet sich auch weiterhin gegen den Bau von Windkraftanlagen auf dem Winterstein und bleibt bei ihrem kategorischen ›Nein‹", macht Achim Güssgen-Ackva, Fraktionsvorsitzender der Liberalen in der Stadtverordnetenversammlung, deutlich. Wer den Winterstein und seine wunderbare Waldlandschaft mit wertvollen Eichenbeständen und das Leben der Tiere dort zerstöre, der habe "einfach nichts kapiert" und nehme eine verwüstete Landschaft um einer Ideologie willen hin.

"Genau das tun die Grünen. In der Innenstadt ketten sie sich an jede Zierkirsche, wenn es aber um den Baumbestand des Wintersteins geht, dann gilt das alles nicht mehr. Vielleicht spekuliert man ja auch auf einen Ertrag beim Verkauf des wertvollen Eichenholzes", kritisiert Güssgen-Ackva.

Wie er schreibt, befürchte er gleichzeitig, dass die CDU vor Ort bald "einknicken" werde. "Es gibt da erheblichen Druck auf die eigenen Parteifreunde aus der Landesregierung. Der Teilregionalplan Südhessen wurde von der Landesregierung genehmigt, daraus folgend wird auch die Kreisvorsitzende der CDU Wetterau ihre Partei vor Ort ›auf Linie‹ bringen wollen, davon kann man ausgehen. Damit ist auch in Friedberg zu rechnen."

Wenn die Friedberger Grünen die Umweltverträglichkeitsprüfungen abwarten wollten, die man dort aber gelassen sehe, dann habe die Gelassenheit ihre Gründe. "Das haben wir schon in Bruchenbrücken erleben müssen", ergänzt Roger Götzl vom Ortsbeirat. "Die Umweltverbände, die aus öffentlichen Kassen ja erheblich gefördert werden, werden zur Erstellung der Gutachten mit herangezogen und liefern die ›richtigen‹ Argumente im Sinne der Auftraggeber."

Werde der Winterstein "mit Windrädern vollgepackt", sei kein Wildtierbestand mehr zu erwarten. Und "Für die Zufahrtswege wird alles abgeholzt, was im Wege steht. Das Naherholungsgebiet Winterstein ist dann futsch."

Güssgen-Ackva gibt zu bedenken, dass der immer weiter steigende Energieverbrauch auch eine hausgemachte Sache sei: "Ich vergleiche das gerne mit der Verschwendung bei Lebensmitteln. Das meiste wird nicht in den Supermärkten, sondern in privaten Haushalten weggeworfen. Und in privaten Haushalten wird auch sehr viel Energie verschwendet. Das fängt im Kleinen an und summiert sich."

Die von den Grünen in den Raum gestellten Erträge aus Wegegeldern oder Pachtgebühren seien "geradezu lachhaft", schreibt der FDP-Politiker. "Als könne man damit den Haushalt sanieren, auf den die Grünen mit Wonne weitere Schulden aufhäufen würden, wenn man sie nur ließe." Allerdings sei nicht zu unterschätzen, dass sich schon manche Bürgermeister mit Geldern dieser Art hätten locken lassen. "Am Ende verdient aber auch nach der Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor allem der Investor, und der Verbraucher zahlt die Zeche weiterhin, wie auch schon jetzt", beklagt Roger Götzl.

Nach Ansicht der FDP wird außer Acht gelassen, dass die Quellregion durch den Winterstein betroffen sei. 250 Meter hohe Windräder erforderten demnach 20 bis 30 Meter tiefe Fundamente. "Das Ockstäder Quellwasserschwimmbad kann dann einpacken, und der Rosbacher Brunnen ist gefährdet. Das Kleinklima wird nachhaltig gestört und zerstört, das wollen und werden wir verhindern", erläutert Güssgen-Ackva. "Wir nehmen diesen Kampf auf und werden ihn direkt in die Kommunalwahl tragen." ARCHIVFOTO

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