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Wetterau 2021« feierlich erhalten.

Familienfreundliche Unternehmen

  • Vonred Redaktion
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Wetteraukreis (prw). 19 Unternehmen aus dem Wetteraukreis sind von Landrat Jan Weckler für ihre familienfreundlichen Angebote ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde zum fünften Mal vergeben. Zwölf Unternehmen sind zum zweiten Mal dabei, sieben wurden als »Neue« in den Kreis der familienfreundlichen Unternehmen aufgenommen.

»Insgesamt konnten wir schon 55 Unternehmen für ihre familienfreundlichen Angebote auszeichnen«, sagte Kornelia Schäfer, Leiterin Fachdienst Frauen und Chancengleichheit. Um ausgezeichnet zu werden, müssen die Unternehmen einen Antrag stellen.

Eine Frage der Kultur

Familienfreundlichkeit und Chancengleichheit sei keine Frage der Größe oder der Branche, sondern eine Frage der Unternehmenskultur, heißt es vom Wetteraukreis. »Ziel ist, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie so leicht wie möglich zu machen«, sagte Weckler. »Denn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier entlastet sind, haben den Kopf frei für Arbeitsaufgaben im Unternehmen.« Auch die Erfahrungen der Pandemie zeigten, dass die Krise vor allem von denjenigen Unternehmen gut bewältigt worden sei, die schon vorher familienfreundlich ausgerichtet waren.

Arbeitszeit und -ort sind wichtige Faktoren für Familienfreundlichkeit. Fast alle ausgezeichneten Unternehmen bieten flexible Arbeitszeitmodelle und Jahresarbeitszeitkonten. Sie ermöglichen Homeoffice und mobile Arbeit, und im Notfall können die Kinder mit zur Arbeit gebracht werden. Wichtige Aspekte sind auch Führungsstellen in Teilzeit und der Anteil von Frauen in Führungspositionen.

Einige Firmen gewähren Zuschüsse zur Kinderbetreuung, bieten Vätern längere Elternzeit sowie Teilzeitmodelle an und unterstützen Beschäftigte, die Angehörige gepflegt haben, beim Wiedereinstieg. Außerdem gibt es Gesundheitsangebote.

Familienfreundlichkeit sei ein wichtiger Baustein zur Attraktivität und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens - gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. »In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen«, sagte der Landrat. »Wir wollen mit der Auszeichnung gute Beispiele regional bekannt machen und damit zur Nachahmung anregen.«

Die »neuen« Arbeitgeber

Capacilon GmbH & Co. KG, Butzbach: »Hier gilt der Grundsatz: Familie geht vor. Mit der Vision, dass im Jahr 2050 alle Firmen diesen Leitsatz sich zu eigen machen«, sagte Jai Tamhane, der zudem Nachhaltigkeit und Chancengleichheit als Teil der Unternehmenskultur bezeichnete.

Stadt Bad Nauheim: Für Fachbereichsleiter Matthias Wieliki sei Familienfreundlichkeit auch eine Frage der Kultur, die sich langsam aber sicher durchsetze. Auch vor dem Hintergrund, dass Kommunalverwaltungen wie andere öffentliche Arbeitgeber auch Probleme haben, ausreichend Nachwuchskräfte zu gewinnen.

ARTEC IT Solutions GmbH, Karben: Julia Gonzalez hob die Unternehmenskultur und das Miteinander im Unternehmen hervor. »Wir wollen glückliche Menschen in unserem Unternehmen, die so viel Zeit auf der Arbeit verbringen.« Im Unternehmen in Karben gibt es Frauen in Führungspositionen auch in Teilzeit, ein Eltern-Kind-Büro und den Ansatz, dass Familienbedarfe hohe Priorität haben.

Hotel Dolce by Wyndham Bad Nauheim: Für das Hotel Dolce war Jesse Jansen gekommen, dem es ein Anliegen ist, in einem Gewerbe, das 365 Tage im Jahr an 24 Stunden für seine Gäste da ist, Familienfreundlichkeit herzustellen. Das geschehe, indem in den einzelnen Bereichen genau geschaut werde, wer in welchem Servicebereich am besten arbeiten kann - in Abstimmung mit der eigenen Familiensituation. Etwas Besonderes betraf die Ausbildung während der Pandemie: Die wurde genutzt, um Kontakte zu Geschäftspartnern und Lieferanten zu knüpfen, sodass die Auszubildenden die ganze Wertschöpfungskette kennenlernten.

NiSiPharm GmbH, Florstadt: Dr. Silke Sittner vertrat das Unternehmen NiSiPharm, das kein festes Büro kennt. Dort arbeiten alle Beschäftigten von zu Hause: bei freier Gestaltung der Arbeitszeiten, mit individuellen Teilzeitmodellen in Jahresarbeitszeitkonten und einer Arbeitsorganisation, die individuelle und familiäre Bedingungen aller Mitarbeiter berücksichtige.

RegIntA GmbH, Altenstadt: Verena Knippel vertrat RegIntA aus der IT-Branche. Die insgesamt sieben Mitarbeiter arbeiten in Deutschland verteilt, alle im Homeoffice. Wöchentliche Absprachen zur Aufgabenverteilung, flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten angepasst an die familiären und individuellen Situationen sind hier Standard. Zweimal im Jahr gibt es gemeinsame Treffen vor Ort mit der ganzen Familie. Vertrauen sei hier das A und O.

Riedel Networks GmbH & Co. KG, Butzbach: Für Michael Martens, von Riedel Networks, ein IT-Anbieter mit knapp 60 Mitarbeitern, sei die Fähigkeit zum strukturierten Arbeiten gerade im Homeoffice und bei freier Zeiteinteilung ein wichtiges Element zum Erfolg. Eine Besonderheit sind die Frühstücksrunden mit Mitarbeiterschulungen, die aufgezeichnet und damit allen verfügbar gemacht werden, die nicht vor Ort sein können.

Zum zweiten Mal dabei sind:

Amt für Bodenmanagement, Büdingen

@one IT GmbH, Friedberg

Behindertenhilfe Wetteraukreis gGmbH, Nidda

blue networks GmbH, Altenstadt

Johanniter-Stift Karben

NSCON Network Services & Consulting GmbH, Altenstadt

PUNKTUM Werbeagentur GmbH, Bad Vilbel

REWE Markt GmbH - Verwaltungsstandort Rosbach

Salon Mila, Nidda

Sparkasse Oberhessen, Friedberg

Technische Hochschule Mittelhessen, Friedberg

TMK Thomas Mack Kommunikation GmbH, Friedberg

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